Dev: Codex of Flame and Fury
codex of flame and fury
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Charakterliste
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gespielt von Lini
49 Jahre
Reiter
Lange wusstest du nicht, welchen Weg du einschlagen willst. Ob du eher ein ungefährlicheres Leben bei den Schriftgelehrten oder Heilkundigen einschlägst - sofern du nicht direkt an der Grenze eingesetzt wirst, solltest du beim Militär bleiben - oder ob du doch eher zur Infanterie oder den Reitern gehst. In deiner Familie gab es nie einen vorbestimmten Weg. Keine Richtung die du einschlagen musstest. Du warst der Älteste von mehreren Geschwistern und man hatte dir immer gesagt, dass sie dir folgen würden, dass sie dich als Vorbild nehmen. Schwachsinn - fandest du. Immerhin sollten sie doch ihr eigenes Ding machen und nicht ihre eigenen Misserfolge und Fehler damit begründen, dass sie dir ja gefolgt wären. Deine Eltern haben stets dafür gesorgt, dass du und deine Geschwister in allem gut unterrichtet werden. Zugang zu allen Lehrern hattet und somit fürs Leben und egal welchen Weg vorbereitet wart. Schlussendlich hattest du dich entschieden zu den Reitern zu gehen. Die Aufnahmetests hast du bestanden und bist schließlich über den Viadukt gegangen. Für dich war es noch nie relevant besonders hervorzustechen oder etwas in diese Richtung - du wolltest lediglich überleben und deinen eigenen Arsch retten.

Im Reiterquadranten hast du dir schnell einen Namen gemacht. Aber nicht, weil du ein überdurchschnittlich guter Kämpfer warst, sondern deshalb, weil dein Kampfstil verdammt hinterlistig und alles andere als fair war. Aber das war dir ziemlich egal, immerhin wolltest du überleben, ein Drachenreiter werden und keinen Preis für Ehrlichkeit gewinnen. Dein späterer Drache hatte vor der Präsentation schon Begeisterung bei den Kadetten ausgelöst. Der rote Schwertschwanz war eine Legende, kampferprobt, angsteinflößend, dafür bekannt seine Reiter schnell in den Tod zu stürzen. Du hattest beschlossen dich von diesem Drachen fernzuhalten - wolltest ja nicht draufgehen. Beim Dreschen bist du etwas plan- und ziellos über das Gelände gelaufen. Im Gegensatz zu anderen Kadetten hattest du noch kein Auge auf irgendeinen Drachen geworfen. Hattest sie auch nur flüchtig begutachtet bei der Präsentation, was du eben sehen konntest. Ein Kadett - dessen besten Freund du auf dem Gewissen hattest, weil er eine Herausforderung gegen dich verloren hatte - hatte es auf dich abgesehen und wollte dich umbringen. Der Kampf endete für den anderen Kadetten tödlich und für dich mit wohl deiner markantesten Narbe direkt in deinem Gesicht. Schließlich hast du den Drachen gefunden über den vorher so viel gesprochen wurde, den so viele Kadetten für sich beanspruchen wollten. Wolltest eigentlich direkt umdrehen und wieder gehen, als du seine Stimme in deinem Kopf gehört hast. Dachtest kurz scheiße - bekamst ein Grollen von Mean zurück und die Aufforderung endlich aufzusteigen. Gar nicht so einfach bei den ganzen Stacheln, aber du kamst nach oben - hast Platz genommen und deinen ersten Flug absolviert. Es glich wohl einem Wunder, dass du bei den Kurven des Roten nicht herunter gefallen bist und genauso schnell tot warst wie viele seiner vorherigen Reiter. Hast überlebt und es aufs Flugfeld geschafft.

Zu Beginn war dein Drache einfach nur ziemlich still und wenn er mal was redete, dann war er gemein. Aber das störte dich nicht wirklich. Im Gegenteil, du fandest es cool. Genauso wie die Tatsache, dass andere Drachen und noch mehr andere Menschen einen großen Bogen um ihn machten. Deine Siegelkraft manifestierte sich recht kurz nach der Bindung mit Mean und anfangs fandest du sie nicht zwingend gut - aber je mehr du dich damit beschäftigt hast, je besser fandest du sie. Du hast sie trainiert, perfektioniert und nutzt sie nicht nur wenn es in Kämpfen notwendig ist. Immer mehr hast du deine sowieso schon geringe Skrupel abgelegt und dein Kampfstil passte sich immer mehr deiner Siegelkraft an - oder eben, wenn du auf diese und deine Magie nicht zurückgreifen konntest. Durch deine Mutter, die Heilkundige war, hast du mehr über Gifte gelernt - eigentlich forschte sie für Gegengifte und fand diese für verschiedene Toxine. Du hast das für deinen hinterhältigen Kampfstil benutzt, um dir einen Vorteil zu verschaffen. Ein Vorteil den du bis heute noch nutzt.

Nach deiner Ausbildung kamst du an die Grenze nach Sumerton, wo du auch deine heutige Frau kennen gelernt hast. Sie war Schriftgelehrte und ebenfalls in Sumerton stationiert. Vielleicht hast du sogar ein Stück weit geglaubt, dass du dazu in der Lage wärst eine stabile und langfristige Beziehung zu führen - hat nicht geklappt, welche Überraschung. Nicht allzu lange dauerte es, bis du Ablenkung bei anderen Frauen gesucht hast. Jahrelang wollte deine Frau unbedingt ein Kind, war sogar mehrmals schwanger - allerdings endeten diese in Fehlgeburten, was euch nur weiter auseinander trieb. Nicht, weil es dich sonderlich belastete - sondern eher, weil es sie massiv belastete und dich kaum. Immerhin wolltest du nie Kinder - sahst dich nie in der Rolle des Vaters. Eure Beziehung wurde auch nicht besser, als du vor zehn Jahren nach Chakir versetzt wurdest - eher das Gegenteil war der Fall. Nach der Zerschlagung der tyrrischen Rebellion zog deine Frau zurück nach Lotrotum zu ihrer Familie und verließ das Militär. Sie wollte unbedingt ein gezeichnetes Kind aufnehmen und hatte dich sogar dazu überredete, dass ihr das Kind adoptiert. Hast dich breitschlagen lassen - immerhin warst du eh nur sporadisch zu Hause. Du hattest nicht nur eine Affäre in der Zeit seit du verheiratet bist - aber es gibt lediglich eine, die sich schon länger durchgezogen hat und so etwas wie Bestand hatte. Vielleicht auch nur deshalb, weil sie in deiner Staffel ist - vielleicht aber auch deshalb, weil sie doch irgendwie anders ist. Würdest du dir und ihr nur nie zugestehen. Warst immerhin noch nie ein Mann großer Gefühle oder gar diese auszusprechen.
3 Ingameposts | 17.12.2025, 07:17
Militär Navarre
gespielt von Josi
43 Jahre
Diplomat
Dass Diplomat nur seine Berufsbezeichnung ist, hat bisher weder seine Eltern, noch Brüder noch Freunde geschafft Leif so richtig klar zu machen. Seine neutrale Grundeinstellung lebt er sowohl im privaten wie im beruflichen Leben beinahe instinktiv und vor allem konstant aus. Es ist schwer ihn aus der Reserve zu locken, es ist schwer eine wirklich spontane Reaktion von ihm zu erlangen. Der absolute Kopfmensch trifft selten eine emotionale Entscheidung und findet sich dabei selbst auch vollkommen vernünftig. Seinen Verstand hat er schließlich, um ihn auch zu benutzen, nur der Spaß bleibt dabei manchmal auf der Strecke. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, wobei böse Zungen behaupten es gäbe einfach Keines in seinem Leben. Arbeitet er zu viel? Mit Sicherheit. Bereitwillig schlägt er sich die Nächte um die Ohren und priorisiert die Erledigung der Dinge die ihm aufgetragen werden stets hoch. Er hat gelernt mit wenigen Stunden Schlaf auszukommen und er kann auch im Alltag nicht ganz damit aufhören, Vor- und Nachteile oder mögliche Folgen seiner Handlungen abzuwägen. Ja, er denkt zu viel, hat aber eben auch gelernt, dass Fühlen sich manchmal schwieriger gestaltet, als planen, abwägen und logikbasiert entscheiden. Eine Mitschuld an der gescheiterten Ehe gibt er sich genau so wie der Ex-Frau. Seine Arbeit war vielleicht immer ein bisschen zu wichtig, besonders in den letzten fünf Jahren, aber Tyrrendor liegt ihm nun einmal am Herzen. Die alte Heimat nur noch Schutt und Asche, das Elternhaus nicht mehr existent, wie könnte er sich nicht dafür einsetzen, dass es der Gegend in der er lebt nicht langsam wieder besser geht? Das Herz, nämlich durchaus vorhanden, gebrochen als er erfahren hat, dass sein Kind eben genau das nicht ist. Seins. Der endgültige Bruch in der Beziehung, die nun schon zwei Jahre zurück liegt, das Herz? Geheilt, vielleicht nicht beim ersten Blick auf die wohl wundervollste Frau die ihm jemals begegnet ist, aber es hat auch nicht furchtbar lange gedauert. Fasziniert war er von Beginn an, von ihrer Wärme, ihrem Lachen, ihrem Glitzer, ihrer Lebensfreude. Sie lockt ihn aus der Reserve, bringt seine Selbstbeherrschung ins Schwanken, bringt ihn zum Lachen, an jedem Tag in ihrer Nähe. Calanthe gibt ihm ein Gefühl von zu Hause, wie er es beinahe vergessen hatte, dass es existieren kann und mit jedem Blick in türkiesblaue Augen ist die Welt in Ordnung, auch wenn sie es um ihn Herum nicht immer ist. Es ist herausfordernd, die politische Lage im tyrrischen Herzogtum und manchmal ist es ermüdend, nach fünf Jahren noch immer viele offene Punkte, aber wenig Verbesserung zu sehen, dann, wenn man hinter die Kulissen schaut, nicht die geschönten öffentlichen Nachrichten. Den alten Freund der so unerwartet zum Herzog wurde weiter zu unterstützen, helfen den Frieden zu sichern, wieder aufzubauen was kaputt ging, das sind die großen, fernen Ziele in seinem Leben. Die Kleinen, beinhalten Cal jeden Tag zu sehen, manche Gewohnheit hinter sich zu lassen, genießen, dass dieses Leben doch noch so viel mehr als Arbeit zu bieten hat, dass ihm mehr als eine Sache viel bedeuten kann. Sie passen nicht zusammen, sagen vielleicht manche und es fühlt sich doch genau passend an.
23 Ingameposts | 20.04.2025, 11:39
Zivil Navarre
gespielt von Miri
22 Jahre
Reiter
„Welcher ist der Echte?“

Die Illusion ist — täuschend echt. Das sind deine Grübchen, deine Nasenspitze, das dumme Grinsen. Original und Kopie, die in lautes Gelächter ausbrechen. Dann ist der Moment vorbei. Leichtigkeit.

Die gibt’s auch in langen Umarmungen. In der Geste in der du wie selbstverständlich einen Arm um andere legst, beim Gehen in den selben Schritt fällst. Neugieriger Blick, offene Ohren. Du hörst dir die Sorgen anderer an, bist der Erste, der sich mit aufregt, mit den Augen rollt; mitfühlst. Passiert wie von selbst. „Ganz links fällt gleich in Ohnmacht.“ Das Lachen fühlt sich gut an, warm, die bösen Blicke von der Seite lassen dich die Hände heben, nicht entschuldigend, nicht wirklich. Irgendwo weiter vorne ermahnt euch jemand das Dreschen nicht zu unterschätzen. Der nächste Witz liegt schon auf deiner Zunge, aber du sprichst ihn nicht aus. Gibt’s wirklich irgendwen der die Chance von 'nem Drachen flambiert zu werden unterschätzt?

Du überholst ihn beim morgendlichen laufen, nur um 'nen Moment lang rückwärts vor ihm zu rennen, breites Grinsen im Gesicht. Selbstgefällig. Unbesiegbar nuschelst du und wenn du auf dem feuchten Gras ins Stolpern gerätst, ist’s Drachen Lachen beinahe am lautesten.

Schnippser gegen deine Stirn als du beim Lesen einschläfst, von einer Zukunft ohne Kämpfe träumst. Von Sonne im Gesicht und nie wieder wanken, nie wieder straucheln müssen. Träumst von der Kindheit in der deine größte Sorge war, dass deine Freunde irgendwann nicht mehr deine Freunde sein wollen, oder Eltern sich doch noch zu gut an die vereinbarte Schlafenszeit erinnern. Träumst von 'nem Leben, das so leicht wirkt wie du —

(Welcher ist der Echte?)

Als dir auf der Matte jemand: Verräter ins Ohr nuschelt und du einmal mehr zuschlägst als du wolltest, solltest. Die Kapitulation überhört, vergessen, schlägst nur zu, nochmal, nochmal. Da gibt’s nichts zum drüber hinweg lächeln. Kein täuschendes Lachen, kein nichts. Starrst nur den ganzen Abend auf deine Hände, fühlst das Brennen bis runter auf die Knochen. Ist sein Gesicht, das du dir einprägst, jedes von denen, jeden beschissenen Namen, der sich in dir stapelt als könnte es das Loch stopfen, das man dort reingerissen hat als über deine Familie gerichtet wurde.

Du holst zittrig Luft während’s schon dunkel wird. Die letzten eintreffen, aber nicht das Gesicht nachdem du Ausschau hältst. Die andere Seite, die ist merkwürdig, ungewöhnlich still. Ihr dürft das Dreschen nicht unterschätzen. Und er hätt’s nicht gemacht, hätte nie — er’s nicht wie du, er ist so ernst, so überlegt, so — durchdacht in allem was er tut.
Und dann kommt er nicht zurück. Du ziehst, zerrst an dem Band; sag’s mir. Er kommt nicht zurück. Der Junge mit dem Grinsen, das an deins erinnert, mit dem viel zu weichen Herz, mit der Angst auf den Schultern, der Unsicherheit. Ein Streit unter Kadetten, sie kommen beide nicht zurück. Aber der andere ist dir egal.
Und du wütest.
Schreist,
brichst ein Stück für deinen Bruder, der nie Reiter sein wollte und für’s Leben, das ihm keine Wahl lässt.

Freunde.
Freunde, die dich halten. Und die Sorge darum sie zu verlieren.
Wirst verbissener, ehrgeiziger, entschlossener. Noch einen Schritt weiter.

Die Illusion flackert, bricht, das Bild von Zuhause, das es nicht mehr gibt, die Menschen, die da nicht mehr sind. Wischt dir Tränen unwirsch aus dem Gesicht; weiter, der Schwere zum Trotz.
93 Ingameposts | 03.04.2025, 06:52
Basgiath War College
gespielt von Lini
41 Jahre
Reiter
Geboren und aufgewachsen in einer traditionsreichen Familie die bisher nur aus Reitern bestand. Somit war dein Weg schon lange vorbestimmt, ob du es wolltest oder nicht. Für dich gab es keine andere Option, als eines Tages das Basgiath War College und den Reiterquadranten zu besuchen. Ob du es überleben würdest oder nicht, das stand in den Sternen. Deine Eltern haben auf jeden Fall dafür gesorgt, dass du und deine Geschwister, kaum, dass ihr richtig laufen konntet, gelernt habt, was es bedeutet ein Reiter zu werden. Besonders mit deiner Zwillingsschwester hattest du einen Trainingspartner der dir ebenbürtig war, wahrscheinlich auch deshalb, weil ihr euch einfach sehr ähnlich wart. Entgegen der Erwartung der Familie war dein kleiner Bruder anders, deshalb bist du vielleicht auch nie so ganz mit ihm warm geworden. Bevor du deinen Weg zum College angetreten bist, hast du eine Frau kennen gelernt, ein paar Jahre älter, aber ihr habt euch sofort verstanden. Nur dumm, dass sie schwanger wurde, du allerdings ins College musstest. So hast du die ersten Jahre deiner Tochter verpasst. Vielleicht war sie auch der Hauptantrieb, wieso du alles dafür getan hast um das College zu überleben - nachdem der Tod deiner Schwester auf dem Viadukt dich stark getroffen hatte. Dennoch hast du es nicht nach außen gezeigt. Man hat dich doch dein ganzes Leben auch gelehrt, dass Schwäche nicht geduldet wurde, ganz besonders nicht von Drachen. Vielleicht warst du beim Dreschen kurz ernüchtert, als einer der kleinsten Drachen in der Runde sich an dich gebunden hat. Allerdings warst du irgendwie auch überrascht, weil die Schuppen des Drachens in einem gefährlichen Orange schimmerten. Aber der Moment der Ernüchterung hielt nur kurz an, denn mittlerweile bist du überzeugt, dass Myra und du ein perfektes Team bildet und ihre Wahl genau richtig war.

Nach deiner Ausbildung hast du versucht den Spagat zwischen Familie und Beruf hinzubekommen. Du hast die Mutter deiner Tochter geheiratet und man könnte glatt meinen, ihr wart eine kleine, glückliche Familie - nur wusstest du nicht, dass deine Frau ein Geheimnis in sich trägt, wovon sie irgendwann eurer Tochter berichten würde. Vielleicht hast du mehr Stolz als Angst verspürt, als deine Tochter offenbarte, dass sie in deine Fußstapfen treten und auch eines Tages Reiterin werden wollte. Dennoch hattest du auch Angst. Nicht, weil du nicht in die Fähigkeiten deiner Tochter vertraust, sondern, weil du weist, wie gefährlich der Reiterquadrant ist. Wie gefährlich die anderen Kadetten sein können. Dennoch hast du nicht versucht ihr etwas auszureden. Du hast es akzeptiert und sie vorbereitet als sie alt genug war. Vorher durfte sie einfach Kind sein, ihre Kindheit genießen und einfach alle Erfahrungen sammeln, die man als Kind sammeln konnte. Es ist irgendwie wohl kaum verwunderlich, dass deine Tochter so sehr nach dir kommt. Die Sturheit hat sie dir nicht gestohlen, genauso wenig den Ehrgeiz und das Durchhaltevermögen. Dennoch erkennst du in ihr auch so viel von deiner Frau. Heute noch mehr als früher.

Schicksalsschläge prägen dein Leben, wohl nicht ungewohnt in dieser Welt und dennoch nicht leicht zu bewältigen. Nachdem deine Zwillingsschwester den Tod auf dem Viadukt fand, starb deine Frau vor fünf Jahren bei der Rebellion von Tyrrendor. Nicht, weil sie daran beteiligt gewesen wäre, zumindest bist du davon ausgegangen, sondern, weil sie einfach zur falschen Zeit am falschen Ort war. Ein Schlag der deine Tochter Yevhen und dich schwer getroffen hat. Aber du musstest weiter machen, durftest dir nicht viel anmerken lassen. Die Rebellion hat überall tiefe Spuren und Narben hinterlassen. Am Ende hat es deine Tochter und dich enger zusammen geschweißt, hat dich aber auch verschlossener und ernster werden lassen. Noch mehr als vorher sowieso schon. Es gibt allerdings auch seltene Momente in denen du lachen kannst und sogar eine richtig humorvolle und witzige Seite an den Tag legst. Seine Tochter ist wohl eine der wenigsten Menschen, neben deinem Drachen, die auch die liebevollere und fürsorglichere Seite zu Gesicht bekommen haben. Auch deshalb, weil er eben besonders vor Myra nichts verstecken kann und die Drachendame durchaus auch emphatisch sein kann, wenn sie es will.

Mittlerweile hat dein Weg dich als Lehrer an das Basgiath War College zurück geführt, auch wenn deine Zeit hier wohl begrenzt scheint. Das liegt daran, weil deine Drachendame an einen anderen Drachen gebunden ist und dieser sich letztes Jahr an eine Rookie, dazu noch eine Gezeichnete, gebunden hat. Das Erste was du der Rothaarigen verdeutlicht hast, war die Tatsache, dass ihr trotz des nun vorhandenen Bandes nichts in den Gedanken des Anderen zu suchen habt. Deine Abneigung gegenüber Gezeichneten bekommt wohl vor allem sie zu spüren, auch wenn du als Lehrer nicht ungerecht bist. Nur eben sehr streng und fordernd, immerhin bildest du hier die nächsten Drachenreiter für das navarrische Militär aus. Für die Sicherheit aller in Navarre.
17 Ingameposts | 02.04.2025, 09:12
Militär Navarre
gespielt von Berrie
56 Jahre
Reiter
Die Sonne geht auf und ein neuer Tag beginnt. Die Straßen sind vollgestopft, gelbe und schwarze Muster auf dem Boden. Du bist zu klein, um über die Köpfe zu sehen, reckst und streckst dich, doch reichst nicht an sie heran. Sacht ist der Druck, aber eindeutig, als du den Blick abwendest, dich stolpernd in Bewegung setzt. Durch die Massen Lotrotums, deiner Heimat, des Ortes, von dem du später sagen würdest, dort geboren worden zu sein, wie du dort sterben wollen würdest. Damals hast du nicht ans Sterben gedacht, nur ans Leben, nur an Abenteuer und Geschichten, an Träume, die dich genauso überragen wie die Menschen, denen du ausweichst. Du bist jung, hast noch dein ganzes Leben vor dir. Aufgeweckt, mutig, neugierig erkundest du die Welt.

Die Sonne geht auf und ein neuer Tag beginnt. Du spürst das Kribbeln unter deiner Haut, es schabt an deinem Inneren. Neu und aufregend, es peitscht in dir, entzündet jede deiner Synapsen. Deine Hände vibrieren, Schweiß steht dir auf der Stirn, doch du weißt: es ist richtig. Du bist richtig. Dieser Weg, den du gewählt hast, ist richtig. Könnte dich dein Leben kosten; wird dich dein Leben kosten. Irgendwann, aber nicht jetzt. Nicht heute. Heute sammelst du weitere blaue Flecken, verteilst sie auf den Matten Basgiaths. Heute schreibst du Briefe an deine Verwandten. Heute betrachtest du die Tür, die du dir verdient hast. Die, die sich nur öffnet, wenn du das willst. Wenn die Magie in dir prickelt. Vor den Toren wartet die Verpflichtung deines Lebens und du bist bereit.

Die Sonne geht auf und ein neuer Tag beginnt. Ein Dutzend Meilen liegen zwischen dir und deiner Heimat, hast die Grenzen überschrittenflogen, ohne Fragen zu stellen. Der Brief wog schwer in deiner Hand, schwerer die Erkenntnis: das würde fortan dein Leben sein. Tyrrendor solange dein Zuhause, bis du den ersten Antrag schreiben konntest. Und nach ihm den zweiten. Und den dritten. Hast über die Jahre so viele Bitten um Versetzung unterzeichnet, wie du Kilometer entfernt bist von deiner Partnerin, deinen Kindern, für die du viel, aber kein wirklicher Vater bist. Hast an deinem Stützpunkt den Halt gefunden, den du gebraucht hast. Wärst sonst zerbrochen am inneren Konflikt. Eine Aufgabe hast du gefunden, Verantwortung, nach der du nicht gefragt, die du aber ohne Zögern angenommen hast. Die Jahre sind an dir vorbeigezogen, bist an ihnen gewachsen, über dich hinaus. An jeder neuen Erfahrung, jeder neuen Herausforderung, jedem Stein auf jedem Weg.

Die Sonne geht auf und ein neuer Tag beginnt. Einsam fühlen sich vier Wände an, nach denen du dich so lang gesehnt hast. Einsam fühlt es sich an, durch Straßen zu gehen, die nach Kindheit und Erinnerung riechen. Kannst sie auf der Zunge schmecken, spürst sie tief in deinem Inneren und doch ist in Lotrotum so viele Jahre später kaum noch etwas, wie du es hinterlassen hast. Du bist nicht mehr der, den du hinterlassen hast. Deine Beziehung an der Distanz zerbrochen, deine Kinder ohne dich erwachsen geworden, hast du dennoch nicht erwogen, dein Ansuchen zurückzuziehen, als die Bestätigung ins Haus stand. Hast stattdessen alle Zelte abgebrochen, bist mit Rückenwind in die Heimat zurückgekehrt, um dich einerseits deinem zersplitterten Privatleben zu stellen und andererseits den Aufgaben, die dich ohne Zweifel geformt haben, zu entkommen. Eine Flucht nach vorn, ins bekannte Unbekannte. Umwege hast du genommen, bis sich etwas – bis du dich – wieder richtig angefühlt hat. Bis Licht am Ende eines sehr, sehr langen Tunnels auf dich wartete. Die Wärme, die die Liebe mit sich bringt, und das Gefühl, angekommen zu sein.

Die Sonne geht auf und ein neuer Tag beginnt. Viele Menschen pflegten über lange Zeit viele schlaue Dinge zu sagen. Dass Wandel niemals endete, dass das Ende nicht gekommen war, bis Malek persönlich die Hand nach einem streckte. Du hast dich gesonnt in eben jener kurzen Zeit, die dir bestimmt war. Hast dir gewünscht, hier und fortan bleiben zu können. Immer jedoch im Hinterkopf das Bewusstsein dafür, dass du einem höheren Wohl als deinem eigenen, einem höheren als das deiner Familie, verschrieben warst. Dass du immer, immer folgen würdest, würde der Ruf nach dir ertönen. Du hast ihn gehört, hörst ihn immer noch und mit einem ersten Ton war dir klar, was es dich kosten würde. Wieder. Du hast dich auf den Weg gemacht, zurück in eine Provinz, die nach der Rebellion in Scherben lag. Stellst dich in Nymrith der naiven Hoffnung, flicken zu können, was Kilometer weit klafft. Der Aufgabe, die man für dich vorgesehen hat. Ein Kampf gegen Windmühlen.

Zahllos die Erinnerungen – an endlos viele Tage. Sie vergehen, ziehen an dir vorbei, gelebt nach bestem Wissen, gelebt nach dem Prinzip der Folgsamkeit, der Loyalität, die weit über dein eigenes Wohl und Glück hinausgeht. Morgen würde ein neuer Tag folgen. Und nach ihm ein weiterer. Bis deine Tage gezählt wären. Bis nichts mehr zu verrichten wäre. Doch bis dahin; betrachtest du die Sonne, jeden Morgen, jeden Abend.
9 Ingameposts | 04.01.2026, 15:11
Militär Navarre
gespielt von alice
22 Jahre
Reiter
Du solltest das Feuer fürchten.
Erst geht deine Heimat in Flammen auf. Dann deine Eltern; und mit ihnen alles, woran du dein Leben lang geglaubt hast. Auf den Schmerz folgt Traurigkeit, folgt Wut, folgt Sorge um deine Geschwister — du tobst drei Tage lang, am Vierten wachst du auf, schüttelst deinen verbissenen Trotz wie Staub von den Schultern und lächelst in die Gesichter der Menschen, die dich aufgenommen haben. Oh, du bist dankbar, so unsagbar dankbar (nicht). Für alles (eher für nix). Für jedes Training (dafür wirklich), für gemeinsame Ausflüge (ätzend), für alle sitzen jeden Abend zusammen und spielen Karten (du hasst das), für die Extra-Einheiten Geschichtsunterricht, die nur du bekommst, weil sie deinen Kopf geradebiegen möchten (du bist zu stur dafür), für Gesichter, die du kennenlernst, alles königstreue Menschen (alle dumm, alles Verräter, alles Lügner (so wie du)), für einen Garten voll mit Blumen (manchmal pisst du ins Rosenbeet), für eine Kerze auf deinem Geburtstagskuchen, weil’s der erste Geburtstag in einem neuen, besseren Leben ist (du pustet sie aus und wünscht dir, dass sie am Kuchenstück verrecken).
Ooh, und du bist wirklich so unfassbar dankbar — für deine Eltern, die der Wahrheit ins Auge gesehen und dir deinen Blick dafür geöffnet haben.
Für alles andere?!

An dem Tag, als du mit federleichtem Gepäck über den Viadukt läufst, lässt du diesen erzwungenen Teil deiner Geschichte hinter dir. Dein Lächeln zum Abschied ist gespielt. Dein „bald sehen wir uns wieder“ klingt wie der Wunsch eines Jungen, der bekehrt wurde, jetzt glücklich ist; es klingt nicht nach der Drohung, die du damit wirklich meinst: wenn wir uns wiedersehen, brenn ich erst euren Garten nieder, dann euer Haus, dann euch und mit euch alles, woran ich keinen Augenblick geglaubt hab.

Du kannst das gut: so tun als ob. Du lügst. Du passt dich an, weil du’s musstest und weil du am Leben hängst, weil du eben nicht aufgehört hast an das zu glauben, was deine Eltern dich von Kindestagen an haben glauben lassen wollen.
Die ersten Wochen im Quadranten waren hart, kein Wunder, dass du lieber unter, na, deinesgleichen bist, da, wo du Freunde (wieder)gefunden hast, ein paar wenige Menschen, die sich dein sparsames Vertrauen geangelt haben, einer, der dein Herz hält. Dass unter deiner Haut und hinter deiner Stirn Rache tiefe Löcher frisst, das sieht man dir nicht an. Ja, du kannst die Ellenbogen und wenn’s sein muss auch die Fäuste zeigen, aber du lachst auch gern, du bist charmant, mit dir kann man Spaß haben, du hilfst den gezeichneten Rookies auf der Matte und im Training, denn darin bist du gut. Außerhalb vom Sparring versuchst du dich zurück zu halten, du kannst schweigen, wenn du willst, sonst hast du ein lockeres, loses Mundwerk, trägst dein Herz auf der Zunge, aber die Zunge, die ist scharf und deine Zähne sind das auch. Du beißt, passt man nicht auf. Und, ooh, du siehst verdammt gut aus, das weißt du, dafür müsst du nicht tun als ob.
Und apropos, so tun als ob: dein Drache kann das auch. Was genau das heißt?
Mhm.
116 Ingameposts | 02.04.2025, 20:37
Basgiath War College
gespielt von Jani
28 Jahre
Fliegerin
Dein Lachen hallt durch die Mauern – es ist laut, fast ein bisschen zu hell für den Ort an dem ihr seid. Aber du hast gelernt, es nicht zurückzuhalten. Hast gelernt, es als Befreiung für das zu sehen, was es ist: von der Schwere eines endlosen Kampfes. Hast mit angesehen, wie deine Heimat an zwei Fronten zeitgleich gegenwärtig sein muss, um das zu schützen, was euch am Wichtigsten ist. Eure Familien. Die Hoffnung auf eine Zukunft statt der endgültigen Vernichtung. Deswegen lässt du die Stille um dich herum nur selten zu, nur in Momenten, in denen du dich sicher genug fühlst, um selbst ruhig zu werden. Dich deinen Gedanken hinzugeben, deine Sorgen zu adressieren und die Scherze zu vergessen, die dir sonst so mühelos über die Lippen kommen. Das Augenrollen, das sie begleiten. Bist bekannt dafür, die Stimmung anzuheben, die Welt für andere besser zu machen – weil es das ist, was dich glücklich macht. Die Menschen zufrieden zu sehen, die dir am Herzen liegen. Vielleicht ist es dein geheimes Talent, dass du die Dinge auf andere Weise betrachtest, nichts zu ernst nimmst, weil du ansonsten selbst deinen Verstand verlieren würdest. Du magst das Gefühl nicht, erdrückt zu werden – deswegen entgehst du ihm bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Hältst an dem unerschütterlichen Glauben fest, dass sich irgendwann auch das schwerste Rätsel lösen lassen wird, dass das letzte Puzzleteil seinen Weg an die richtige Stelle findet. Du brauchst keinen Tempel dafür, dir reichen Träume aus. Vermutlich ist dir deswegen die Gabe zuteil geworden, ihnen folgen zu können. Sie nach deinen Vorstellungen zu formen. Es hat dir das Leben gewissermaßen erleichtert, brauchst keine mühseligen Worte mehr, um Ideen so zu platzieren, dass sie Anklang finden: kannst sie in die Gedanken von Personen setzen, die mehr zu sagen haben. Einfluss besitzen. Du brauchst keinen Ruhm, auch wenn du es magst, mit der Aufmerksamkeit zu spielen. Aber das, was du wirklich willst, weißt du selbst den Großteil der Zeit über nicht: hast Angst, dich zu sehr an Menschen zu binden, weil sie dich verlassen könnten, kannst gleichzeitig aber nicht gut allein sein. Du pflegst Freundschaften, brauchst aber Zeit um auch über die tiefergehenden Themen zu sprechen. Die Oberflächlichkeit zu verlassen. Bist nicht nachtragend, aber vergisst auch keine Enttäuschungen, weil sie das Vertrauen verletzen, was du in die jeweiligen Personen setzt. Sicherlich wäre es klug, mehr infrage zu stellen: aber deine Loyalität ist beinahe grenzenlos. Bist überzeugt davon, dass dein Schwadron ein Teil deiner Familie ist. Es die Menschen sind, für die du ohne einen Zweifel dein Leben geben würdest.
34 Ingameposts | 09.02.2025, 15:37
Militär Poromiel
gespielt von Jella
20 Jahre
Reiterin
Vier
Ich atme ein und zähle jeden einzelnen Atemzug. Mach das seitdem ich klein bin und vor lauter Angst vor den Schatten in meinem Zimmer nicht einschlafen konnte. Zieh die Luft durch meine Nase und zähle. Entspannt, fokussiert, lässt mich an etwas andere denken als das Kribbeln unter meinem Brustkorb. Die Fußstapfen meines Vaters sind in diesem Belang groß. Er ist Reiter, ich will eine werden. Das Schwarz der neuen Uniform kommt mir noch falsch vor. Zuhause hab ich’s lieber bunt. Mag weite Pullover, mag Pastelltöne, mag Schwarz nur in Ausnahmefällen. Aber das war die alte Nia Devi, die Neue macht gerade mit den anderen Kadettinnen und Kadetten immer wieder ein paar Schritte nach vorn. Ich will Reiterin werden, nicht nur weil es mein Vater ist, sondern auch, weil ich so zum Schutz des Landes beitragen kann, was ich liebe. Ich bin schon immer Kind von Navarre, war in Lotrotum nur ein paar Jahre, bevor’s nach Adruil ging. Erinnere mich nicht mehr an meine Kindheitstage in Deaconshire, nur an die Sommerurlaube, die mich immer und wieder hingetrieben haben. Der Weg aus Adruil war kürzer. Lege den Kopf in den Nacken und lasse meinen Blick über das College schweifen. Da ist das Gefühl wieder, was mich schon seit Jahren an Atemtechniken festhalten lässt. Angst. Ich hab‘ mich an sie gewöhnt. Ich nehme sie bei der Hand, auch wenn meine Rechte kurz nach den Fingern meiner besten Freundin greift. Damals hab‘ ich mich von der Angst lähmen lassen, heute ist sie mein bester Motivator. Lass zu, dass sich ein kurzes Grinsen über meine Züge schleicht. Spür das Kribbeln und deute es als Aufregung um.

Sieben
Halte den Atem an, zwing die Luft in meine Lungen. Verlangsamt meine Herzfrequenz, das weiß ich. Meine Mutter hat mir die Technik beigebracht, als ich mich nicht getraut habe zur Musikstunde zu gehen, die sie mir organisiert hat. Erinnere mich an meine leise Stimme „Was wenn sie mich nicht mögen?“ und an ihr sanftes Lächeln. Dann sind sie’s nicht wert, hat sie gesagt und mittlerweile bin ich mir sicher, dass sie Recht hat. Ich lass meinen Blick vom College wieder zu den Köpfen vor uns wandern. Es sind viele, die den gleichen Weg gehen wollen wie ich. Viele und doch werden nicht alle Freunde sein. Das ist okay und im Grunde nicht neu. Dass wir um unser Leben kämpfen werden aber schon. Frag‘ mich wer von denen vor und hinter mir als erstes jemanden töten wird. Frage mich, ob ich’s schon während der Ausbildung tun muss. Meine zwei Sicheln führ ich sicher. Ich habe keine Angst vor den ersten Kämpfen, aber der Gedanke daran, Malek zu begegnen lässt das Kribbeln wieder deutlicher werden. Ich halte den Atem an und kurz auch mein Leben. Jetzt, das ist das davor. Das ist noch Nia Devi, die mit den Pullovern und den Glitzersteinen auf den Wangen. Bald ist’s hoffentlich Nia Devi, Reiterin, die Person, auf die man auf der Matte aufpassen muss. Ich weiß die Fußstapfen meines Vaters sind zu groß, aber stolz machen will ich meine Eltern trotzdem. Möchte nicht nur überleben, sondern auch gut sein, indem war vor mir liegt. Gute Noten, die entlocken mir ein Lächeln. Erfolg, der fühlt sich an, als wär’s genau richtig. Als wäre ich richtig.

Acht
Lasse die Luft durch meinen Mund wieder raus. Lass‘ los. Hab‘ viele Erwartungen, vor allen an mich selbst, aber ich straffe die Schultern und lass‘ sie los. Überleben, das wird nicht reichen, aber ich muss auch nicht gleich nach den Sternen greifen. „Wer glaubst du wird Freund und wer Feind werden?“ Meine Stimme gleitet durch ein paar Reihen vor und hinter uns. Erkenn‘ ein paar Blicke, die schärfer werden, aber auch ein paar zuckende Mundwinkel. Das wird kein Kinderspiel, aber wir sind auch keine Kinder mehr. Weiß‘ nicht, ob ich mich schon ganz erwachsen fühl. Aber das wird wohl kommen. Mit den grauen Hallen, die uns zwingen erwachsen zu werden. Nehme ein paar weitere Schritte nach vorn. Ist noch nicht das Viadukt, erst der Aufgang, die Treppen. Meine Muskeln ziehen nicht, sind’s gewohnt. Würde gerne den Rhythmus der Schritte mit den Klängen einer Gitarre untermalen, stell‘ mir meine eigene kleine Hintergrundmusik vor. Meine Stiefel sind rutschfest, als wir schließlich oben ankommen. Oben und somit den Blick aufs Viadukt bekommen. Der schmale Überweg ist keine Klippe, an der man aus Spaß entlang balanciert. Er ist der Weg in unsere Zukunft. In meine. Hebe den Kopf, sorge dafür, dass meine Züge neutraler werden und klopf mit meinen Fingern kurz auf meine Brust. Das Kribbeln ist noch da. Die Angst auch. Ich nehme beides mit meinem ersten Schritt mit. Hält mich nicht auf, als der Wind an meinem Körper reißt. Fühlt sich nicht nur gefährlich an, sondern dank des Adrenalins auch nach Freiheit. Ich bin bereit für diesen Teil meines Lebens. Ich atme ein, ich atme aus und nehme den restlichen Weg.
27 Ingameposts | 02.05.2025, 19:34
Basgiath War College
gespielt von Lys
22 Jahre
Reiterin
Leya spielt die Melodie, die sie niemandem zu sagen wagt, während Let den Takt dazu schlägt – ein dumpfes Grollen auf dem Stein, das verspricht: Wer dieses Lied stört, wird das Ende des Tages nicht erleben.

Cataleya ist eine junge Frau, die wie eine perfekt geschmiedete Klinge wirkt: glänzend, scharf und unnahbar. Doch blickt man genauer hin, erkennt man, dass diese Klinge aus dem Metall eines zerbrochenen Zuhauses geschmiedet wurde. Nach außen hin gibt Cataleya die stoische Kriegerin. Ihr Training ist tadellos, ihre Disziplin eisern. Sie bewegt sich mit einer kontrollierten Grazie durch das Basgiath War College, die signalisiert: „Komm mir nicht zu nahe.“ Sie ist höflich, wenn es sein muss, aber ihre Sätze sind kurz und nach dem Motto: Nur so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Sie ist diejenige, die im Training nie jammert, aber auch diejenige, die nach einem Sieg niemandem die Hand schüttelt.
Tief im Inneren ist Cataleya immer noch das 16-jährige Mädchen, das zusehen musste, wie ihre Welt in Flammen aufging. Ihre Loyalität ist ihre größte Stärke und gleichzeitig ihre größte Wunde. Dass sie ihre Adoptivfamilie liebt, empfindet sie als Verrat an ihrem Blut, was zu einer ständigen inneren Unruhe führt. Ihr Schutzmechanismus ist die Isolation. Sie glaubt aufrichtig, dass Einsamkeit sie vor dem nächsten Schmerz bewahren wird, denn wer niemanden an sich heran lässt, der kann auch niemanden verlieren. Ob an den Galgen oder an den Krieg ist dabei fast egal.
Früher – vor der Rebellion – war sie sehr empatisch und eher zurückhaltend. Das ist sie heute zwar nicht mehr, aber was sie nach wie vor mitgenommen hat aus dieser Zeit ist, dass sie Menschen gut lesen kann. Sie weiß häufig, was ihr Gegenüber fühlt, auch wenn sie es ignoriert.
Wenig beruhigt Leya so sehr, wie Musik. Seit Kindesbeinen an spielt sie Flöte und konnte ihre eigene Flöte – eines der wenigen Besitztümer, die sie von vor der Rebellion behalten durfte – mit über den Viadukt tragen. Allein in ihrem Zimmer leise Flöte zu spielen, bringt ihr ein kleines Stück Sicherheit zurück.
Ihre Lieblingstageszeit ist die sogenannte blaue Stunde, die Zeit kurz vor dem Morgengrauen, wenn alles im Quadranten still ist und sie kurz das Gefühl hat, niemandem irgendwas beweisen zu müssen.
So sehr, wie sie komplexe Strategien mag und wenig mehr liebt als das Gefühl, wenn ein Plan aufgeht, so sehr hasst sie es, wenn sie jemand wegen ihrer Herkunft bemitleidet. Eine unnötige Erinnerung an ihren Schmerz ist das und sie versucht in einem solchen Fall so schnell wie möglich das Gespräch zu verlassen.
Gewinnen ist ihr, entgegen ihrer Ausstrahlung, wichtig und dass dies in ihrer Staffel bisher nicht von großem Erfolg gekrönt war, fuchst sie in Wahrheit auch wenn sie das nicht zeigt. Auch deswegen findet sie laute, prahlende Kadetten anstrengend. Sie sieht in ihnen meist nur zukünftige Namen auf der Liste.
So wie ihr Drache als nervöse Geste die schwere Keule am Ende ihres Schwanzes auf den Boden wippt, so spielt Leya in nervösen Momenten mit ihren Fingern. Ein leichtes Trommeln, manchmal ein Flötengriff. Selten merkt sie diese Geste selbst.
Generell sind Cataleya und Let ein gutes Team und je länger Leya mit ihrem Drachen zutun hat, desto eher versteht sie, warum sie sie gebunden hat. Beide sind eher taktischer Natur, beide lieben komplexe Planungen und logische Herangehensweisen und nicht selten sind sie sich im Kern der Sache einig und nur im Weg dorthin nicht. Richtig streiten – wie es andere Kadetten mit ihren Drachen tun – tun Leya und Let nur sehr selten. Sie haben Phasen, in denen sie gar nicht miteinander sprechen und Phasen, wo in Leyas Kopf kaum Platz für etwas anderes bleibt.
Let ist das einzige Wesen, vor dem Leya jemals Flöte gespielt hat. Zumindest seit sie 16 ist.

Einige Zitate von Cataleya:
„Hör auf zu tippen, Let. Dein Schwanz vibriert durch meine Stiefelsohlen. Und ja, ich bin auch genervt.“
„Wer zu viel fühlt, stirbt zu früh. Ich plane, sehr alt zu werden.“
„Nenn es nicht Freundschaft. Nenn es eine strategische Allianz mit begrenzter Laufzeit.“
„Ja, ich weiß, dass er mich ansieht. Nein, er ist kein Zielobjekt. Noch nicht.“


Einige Zitate von Let
„Dein Herz klopft wie das eines Kaninchens, kleine Reiterin. Willst du mir immer noch erzählen, dass du keine Angst vor der Prüfung hast?“
„Wenn du diesen Jungen noch länger anstarrst, werde ich ihn fressen, nur damit wir endlich weiterfliegen können.“

4 Ingameposts | 28.04.2026, 18:19
Basgiath War College
gespielt von Josi
32 Jahre
Flieger
Die Schiffsglocke schlägt fünf. Zeit das Stundenglas ein weiteres Mal zu drehen. Der diensthabende Wachposten tut's, wie ich aus dem Augenwinkel seh, auch wenn das Tageslicht bisher nur dämmert. Neben mir steckt Paidi noch mal seinen Schnabel unter einen Flügel, die Tage auf dem Schiff beginnen früh, die Abläufe hier sind mir vertraut, so wie das Geräusch der schlagenden Wellen gegen den Rumpf der Darakor und das leichte Schaukeln meiner Hängematte.

Bin seit Jahren hier stationiert, aber es ist nicht nur der Außenposten meines Dienstes, ist mein zu Hause geworden, nicht mein Schiff, aber meine Heimat. Mehr als alles zuvor. Von der Darakor sagt mehr über mich aus, als der Nachname meines Vaters Szatari, den ich noch immer trage, auch wenn's ihn nicht mehr gibt. Oder vielleicht doch, wer weiß das schon, ich weiß nur, dass er weg ist. So wie ich weiß, dass meine Mutter irgendwo in der Hauptstadt ist, vielleicht noch mit ihrem 7. Ehemann, vielleicht im Versuch den 8. in der königlichen Familie zu finden.

Spielt kaum eine Rolle, nicht mehr, hat mir lang genug im Weg gestanden. Das schlechte Gefühl und ich mir selbst. Das nirgendwo dazu gehören, bis ich meinen Platz endlich gefunden hab. Hab das gehofft, dass mit dem Flieger werden auch ein Platz für mich kommt, der passt. Dass ich nicht nur die Gesellschaft eines Greifen finde, für immer, sondern auch die von Kameraden. Hab was besseres gefunden. Familie.

Nicht die, die ich selbst gegründet hab. Vielleicht irgendwann. Sondern die, in die ich aufgenommen wurde, von jenen die schon vor mir hier waren, so wie wir jeden aufnehmen, der dazu kommt. Denk trotzdem darüber nach, über Familie. Vor allem seit dem sie hier ist. Die Frau, an die ich denke, wenn man mich fragt, wen ich schön finde oder nach wem ich mich sehne, wenn ich alleine einschlafe.

Ist immer sie, war immer sie. Junia. So wie's immer ich bin, der bei Sonnenaufgang als erstes in die Wellen springt um zu schwimmen, um richtig wach zu werden, an jedem neuen Tag, egal bei welchem Wetter. Dann das Frühstück, mach's gern, wenn die Anderen endlich alle aus ihren Kojen gekrochen sind und die die Nachtschicht hatten noch was mit essen bevor sie schlafen gehen.

Bin dankbar für jeden neuen Tag, den das Meer uns erleben lässt. Bin neugierig, wohin die Winde uns morgen tragen. Auf zu fremden, unbekannten Orten, macht mir nichts aus. Ist überall ein bisschen zu Hause, mit diesem Schiff und dieser Mannschaft, mit unseren Greifen und unseren Freunden. Und mit ihr. Nach so vielen Jahren endlich mit ihr, nach getaner Arbeit irgendwo an Deck sitzen, bis die Sonne unter gegangen ist, als tät sie's nur für uns.
18 Ingameposts | 18.07.2025, 20:46
Militär Poromiel
gespielt von Josi
41 Jahre
Reiter
„Jacoby... Mercer“... Verwirrung zeichnete den Blick zweier Männer. Der eine war beim ersten Wort sichtlich irritiert, der andere bei der Aussprache des zweiten kurz ins Stocken geraten. Bei Mercy dauerte es nur einen Sekundenbruchteil, weil er schließlich prinzipiell schon wusste, dass das nun einmal sein Vorname war, auch wenn er ihn seit gefühlten Ewigkeiten nicht mehr gehört hatte. Einfach niemand nannte ihn so, nicht einmal mehr seine eigene Mutter, so selten er auch mit ihr zu tun haben mochte. Er stellte sich nicht damit vor, wenn er jemanden kennen lernte, außer man fragte ihn explizit danach und er fühlte sich jedes bescheidene Mal nur begrenzt angesprochen, aber es war sein fucking Vorname. Der letzte Mensch, der ihn regelmäßig verwendet hatte, war sein Vater gewesen und genau an diesem Aspekt, hing vermutlich der andere Mann gedanklich, der kurz in seiner Akte blätterte und das Blatt mit persönlichen Daten kritisch musterte. Irgendwo darin würde stehen, dass er der Sohn des Herzog von Luceras war und die Tatsache, dass er ganz offensichtlich nicht den Nachnamen Terrell trug, reichte wohl aus um ihn als Bastard zu brandmarken. Tja. Sein Vater war tot, spielte also nicht mehr wirklich eine Rolle. Seine Stiefmutter würde seine Existenz sicher am liebsten vergessen, außer er war ihr gerade nützlich. Die spielte also auch nicht wirklich eine Rolle, aber da waren seine Schwestern und die waren wichtig. Das Wörtchen halb hatte für Mercy keinerlei Bedeutung, außer vielleicht bei dem Jüngsten, dem Halbbruder zu dem das Verhältnis nicht ganz so eng war, aber wenn man mal ehrlich war und das war er generell eher zu oft als zu selten, hatten sie auch nichts gemeinsam. Anders sah es da bei der Familie mütterlicherseits aus, ebenfalls ein Halbbruder, ebenfalls jünger als er selbst. Familienstand? Mercy zog eine Augenbraue hoch, ein ganz kleines bisschen genervt. Ledig, nannte man das wohl offiziell, auch wenn es in seiner Vergangenheit jemanden gegeben hatte. Nur hatte das wirklich nicht funktioniert und noch heute ließ man ihn mit ihr besser nicht allzu lange in einem Raum allein. Vielleicht gab es sonst Tote, oder sie hatten mal wieder Sex. Kinder? Ein Sohn, von dem er schon immer gewusst hatte aus eben jener verkorksten Beziehung und dann das, was einem bei seinem Lebensstil in der Vergangenheit vielleicht nicht wirklich überraschte. Eine Tochter, von der er erst kürzlich erfahren hatte. Eine Tochter, die er sich nun bemühte kennen zu lernen. Und weiter? Mercy mochte es mal so ausdrücken: bisher hatte sich sonst noch niemand bei ihm mit der Behauptung gemeldet, er wäre noch mal Vater. Mit seinen 41 Jahren war er immerhin auch noch nicht raus aus diesem Spiel, auch wenn Familiengründung nicht unbedingt in sein aktuelles Lebensmodell zu passen schien, die Gefahr zu sterben war zu präsent, beinahe jeden Tag. Als Reiter in einer Staffel, die manchmal nur halb im Spaß Selbstmordkommando genannt wurde, war ja nicht unbedingt gesagt, dass er mal ein alter Mann wurde. Die Vorstellung war für Mercy aber auch selbst eher unvorstellbar, alt sein, eingeschränkt in Stärke und Beweglichkeit, hilfsbedürftig vielleicht sogar. Für den eigenständigen, selbstbewussten Mann war das kein erstrebenswertes Ziel. Dann lieber der Tod, vielleicht ruhmreich. Er hatte eh schon mehr erreicht, als er in seiner Jugend mal erwartet hatte. Verdammt viel mehr. Er war höher gekommen, als in den dreckigen Straßen von Blenanchor, gewagt hatte zu hoffen. Bis auf den Rücken eines Drachen und über die Wolken. Gleichsam hatte er weniger zu Verlieren als Menschen aus intakteren Sozialgefügen, weil die Welt sich auch ohne ihn weiter drehte, die Menschen die ihm am Herzen lagen, ohne ihn Leben, vor allem Überleben konnten. Nicht unbedingt wichtig zu sein war manchmal auch ein Vorteil, als Soldat, als jemand für den der Kampf zählte, manchmal mehr als der Sieg und das ihm das Überleben anderer manchmal wichtiger war, als das eigene, grenzte vielleicht ein bisschen an Wahnsinn, aber es waren schon immer eher Menschen gewesen, mehr als Dinge, für die er lebte.
104 Ingameposts | 09.02.2025, 15:22
Militär Navarre
gespielt von Jella
21 Jahre
Reiter
[…] Und Feuer loderte in allen Kaminen. Die Erfindungen eines Einzelnen ermöglichten ihn warme Bäder und fließendes Wasser. Also gingen sie nicht mehr in den Tempel. Amari sah auf die Menschen des Dorfes und wartete. Aber als der Tempel nach und nach zerfiel, erschien sie dem Erfinder. „Ich habe euch all das gegeben und ihr dankt mir mit Vergessen.“ Die Bewohnerinnen und Bewohner wandten weiterhin ihre Gesichter ab und sich ihren Tagen hin. Der Tempel wurde unbetretbar. Nach mehr als einem Jahrzehnt begannen die Ernten rar zu werden. Die Feuer wurden klein. Die Schutzsiegel waren längst an den Türen zerbrochen. „Sie hat uns verflucht“, schrie ein Bewohner erbost, eine verzweifelt, als auch andere Teile des Dorfes auseinanderfielen. Aber Amari hörte nicht mehr zu, weil sie zuvor nicht gehört worden war.

Ausschnitt aus Sagen der Götter, eine Sammlung

Glaube war für dich schon immer ein Konstrukt, dabei zieht er sich durch deine Familiengeschichte wie das Militär, mit dem ihr so eng verwoben seid. Ein Drymos, der glaubt vielleicht nicht zwangsläufig an die Götter – auch wenn es viele von euch tun – aber er glaubt an die Familienehre. An die Tradition, durch die ihr euch bewegt. Manchmal ist’s ein Hamsterrad, in dem ihr gefangen seid. Du bist in einer Reihe von gestrafften Schultern und Uniformen aufgewachsen. Dein Leben war nie bestimmt vom Wunsch nach Weltfrieden, sondern immer vom Gelingen im Krieg. Gäb’s noch Helden, wenn es keine Kriege mehr gäbe? Hast dir die Frage nie gestellt, weil du es dir nicht vorstellen kannst. In deiner Vorstellung gibt es nur den kleinen Frieden. Warmes frisches Brot, welches ihr auf dem großen Tisch teilt, der Geruch von Marmelade, Tee und das Lachen deiner Familie. Du bist ein Rädchen im System, welches du mit dir trägst. Du glaubst daran. Jeder Schritt, den du gehst, dient auch ein bisschen deinem Land. Deiner Familienbürde genauso wie -ehre. Also ist dir dein Weg klar. Du bereitest dich für eine lebenslange Verpflichtung im Militär vor. Sie steht außer Frage. Die einzige Frage, auf die du erst in Kindheitstagen eine Antwort findest, ist in welchen Quadranten du gehst. Liest vielleicht in diesen Jahren zu viele Geschichten über Helden. Vielleicht wolltest du aber auch immer die Welt von oben sehen. Es spielt keine Rolle, als dir einmal klar ist, dass du zu den Reitern willst, kommt keine andere Möglichkeit mehr in Frage.

Du lernst, du kämpfst, du lernst, du kämpfst. Freizeit ist ein Gut, welches du dir nur geplant, erlaubst. Du willst nicht besser sein, um damit anzugeben, sondern weil du glaubst, dass du’s sein musst. Als beste Version deiner selbst bist du am nützlichsten. Deine Leistung bestimmt zum größten Teil deinen Selbstwert. Deswegen verinnerlichst du jeden Ablauf, jede Regel, alles, was dich vorbereitet und zu einem guten Soldaten machst. Du bist vorbereitet, als du vor dem Viadukt in der Schlange stehst. Du hast alles Wissen deiner Familie in dich aufgesogen, hast mitgenommen, was du konntest, und bist daran gewachsen. (Bist in deiner Jugend erstaunlich hochgewachsen und hast auch deine Statur als weiteres Zeichen dafür gesehen, dass du genau dorthin gehörst.)

Worauf du dich nicht vorbereiten konntest, ist der Fluch, der auf dir liegt dein Scheitern. Du nennst es so, auch wenn’s sicherlich eine Menge Stimmen gibt, die es anders nennen würden. Der Wille der Drache erscheint dir willkürlicher, als selbst eben jener der Götter, den du aus Geschichten kennst. Beim ersten Dreschen bist du der letzte, der aus dem Wald zurückkommst. Und kurz wär‘ dir lieber, du müsstest nicht. Aber dein eiserner Wille verbietet dir aufzugeben. Du wechselst nicht sofort den Quadranten, auch wenn man es dir anbietet. Du fängst nochmal von vorne an. Du glaubst daran, dass du’s beim zweiten Mal schaffen musst, schließlich hast du alles getan, was du tun konntest. Nur die Drachen, die interessiert es nicht. Du wirst wieder nicht gebunden. Und es ist wirklich nur deine Ehre, die dich wieder aus dem Wald treten lässt. Hast dich nie gefragt, was du machst, wenn das passiert. Für dich gab es keinen Plan B, nur Plan A. Aber du kannst nichts sagen, als man dich schließlich zur Infanterie schickt. Als du Schwarz gegen Blau tauschen musst. Es macht etwas mit dir. Nichts Gutes. Du siehst überall nur, woran du gescheitert bist. Glaubst an manchen Tagen andere Menschen würden sagen, die Götter hätten dich verflucht. Doch du glaubst immer noch nicht an sie. Glaubst nur gerade auch nicht mehr an dich. Wie kann man auf dem Papier der perfekte Soldat sein und dennoch nicht gewählt werden? Du hast keine Antwort auf die Frage. Hast nur etliche weitere, seitdem du nicht mehr dort bist, wo du sein willst.

Wer bist du, wenn du nicht das sein kannst, was du sein willst?
Verloren.
(Aber irgendwann findet er dich doch. Dein Drache. Es dauert nur noch ein bisschen.)
22 Ingameposts | 28.05.2026, 16:23
Basgiath War College
gespielt von Jella
22 Jahre
Reiterin
Auf deinem Schreibtisch steht eine verzierte hölzerne Box. Du glaubst die Form deiner Finger im Muster zu erkennen, über das du immer und immer wieder gestrichen hast. Es ist das Einzige, was du aus dem Leben davor behalten hast. Konntest nicht dabei zusehen, wie das Feuer sie dir nimmt. Kannst heute nur schwer dabei zusehen, wie sich die Ballerina aus der Box erhebt, wenn du den Deckel öffnest. Diese Box ist klein, klein genug, dass du sie in den Rucksack gesteckt hast, den du wie alle Kinder der Rebellion über das Viadukt tragen musstest. Du hättest dir als junges Mädchen niemals vorstellen können, dass du die Entscheidung, die keine war, selbst mit Wahl getroffen hättest. Du hättest dich nicht in Schwarz, sondern in rosafarbenem Tüll gesehen. Da ist ein leichtes Zittern in deinen Fingern, als du vorsichtig den Deckel anhebst und dabei zusiehst, wie die Figur sich hebt. Du hast nicht gemerkt, dass du den Atem anhältst, aber dort ist ein Automatismus in der Art und Weise wie du nach der kleinen Kurbel greifst und sie zwei Mal drehst. Musik ertönt. Und irgendwie bist du gleichzeitig zwei Versionen von dir selbst, während dein Blick sich auf die schmale Figur legt.

Yvora Cosgrave. Warst fünf Jahre, als du dich auf dem harten Polster eines viel zu großen Stuhls nach vorne gebeugt hast, um zwischen den großen Gestalten vor dir hindurch zur Bühne sehen zu können. Hast den Atem angehalten, als sich die Ballerina auf der Bühne vom Boden abstieß und in die Lüfte erhob. Du warst dir sicher, du hast in deinem Leben nie mehr etwas so Elegantes gesehen. Dein Blick hing auf jeder Bewegung der Tänzerinnen und Tänzer. In deinem Herz wuchs der Wunsch zu sein wie sie. Damals dachtest du sie wären frei. Damals dachtest du, jemand der so schön und elegant und von dem Publikum bewundert ist, kann nicht gefangen sein. Als du es nach dem Auftritt deiner Mutter sagtest, sah sie nur irritiert auf dich herab. Das sei nicht deine Rolle. Deine Aufgabe sei nicht auf Bühnen zu glänzen, sondern neben ihnen nicht negativ aufzufallen. Aber sie sahen in deinem Interesse eine Möglichkeit deine Energie umzuleiten, also bezahlten sie dir Stunden. Die Lehrerin presste dich in eine Form. Ihr Blick glitt abschätzig über deine zu kurzen Beine. Monierte, wenn du zu viel gegessen hattest. Deine Eltern nannten es eine Freizeitbeschäftigung und deine Lehrerin murmelte etwas von hoffnungslos. Also wurde dein Wunsch stumm, aber er starb nicht. Du hieltst in der Mitte deines Herzens fest, flüstertest ihn erst Jahre später noch einmal deinem besten Freund zu, als ihr auf der Wiese vor seinem Haus in den Himmel seht. Er ist der erste, der an dich glaubt. Er ist der, der deinen nächsten Geburtstag mit der Musikbox vor dir steht. Tränen steigen dir in die Augen und du schluckst die herunter. Du versteckst die Box in deinem Zimmer, sowie du deinen Traum versteckst. Aber er bleibt. Als deine Welt in Flammen aufgeht, ist es die Box, nach der du als erstes greifst. Dein Traum stirbt leise, während der Rest Aretias laut in Trümmer auseinanderbricht. Und trotzdem hältst du dich an dem Holz fest. Nicht am Traum, aber an der Erinnerung.

Yvora Varkaz. In dem Haus, in welches du ziehen musst, hallt Lachen von den Wänden. Es ist warm und du verstehst es nicht. Du verstehst nicht, warum der Blick, der sich auf dich legt, nicht von dem Hass getragen wird, der Ruinen zurückgelassen hat. Hass, der in dem Blick deiner Eltern schwamm, wann immer sie vom Rest des Landes gesprochen haben. Du weißt, dass deine Eltern dich nicht gehasst haben, aber in der Stille eures Hauses warst du eher lästig als erwünscht. Deine Meinung war nicht wichtig, ihre aber schon. Die Erinnerungen – sie brennen auf deiner Haut, wann immer du den Blick senkst, aber die Varkaz‘ tun’s nicht. Sie sehen in dein Gesicht nicht auf die schwarzen Linien. Und irgendwann erkennst du, dass sie versuchen dich zu sehen, anstatt dem, was du nicht sein darfst. Brauchst drei Monate, um das erste Mal mitzulachen, als am Tisch jemand einen Witz machst. Brauchst sechs Monate, um anstatt der Höflichkeitsfloskeln etwas zu sagen, was dir durch den Kopf geht und was du sonst immer zurückgehalten hast. Und trotzdem hältst du den Atem an, nachdem du’s getan hast, weil du Angst hast, dass Stille ausbricht. Tut’s nicht. Du lernst mit ihnen zu reden. Lernst all das, was du beobachtest hast, auch selbst kennen. Irgendwann fühlt’s sich fast an, als wärst du Teil davon und der Traum in deinem Herzen wird ein anderer. Erzählst ihnen von deinem alten Traum und bekommst wieder Ballettstunden. Und du merkst, dass es nie ums Tanzen ging, sondern immer nur darum, dass jemand hinsieht. Dich sieht, anstatt nur an dir vorbei. Ist irgendwann kein falscher Stolz mehr, der deine Schultern durchstreckt, sondern echter. Ist Wärme, die durch deinen Blick wandert, wie es Schälchen beim Essen tun. Alle anderen haben am Tag der Rebellion etwas verloren und du? Du hast etwas gewonnen, was in dein Herz einzieht und von einem Traum spricht, den du nie wusstest, dass du ihn hattest. Du hast vielleicht keine Wahl, wenn’s darum geht, dass du nach deinem 20. Geburtstag über das Viadukt musst. Aber du hast eine Wahl, als sie dich fragen, ob du auch ganz offiziell Teil der Familie sein willst. Du hast eine Wahl, als sie fragen, was dir Spaß macht. Du hast eine Wahl. Und du würdest dich immer wieder für die Varkaz entscheiden.

Deswegen glaubst du, du kannst dich nur gegen dein vorheriges Leben entscheiden. Du kannst nicht beides sein. Und doch bist du’s. Träumerin und Tänzerin und Reiterin. Kind der Rebellion und doch keines. Deine Finger finden den Deckel der hölzernen Box und legen sich genau an die Stelle, an der sie schon etliche Male gelegen haben. Das ist deine Erinnerung. Das bist du. Du lässt die Ballerina verschwinden und spürst ein Hauch von Sehnsucht. Nicht nach dir, sondern nach dem Traum, der weg ist und dem Menschen, der daran geglaubt hat, dass du ihn erreichen könntest.
13 Ingameposts | 23.12.2025, 20:34
Basgiath War College
gespielt von Katja
22 Jahre
Reiter
Lange ist mein Leben ziemlich normal verlaufen. War einfach nur ein Junge, hab mich für viel interessiert, wusste nur noch nicht so richtig wohin mit meinem Leben. Aber das war ein Problem für später. Ist einfach es zusammenzufassen. Bis dann alles anders wurde.


Jetzt finden mich viele seltsam. Ist wohl auch komisch. Der Typ der nicht spricht. Habs seit dem nicht mehr. Vielleicht fehlten mir damals einfach die Worte. Wusste nicht wie ich mein Entsetzen ausdrücken sollte. Wie ich begreifen, verstehen sollte was genau passiert ist. Wie soll man in Worte fassen, dass man gesehen hat, wie die eigenen Eltern sterben. Auf diese Art.

Also hab ich geschwiegen.

Es nicht versucht und seit dem einfach keine Worte mehr gefunden. War einfach am Anfang einfach nicht darüber zu reden. Keine Fragen zu beantworten. Ich weiß um die Gründe der Rebellion. War damals alt genug um genug mitzubekommen, dass meine Eltern Geheimnisse hatten und hab Fragen gestellt. Erst haben sie diese abgewiegelt, wollten mich schützen, aber als ich nicht aufgehört hab, haben sie es mir erklärt. Haben mir ihre Ansichten erklärt, von den Veneni erzählt und mich zu einem gewissen Grad einbezogen.

Dann hab ich gesehen was mit denen passiert ist, die es wussten. War dabei, als es jenen den Tod brachte. Vielleicht wars auch mit die Angst, die mir die Worte nahm. Worte können nichts rückgängig machen. Können keine Toten zurückbringen. Worte geben Wahrheit Form und Wahrheit bringt Schwierigkeiten. Absurd, dass ausgerechnet ich das sag? Wo Wahrheitssagen meine Siegelkraft ist? Vielleicht deswegen auch besonders passend.

Ich kenn die Wahrheit, teil sie aber mit niemanden, der nicht davon weiß. Muss nicht noch wem das Gewicht auf die Schultern legen. Nicht noch jemanden in Gefahr bringen. Nicht zu sprechen, macht es einfacher, ich sag halt einfach nichts.

Hier ein Nicken. Da ein Kopfschütteln.
Ist geblieben.
Ist dabei geblieben.
Jetzt ist es normal. Für mich.

Hab Zettel und Stift. Hab meine Mimik. Hab meine Hände. Meine Tattoos. Mir reichts. Wem’s nicht reicht. Nun. Einen Mittelfinger versteht jeder, oder? Kann mich verständlich machen.
Hier kennen mich die meisten nur so. Haben mich nie Reden gehört. Bin nicht hier um etwas zu beweisen. Bin hier, weil ich es muss. Wollte nie Reiter werden. Aber ich wollte auch nicht sterben. Ich will leben und wenn das der Weg ist, lerne ich eben gut darin zu werden. Also mach ich das beste draus. Hab akzeptiert, dass ich Reiter werde. Werds überleben und mich hier nicht ganz verlieren. Bin immer noch ein Typ mit dem man lachen kann. Hab vielleicht trockenen Humor. Mag Sarkasmus. Aber weiß, bin eigentlich ein liebenswerter Kerl. Jemand der einem die Hand hinhält. Niemand der einem in den Rücken fällt. Vertraue nicht jedem sofort, aber bin niemand der einen sofort fallen lässt, wenns unbequem wird. Wer sich meine Loyalität verdient hat, verliert sie auch nicht so schnell …

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11 Ingameposts | 16.06.2026, 17:52
Basgiath War College
gespielt von Jella
30 Jahre
Reiterin
An deinen Fingern klebt Farbe. In einem anderen Leben wärst du Künstlerin geworden und hättest dich voll und ganz den Leinwänden verschrieben, die sich auch heute in jedem Raum stapeln, den du bewohnst. So lange zumindest bis du sie dem Feuer übergibst, weil kein Platz mehr da ist. Weil du nicht mehr sehen kannst, was du erschaffen hast, wenn es dich zu sehr an deine eigenen Gefühle oder Unzulänglichkeiten erinnert. Was andere in Worten formen, hast du schon immer in der Malerei verarbeitet. An den Tagen, an denen du keine Leinwand zur Hand hattest, musste ein Bleistift auf Papier reichen. Dein Inneres nach außen zu tragen und ihm Form sowie Farbe zu geben, war für dich schon immer die beste Ausflucht. Deswegen teilst du deine Kunst nicht. Du hältst sie nah bei dir, dort wo auch dein Herz klopft. Ein Stück von ihm findet sich in der Farbe, deren Überreste sich so oft noch an deinen Händen finden, wenn du sie nicht loswerden musst. In deinem Berufsalltag ist kein Platz für diese Farbe, selbst wenn sie sich von Schwarz absetzen würde oder gerade weil sie in der Lage dazu wäre. Wann immer du deine Uniform trägst – und das tust du die meiste Zeit deines letzten Lebensjahrzehnts – malst du aus dir ein anderes Bild. Dann bist du Reiterin mit durchgestreckten Schultern und erhobenen Kopf. Dann findest du in deiner Umgebung nicht länger nur das Schöne, sondern Misstrauen, Gefahren, Hinweise. Es ist dein Erbe und doch ist’s das auch nicht. Dein Vater wollte nicht, dass du in seine Fußstapfen trittst und sorgte damit dafür, dass du’s wolltest. Es ihm beweisen, irgendwann nur noch dir selbst, mittlerweile nur noch Malek, indem du jeden weiteren Tag überlebst.

In einem anderen Leben wärst du nicht nur Künstlerin geworden, sondern hättest die Gänge, in denen deine Mutter aufgewachsen ist, vielleicht deine eigenen genannt. Aber du standest immer einen Schritt davon weg – von der Vorstellung einer richtigen Familie. Du weißt, dass niemand darüber das Gesicht verzogen hat, dass du ein uneheliches Kind bist, lediglich darüber dass du ihr uneheliches Kind bist. Sie hatte so viele Möglichkeiten und hat doch keine genutzt. Sagen sie. Und du? Du fragst was aus ihr geworden wäre, hätte es dich nicht gegeben. Du fragst dich, was aus dir geworden wäre, wäre dein Vater ein anderer, unverheirateter, vielleicht adeliger Mann gewesen. Du misstraust der Liebe, seitdem du klein bist, schließlich hast du den Schmerz gesehen, den sie hinterlassen kann. Kennst ihn mittlerweile selbst und hast deine Vorsätze mit einem gebrochenen Herz erneuert. Du willst auf deinen eigenen zwei Füßen stehen. Du willst –

und kannst doch heute nicht mehr genau sagen, was genau. Das Schwarz ist’s nicht, auch wenn du deinen Beruf mit derselben Sorgfalt ausführst, mit dem du ihn ergriffen hast. Es ist nicht deine Bestimmung, glaubst du. Aber welche es ist, hast du noch nicht gefunden. Du hast Zeit, sagt dein Drache. Und vielleicht ist’s auch nicht ganz so leicht, herauszufinden, was man will, wenn man einen Weg bereits zu weit gegangen ist. Du weißt du kannst dem Reitersein nicht den Rücken kehren, aber du weißt auch, es ist nicht alles. Nicht alles, was du brauchst. Nicht alles, was du willst. Die Magie hat’s dir noch deutlicher gemacht. Die Astralebene ist mehr nur als ein Ort, den du für deine Arbeit nutzen kannst. Sie ist mehr, an den Stellen wo du dich weniger fühlst. Sie ist die Zuflucht, die du in der Kunst findest, aber auch anders. Drohst dieser Tage oft dich in ihr zu verlieren, weil du dich abseits der Blicke dort wohler fühlst. Dabei ist verschwinden schon seit Jugendtagen nicht mehr das, was du willst. Was dann? Haderst immer und immer wieder mit den Fragen, wenn du in Farben eintauchst. In die der Astralebene, deren Schönheit und Besonderheit du bisher nie ganz richtig festhalten konntest, und in die, mit denen du versucht Gefühlen eine Form zu geben. Dir fällt’s immer noch leichter zu wissen, was du nicht willst. Aber vielleicht findest du auch noch heraus, was du willst.
11 Ingameposts | 11.11.2025, 20:39
Militär Navarre

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