Dev: Codex of Flame and Fury
codex of flame and fury
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Charakterliste
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gespielt von Jella
32 Jahre
Reiter
01. Oktober 633
Wer bin ich? Wer bin ich? Ich weiß es nicht. Die längste Zeit meines Lebens war ich Fyon Eadhan, großer Bruder von drei kleinen Geschwistern. Bin immer noch der Größte, wenn’s um Körpergröße geht. Aber nicht mehr, wenn’s darum geht, was ich ihnen bedeute. Heute bin ich großer Bruder von zweien. Zwei, nicht drei. Und ich glaube ich bin auch keine Bezugsperson mehr. Nicht wie früher. Früher habe ich den großen leeren Schatten meines Vaters gesehen und habe mich gestreckt, um ihn zu füllen. Ich habe meine Arme ausgebreitet und aufgefangen, was ich auffangen konnte. Ich war Kind und war Erwachsener. Ich war Kind und war’s für sie doch nicht. War der, der immer da sein wollte und irgendwann doch ins College musste. Aber damals habe ich noch geglaubt, ich würde das Richtige tun. Ich würde nicht nur den Schatten, sondern auch die anderen Leerstellen für sie füllen. Wollte Vorbild sein. Und wollte, dass sie sich entscheiden können, als ich die dunklen grünen Sachen nach meinem Weg übers Viadukt gegen Reiterschwarz getauscht habe. Das war keine Momententscheidung – war nie der Typ dafür, wenn’s um Wichtige ging. Im Kleinen tu’s ich manchmal noch heute: da verlass ich mich auf mein Bauchgefühl. Da lass ich mich leiten, wenn’s nichts zerstören kann. Aber wenn es um das Große geht. Um die richtig wichtigen Entscheidungen, dann verlass ich mich auf meinen Denkapparat. War damals aber keiner von denen, von denen man sich Großes erhofft hat, wenn ich ehrlich bin. Es hat sich mehr angefühlt, als würd’s mir in den Schoß fallen. Der schwarze Drache, das Heilmachen. Das Besonderssein, von dem ich eigentlich immer noch denke, ich bin’s nicht. Nicht besonders herausragend. Ich bin an meinen Aufgaben gewachsen. An dem, was die Magie aus mir gemacht hat. Und ich hab‘ mich darauf stoßen lassen, von der Präsenz in meinen Gedanken, dass die Siegelkraft schon irgendwie passt.

Früher wollte ich immer alles reparieren. Dinge wie das liebste Spielzeug meiner kleinen Schwester, aber auch schwere Herzen, wenn mein Vater wieder gegangen ist. Wollte es leichter machen, anstatt schwerer. Ich glaube das will ich immer noch. Aber an manchen Tagen fühle ich mich heute selbst so schwer, dass ich nichts mehr nehmen oder geben kann. Heute kann ich mich selbst nicht reparieren. Fällt mir leichter heute Fremden zu helfen, meiner Aufgabe in meiner Staffel nachzugehen, als mich den deutlichen Spuren der letzten Jahre in meiner Familie zu stellen. Dort sind die Erinnerungen lauter. Und die Schuldgefühle. Fühl mich schlecht, wenn ich erst auf den vierten Brief antworte. Fühl mich schlecht, wenn ich ihnen nicht geben kann, was sie von mir wollen. Ich bin nicht mehr Fyon, der gute Freund. Bin für viele nur noch Fyon, der nie zurückschreibt. Nicht am Stützpunkt, weil das mein Alltag ist. Weil ich in den Strukturen bin, was ich sein muss. Ich bin ein Reiter, der weitermacht. Es gibt keine andere Möglichkeit. Also grinse ich, scherze manchmal, rede nicht drüber und fühl’s doch. Irgendjemand hat gesagt, es wird leichter. Find’s nur leichter mich davon abzulenken, nicht damit umzugehen. Wär vielleicht wirklich leichter, wenn meine Magie auch an mir selbst funktionieren würde. Tut sie nicht. Würde sich sicherlich auch anfühlen wie Verrat. Wer bin ich? Ich bin immer noch Fyon Eadhan. Aber ich bin’s auch nicht mehr. Nicht mehr die Version, die ich war, bevor sie gestorben ist.

Fyon Eadhan. Reiter. Heilmacher. Großer Bruder. Irgendwann werde ich alles davon wieder besser sein. Irgendwann weiß ich wieder, wie ich letzteres sein kann. Bis dahin bin ich die Worte auf dem Papier und erinnere mich daran, wie an so viel anderes.
34 Ingameposts | 22.06.2025, 12:46
Militär Navarre
gespielt von Lena
34 Jahre
Reiter
Wenn nicht gerade ein freches Grinsen auf den Lippen, dann aber zumindest ein amüsiertes Funkeln im Blick. Auch wenn Elior sich im beruflichen Kontext nahezu ausnahmslos professionell zeigt, ist er insgeheim doch eine Frohnatur und gern zu Scherzen aufgelegt. Das Leben ist schließlich viel zu kurz, um Trübsal zu blasen, oder nicht? Nun, Elior kann auch beides - Freude verspüren und in ruhigen Momenten in sich kehren.

Nachdem seine Verlobte vor vier Jahren bei einem Unfall verstab und er mit ihr auch das gemeinsame, ungeborene Kind verlor, hat Elior ein Stück seines Strahlens eingebüßt. Die Trauer liegt ihm nach wie vor wie ein Schatten im Blick, beeinträchtigt ihn aber zumindest im beruflichen Umfeld nicht mehr. Privat jedoch zeigt er sich noch sprunghafter und unverbindlicher im Hinblick auf seine Liebschaften, lässt auch seine Freunde und Familie nicht mehr vollumfänglich an seinen Gedanken teilhaben. In gewisser Hinsicht gibt er sich die Schuld für den Tod seiner Verlobten, schlicht weil er nicht vor Ort gewesen ist, um ihr zur Seite zu eilen - das trägt er sich selbst nach. Seinen Kameraden würde er diese Gedanken sofort aus dem Kopf schlagen, aber bei sich selbst? Er geht mich sich selbst hart ins Gericht.
Seine eigenen Emotionen überfordern ihn oftmals, weshalb er die Gewohnheit hat solcherlei Gefühle und damit verbundene Gedanken gern zur Seite zu schieben. Im Training oder bei der nächsten Joggingrunde den Kopf frei zu bekommen. Bloß nicht über das sprechen, was ihm im Kopf umher geht. Das macht einsam, wenn er ehrlich zu sich wäre, weil er sich kaum jemandem wirklich anvertraut. Und Einsamkeit ist etwas, mit dem er nicht besonders gut umgehen kann. Das merkt man ihm nicht an, dem lebensfrohen und humorvollen Kerl, der lockere Scherze wie ein Schutzschild vor sich trägt.

Aktuell priorisiert Elior seine Karriere Ambitionen vor einem privaten Glück. Fokussiert sich auf seine Arbeit, die Strategie und seine Fähigkeiten, was ihn ein bisschen distanziert wirken lassen könnte - gerade wenn er im Fokus-Modus ist neigt er dazu abweisend zu reagieren.
Elior begegnet Fremden mit Höflichkeit, aber auch einer gesunden Portion Vorsicht. Nicht in sofern, dass man ihm Angst unterstellen könnte, auf keinen Fall. Sein Auftreten zeugt von Selbstbewusstsein und einer gewissen Dominanz, die er auch durchaus einsetzt, um sein Gegenüber aus der Reserve zu locken. Eine Reaktion auf sein Auftreten sagt ihm schon das ein oder andere über den Charakter. Er ist sich selbst bewusst, weiß um seine Fehler und Makel genauso wie seine Stärken und Fertigkeiten. Es kratzt nicht an seinem Ego, wenn er anderen den Vortritt lässt, weil sie in gewissen Aufgabenbereichen und Fähigkeiten schlicht besser geeignet sind als er - schließlich ist es im beruflichen Kontext wichtig die richtige Entscheidung für ein bestmögliches Ergebnis zu treffen.

Wusstest du, dass Elior…
  • bisexuell ist? Wobei er sich schon eher mit Frauen aufhält, da er jeden Mann an seinem besten Freund misst (und diese jedes Mal verlieren)
  • mit Anfang 20 noch eine Halbschwester bekommen hat? Virginia ist nur zwei Jahre jünger als er, trat aber erst viel später in sein Leben. Elior versucht die Zeit gut zu machen und meldet sich regelmäßig bei ihr - vielleicht sogar öfters als bei seiner eigenen Mutter, aber psst!
  • Seine Loyalität nicht bei der Krone, sondern gegenüber der Herzogsfamilie Anderoth (Morraine) liegt? Da diese aber auch eng mit der Krone verwoben sind, passt seine Ausrichtung dennoch.
  • Keine Erdbeeren mehr mag? Erinnert ihn zu sehr an seine verstorbene Verlobte.
  • Von engen Freunden auch Lio genannt wird?
  • An freien Tagen gern mit einem Buch in der Natur sitzt und die Stille sucht? Alternativ sitzt er auch gern auf Dächern und beobachtet die Umgebung und Menschen.
18 Ingameposts | 02.02.2026, 16:22
Militär Navarre
gespielt von Lini
36 Jahre
Sonstige
Dein Leben war nie dazu bestimmt den Weg als Reiter einzuschlagen oder wahrscheinlich eher um diesen Weg zu überleben. Doch für dich war es schon früh klar, dass du diesen Weg gehen willst, um andere zu beschützen. Vor allem, nachdem du schon dein ganzes Leben mitbekommen hast, wie Menschen in deinem Umfeld bei Überfällen getötet werden. Einfach so. Als waren die Leben komplett irrelevant und nicht existent. Also hast du dich dazu entschlossen Menschen beschützen zu wollen und am besten konntest du dies auf dem Rücken eines Drachen - zumindest nach deiner Auffassung. Deine Familie war nicht begeistert von deinem Plan. Sie versuchten dich zu überreden dich einem anderen Quadranten anzuschließen. Immer und immer wieder hörtest du, dass du den Reiterquadranten nicht überleben würdest. Vielleicht hatten sie recht, aber du wolltest es versuchen. Also hast du angefangen dich vorzubereiten. Deine Familie konnte dir dabei nicht helfen, wurde doch nie einer aus diesen Reihen zum Reiter. Du wärst der Erste - solltest du es schaffen. Also hattest du dich mehr als nur bemüht und angestrengt. Alles was du hattest, hast du rein gesteckt, um dich vorzubereiten. Wahrscheinlich warst du dennoch weit hinter den Kadetten die von ihren Familien darauf vorbereitet worden waren. Trotzdem hast du den Weg zum Basgiath War College angetreten und trotzdem hast du dich dem Reiterquadranten angeschlossen. Der Viadukt war noch dein geringstes Problem, weil du Gleichgewicht viel trainiert hattest - so gut es eben ging in deinem Heimatdorf und deinen begrenzten Mitteln. Der Gaunlet hatte dir mehr zu schaffen gemacht und du warst lange Zeit hinter den anderen Kadetten von den Leistungen. Dennoch hattest du weiter gekämpft und auch den Gauntlet schließlich überwunden, ebenso wie deine erste Präsentation und das erste Dreschen. Aber kein Drache hatte dich in deinem ersten Jahr gebunden. Also musstest du es erneut versuchen im zweiten Jahr. Ob du Angst hattest, als ein imposanter, gigantischer und furchteinflößender roter Skorpionschwanz direkt vor einen anderen Kadetten verbrannte? Ziemlich. Ob du weiter gemacht hattest? Sowas von! Beim zweiten Dreschen wurdest du schließlich von eben jenem roten Skorpionschwanz gebunden, der sich dir als Smash vorstellte. Mühsam konntest du auf seinen Rücken klettern und dich in den Sitz begeben ehe er abhob. Das war wohl mitunter das unbeschreiblichste Gefühl überhaupt für dich. Es war wohl Smash zu verdanken, dass er dich im Sitz hielt und du nicht direkt den Tod bei deinem ersten Flug fandest und ihr schlussendlich am Flugfeld gelandet seid. Man sollte meinen, dass die Gefahren mit einem Drachen weniger werden sollten. Allerdings fanden andere ungebundene Kadetten, dass du Smash nicht verdient hattest und man hatte versucht dich zu töten. Smash warnte dich und einer der Kadetten war der Erste den du getötet hattest. Den anderen hattest du schwer verwundet, ehe der Dritte sich verzog. Deine Verletzungen waren zwar auch nicht ohne, aber die Heilkundigen bekamen dich wieder hin. Das Band zwischen Smash und dir wurde stärker mit jedem Moment den ihr zusammen überstanden hattet. Jeder Kampf hatte euch näher zusammen geschweißt und ihr wurdet zu einem eingeschworenen Team. Ein gefährliches Duo welches es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die navarrische Bevölkerung vor allem zu beschützen - wobei Smash‘ Gründe wohl eher hauptsächlich darauf lagen die Drachen und das Vale zu schützen, während die Menschen eher an zweiter Stelle standen. Außer vielleicht sein Reiter, den er nicht nur einmal beschützt hatte.

Dann kam der 27. August des Jahres 633 n.V. und der Angriff der Veneni und Wyvern, was das Leben von Kastiel wurde komplett über den Haufen geworfen hatte. Unfreiwillig wurde er Teil eines Staatsgeheimnisses und es glich wohl eher einem Wunder, dass er und - bis auf zwei arme Seelen die Malek übergeben wurden - seine Staffel lebendig aus dieser Sache herauskamen. Doch damit war das Grauen nicht vorbei und die Staffel musste eine folgenschwere Entscheidung treffen, als eher durch Zufall ein Gespräch belauscht wurde und man davon ausging, dass sie getötet werden sollten aufgrund dieses Wissens welches sie durch den Angriff erhalten hatten. Sie flogen über die Grenze nach Poromiel und von dort an führte der Weg sie in eine ungewisse Zukunft. Doch für Kastiel gab es auch einen Funken Hoffnung. Hoffnung darauf seine verschwundene Familie zu finden. Seine Schwester, seine Nichte und sein Neffe wurden nach Poromiel verschleppt bei einem Angriff vor rund drei Monaten. Trotz der Tatsache, dass er nun fernab seiner Heimat in Poromiel, genauer gesagt in Cygnisen nach ihnen suchen kann, gibt ihm ein Stück davon zurück, was er in den letzten sieben Wochen zu verloren geglaubt hatte. Immer an seiner Seite sein Drache Smash, der ihn seit der Bindung immer begleitet hatte und es auch weiterhin würde. Egal wohin der Weg sie noch führen würde.
15 Ingameposts | 17.04.2025, 14:29
Zivil Poromiel
gespielt von Lena
21 Jahre
Heilkundige
Ein helles Lachen, rosige Wangen und ein Blick voller Neugier und Lebensfreude – so oder so ähnlich könnte der erste Eindruck ausfallen. Emeline, die von den meisten aber schlicht Emmy genannt wird und sich auch so vorstellt, ist eher so Typ Sonnenschein. Das liegt in ihrer Natur, da muss sie sich gar nicht groß anstrengen. Scheint stets gut gelaunt, würde es ihr auch ohnehin niemals einfallen ihre schlechte Laune nach außen zu tragen und gar an wem anderes auszulassen. Die können da schließlich nichts für. Also, meistens. Unter den Heilenden ist Emmy in ihrem zweiten Jahr bereits in fachlicher Theorie ein Stück voraus, weil sie das Glück hatte bei ihrer Familie Wissen aufzusaugen und sogar vor dem BWC praktische Erfahrungen zu sammeln – allerdings muss sie noch lernen ihr Wissen auch kundzutun und anzuwenden, ohne sich dabei beispielsweise in einer Notfallsituation selbst in Gefahr zu bringen. Ja, genau: Durchsetzen kann sie sich noch nicht so gut und ist mitunter auch ziemlich schüchtern. Gerade Gezeichnete (und Drachen) bringen sie oftmals noch aus dem Tritt, das nervt sie sogar selbst. Ganz sicher will sie keine Last für ihre Staffel darstellen! Schließlich ist es ihr immerzu daran gelegen, dass sich Personen in ihrer Gegenwart wohl fühlen und nicht gar genervt von ihr sind.

⊹ I had a bad habit of missing lovers past


Wenn Emmy nicht gerade auf der Krankenstation arbeitet oder im Lernen versinkt hält sie sich gern in der Natur auf oder macht es sich mit einem Buch gemütlich. Sie ist eine kleine Tagträumerin, versinkt nicht nur in Geschichten, sondern auch in ihren eigenen Gedanken. Kleine was wäre wenn Szenarien, die nicht selten etwas mit hübschen Männern zu tun haben. Wer kann es ihr verübeln, der Anblick trainierender Reiter lässt ihr Herz ebenso schnell schlagen wie jede Cardio Einheit. Kann hormonell vermutlich auch gar nichts dafür, dass sie immerzu errötet und nervös wird, wann immer jemand in der Nähe ist den sie mag. Vielleicht ist sie leicht zu beeindrucken, eine kleine Romantikerin, die in ihrem Kopf aus einem netten Gespräch, dem Lächeln, direkt eine große Liebesgeschichte strickt.

⊹ You had to make your own sunshine, but now the sky is opalite


Emmy mag keine auffällige Person sein, sie ist aber gewiss aufmerksam. Ist gut darin den Raum zu lesen, weiß wann sie sich aus dem Staub machen sollte und wann helfende Worte angebracht wären. Generell fühlt sie sich dann wohl, wenn es ihrem Umfeld gut geht. Stellt das eigene Wohl gern mal zurück, kümmert sich erst um andere. Heilerin durch und durch könnte man sagen, ist auch ihre Berufung, da ist sie sich sicher.

⊹ This is just a temporary speed bump, failure brings you freedom and I can bring you love


Manchmal kommt da die Frage in Emmy auf, ob sie nicht zu langweilig ist. Vergleicht sich mit anderen, die mutiger und lauter sind, mehr Platz einnehmen, augenscheinlich mehr Ecken und Kanten haben als sie selbst. Manchmal wäre sie gern mutiger. Würde auch gern Abenteuer entdecken, einfach weil es sich bei anderen so spannend anhört. Sie sich vorstellt, wie lebendig man sich wohl fühlt, wenn man sich von den eigenen Ängsten nicht einschränken lässt. Emmy kann da nicht mitreden, stellt wohl eher das brave Vorzeigemädchen dar. Ihre Eltern wohl eher darüber besorgt, wie sehr sie manchmal mit dem Kopf in den Wolken ist und nicht ob sie pünktlich wieder zuhause ist – denn das ist sie ganz gewiss.
4 Ingameposts | 28.04.2026, 12:41
Basgiath War College
gespielt von Keks
31 Jahre
Infanteristin
Leise, fast schon geräuschlos, glitt der kleine Papierflieger von der erhöhten Position hinab. Die Flugbahn genau kalkuliert, die Richtung des Windes natürlich mit bedacht, damit er sein Ziel sicher finden würde. Er fand sein Ziel, stupste gegen die braunen Haare des jungen Mannes, der ein wenig tiefer stand als sie.
‘Hab dich’ würde er in dem kleinen Flieger geschrieben finden und natürlich würde sein Blick hinaufwandern, in die Krone des Baumes in den Naya geklettert war um sich vor Zeke zu verstecken. Kleine Papierflieger mit Botschaften hatte sie ihm schließlich immer schon gerne geschickt.


Prinzessin Azenaya Thalor ist ihr offizieller Titel und gemeinsam mit ihrem Zwillingsbruder bildet sie das Geschwistergespann, welches kaum noch weiter vom Thron entfernt sein könnte. Daran, dass sie eine Prinzessin ist, ändern dieser Umstand dennoch sehr wenig. Genauso wenig, dass Naya unfassbar privilegiert aufgewachsen ist und sich dessen mittlerweile auch mehr als nur bewusst ist.
Als Kind war es für sie absolut selbstverständlich, dass es keinen Wunsch gab, den man ihr abschlagen konnte. Prinzessin des Reiches und Daddy’s Prinzessin. Prinzessin auf zwei Arten. Gefühlt wie eine von vielen hat sich Naya oft und gleichzeitig doch nie. Eine glückliche und unbeschwerte Kindheit wurde ihr geschenkt. Hunger, Armut und Sorgen waren Dinge, die Naya in ihrem jungen Leben nicht kennenlernen musste.
Wohl dafür aber Dinge wie stundenlanges Benimmtraining, Tanzunterricht und Konversationsübungen. Dabei war und ist Naya keine Prinzessin, wie die Menschen es sich auf eine romantisierte, verträumte Weise vorstellen. Ein Leben am Hofe, gefangen in einem Kleid aus Rüschen, einem Korsett, das einem die Luft zum atmen raubt. Es war nie der große Traum, den die junge Dame geträumt hat. Prinzessin sein. Das war nie ihr Traum. Das war ihre Welt. Aber sie wollte mehr als Rüschen, hohe Schuhe und sich von potentiellen Heiratskandidaten über die Tanzfläche führen zu lassen.
Ein Leben in dem sie über jeden einzelnen Schritt selbst bestimmen kann, war etwas wovon Naya nie wirklich zu träumen wagte, weil sie wusste, dass es nie in Erfüllung gehen würde. Weil es für eine Prinzessin eben doch Regeln gibt, egal wie sehr die Menschen auch glauben, dass dem nicht so wäre.
Militärisches Training sollte nicht das sein, was eine Prinzessin erlernt. Ihr Platz wäre bei den Schriftgelehrten gewesen, vielleicht noch bei den Heilern, wenn es nach ihrem Vater gegangen wäre.
Doch Naya wollte mehr. Zur Infanterie, weil der Weg des Reiters ihr als Prinzessin immer verwehrt gewesen wäre. Gemeinsam mit ihrem Bruder Zeke wollte sie mehr als Tanzen und hinter hervorgehaltener Hand standesgemäß lachen und kichern.
Naya wollte keine dumme Gans sein, sie wollte mehr sein. Talente brachte sie viele mit. Genügend um Reiterin zu werden, niemand hätte es in Frage gestellt, dass sie eine hervorragende Reiterin geworden wäre. Am allerwenigsten sie selbst.
Doch sie mochte rebelliert haben, als sie ihren Vater immer wieder anbettelte, dass auch sie richtiges militärisches Training will. So weit zu rebellieren, dass sie sich doch dem Reiterquadranten anschloss hat sie sich dann doch nicht gewagt.
Anders als ihr Zwillingsbruder, von dem sie immer geglaubt hatte, dass sie niemals irgendetwas würde trennen können. Es fühlte sich für Naya fast wie Verrat an, dass er ohne sie gegangen ist. Als hätte Zeke sie zurückgelassen, obwohl auch er wusste, dass sie die bessere Wahl für die Drachen gewesen wäre.
Ambitioniert, talentiert und fähig ist die Brünette in jedem Fall. Nicht dazu geschaffen in einem rüschenbesetzten Kleid geführt zu werden. ‘Nur’ Infanterie ist das was die meisten denken, wenn sie über ihre Position spricht. Für Naya war und ist es nie ‘nur’ gewesen. Es ist der Traum den sie hatte, gemeinsam mit ihrem Bruder. Den sie nun alleine lebt und träumt, während ihr Bruder ihren Traum lebt.
Sie ist fröhlich, sie ist traurig. Sie ist mutig. Sie ist ängstlich. Vor allem ist Naya immer noch zerrissen. Sie spürt, dass sich ihr Bruder weiter und weiter von ihr entfernt und es fühlt sich an, als könnte sie ihn nicht zurückholen. Zeke war immer ihre Sicherheit im Leben.
Denn mit ihm gemeinsam war sie nie eine von Vielen. Ein Abziehbild des Vaters. Eine Prinzessin ohne Thronanspruch. Sie war Naya. Seine Schwester.
Und noch heute, Jahre später, fühlt sie sich ihm immer noch am meisten verbunden und doch so weit von ihm entfernt.
14 Ingameposts | 09.07.2025, 21:43
Militär Navarre
gespielt von Jani
22 Jahre
Reiter
Dein Leben verläuft in Tagen. In guten, schlechten, sehr schlechten, sehr guten. Du zählst sie; nicht laut, nicht leise. Bewusst, unbewusst. Es ist dein innerer Rhythmus geworden. Etwas, was sich am Morgen zwischen deine Gedanken schiebt. Manchmal ist’s nicht mehr als ein Gefühl. Manchmal ist’s eine einzige Zahl in deinem Kopf. Manchmal korrigierst du dich am Abend selbst. Am Anfang dachtest du, es verflüchtigt sich. Dachtest, es würde vergehen. Inzwischen bist du bei über drei Jahren, vier Monaten und dreizehn Tagen des Zählens. Es gibt dir Kontrolle, zumindest redest du es dir ein. Als würde die Zeit etwas reparieren, was unweigerlich in dir kaputt gegangen ist. Als müsstest du etwas festhalten, was andernfalls verschwinden könnte. Wärst du vollkommen ehrlich, dann würdest du es nicht zählen nennen, sondern erinnern. Bereuen. Vermissen. Du hast versucht aufzuhören. Mehr als einmal. Hast dir gesagt, dass es keinen Sinn ergibt; dass du dich nicht an Bruchstücke klammern kannst, die nur in der Vergangenheit existieren. Dass du nicht zurück zu den Momenten kannst, in denen du glücklich gewesen bist. In denen sich dein Leben leicht angefühlt hat. Wenn du’s tust, merkst du, dass diese Version von dir nicht mehr existiert. Du hast dich verändert. Dein Verlust hat’s getan. Und vielleicht stimmt’s, vielleicht hast du dadurch auch etwas über dich selbst gelernt. Dir fällt's nur schwer, es zu sehen. Siehst die Fehler, die du gemacht hast. Und weißt doch nicht, ob du dir selbst vergeben kannst. Hast gelernt, dich nicht nur deinen Problemen sondern auch deinen Gefühlen zu stellen. Und spürst doch manchmal noch den Drang, wegzulaufen. Bist geworden, worauf du ihr hingearbeitet habt: Reiter. Und als du vom Viadukt in die Zitadelle gesprungen bist, hast du dich gefragt, ob er stolz auf dich wäre. Oder ob er’s in Anbetracht deiner Entscheidungen nicht mehr sein könnte. Ob’s überhaupt einen Unterschied macht. Oder ob’s dir nicht um die gehen sollte, die leben. Um deine Mutter, deren Schicksal es nicht ist, auch noch ihren Sohn betrauern zu müssen. Um deinen besten Freund, der keine Sekunde später seinen Arm um deine Schultern legt. Um sie, deren Meinung dir vielleicht noch immer am Wichtigsten wäre.

Du bist kein Schauspieler. Wenn dich etwas beschäftigt, dann sieht man’s in deinem Blick. Den Kopf wertend zur Seite geneigt, die Augenbraue gehoben, der Mundwinkel am Zucken. Manche behaupten, es sei ein schmaler Grad zwischen Liebe und Hass, aber bei dir ist’s eindeutig: wenn du umgeben von Leuten bist, denen du vertraust, sind deine Züge weich. Das Braun deiner Augen warm. Dein Lachen laut. Vielleicht wirkt’s auf Fremde anders. Vielleicht sehen sie zuerst die Spannung in deiner Haltung. Hören deine knappen Antworten, wenn dich nicht interessiert, worum’s geht. Du nimmst nicht viel Rücksicht; versuchst anderen nicht das Gefühl zu geben, sie wären willkommen, wenn sie’s nicht sind. Und zu einem gewissen Teil ist’s das, was du willst: die Distanz, die automatisch daraus resultiert. Die Distanz, die dich in den letzten Monaten vor noch mehr Leid beschützt hat. Manchmal fällst du zurück in die Leere. Weißt, was du eigentlich fühlen solltest; Freude, Wut, Trauer. Stattdessen findest du nichts. Und du fragst dich, ob’s ein Scherz der Götter ist, dass du’s dir einmal gewünscht hast und sie’s dir gewährt haben.
18 Ingameposts | 28.06.2026, 22:17
Basgiath War College
gespielt von Jella
21 Jahre
Schriftgelehrte
heldenreise
[ˈhɛldn̩ˌʀaɪ̯zə] Substantiv
Erzählstruktur verschiedener literarischer Genres, bei welcher der Protagonist in ein Abenteuer zieht, sich gegen Gegner und Gefahren behauptet und innerlich verändert an den Ursprungsort zurückkehrt

i. Die bekannte Welt

Ein leeres Stück Pergament – es ist gleichzeitig aufregend und beängstigend. Noch ist nichts geschrieben und du kannst entscheiden, wo es hingeht. Aber was, wenn du dich für die falsche Richtung entscheidest?
Dann streichst du’s durch und fängst von vorne an.

Andere sagen ein Buch aufzuschlagen, einer leeren Seite zu begegnen ist wie zu einer ersten Verabredung zu gehen. Aufregend, weil du nicht weißt, was dich erwartet. Weil die Geschichte, die du liest oder schreibst, dich magisch in eine andere Welt ziehen kann – oder wie eine schlechte Verabredung enttäuscht. Du findest es ist ein bisschen wie in den Tag hineinzuleben. Jeder Tag ist eine neue Seite, die du füllen kannst. Jedes unbeschriebene Stück Pergament eine Möglichkeit etwas Neues zu erfinden.

Eine leere Seite liegt vor dir und du verspürst das erste Mal in deinen Kindheitstagen das Bedürfnis sie zu befüllen. Du siehst lange nur das Potenzial, spürst keine Sorge. Der Perfektionismus kommt erst später. Als junges Mädchen schreibst du einfach. Gedichte, Kurzgeschichten, Tagebucheinträge. Du versuchst in Worten festzuhalten, was du fühlst, was du siehst, was du erlebst. Es dauert Jahre, bis du realisierst, dass du auch etwas anderes willst. Du willst Geschichten erzählen. Und weil du von Liebe umgeben aufgewachsen bist, wird Liebe dein Thema. Dir geht’s um eine Welt, in der man sich nicht einsam fühlen muss. Dir geht’s um zwischenmenschliche Beziehungen. Dir geht’s um Träume, die sich in deinem kindlich romantisch verklärten Herzen festigen und dich bis heute nicht ganz loslassen. Du träumst nicht von Heldengeschichten, aber von Menschen, die über sich hinauswachsen. Während andere davon träumen auf Drachen den Himmel zu erklimmen, träumst du auf Seiten. Es wundert niemanden, dass du zu den Schriftgelehrten gehst. Es wird niemanden wundern, wenn du nach deinem Wehrdienst in eine andere Normalität zurückkehrst. In Geschichten bringt Krieg Menschen oft zusammen, aber in der Realität wirkt’s auf dich, als treibt er sie auseinander. Dein Herz bejaht. So oder so: du bist dir sicher, Krieg verändert Menschen, ebenso wie’s Geschichten tun.

Du magst Struktur, du magst Sicherheit. Deswegen wäre es einfach dem Weg deines Nachnamens zu folgen und die familiäre Pferdezucht zu übernehmen. Aber du magst es mehr die Freiheit zu haben, dich auch manchmal gar nicht mit dem beschäftigen zu müssen, was dich umgibt. Du lernst, dass du nicht nur schreiben kannst, was du fühlst, sondern auch das, was du dir vorstellst. Du flüchtest für kurze Zeiten in fiktive Welten – und hoffst, vielleicht auch anderen einen Zufluchtsort geben zu können. Wenn man dich fragt, warum du schreibst, dann sagst du: gegen die Einsamkeit und für die Hoffnung. Für andere, aber auch für dich. Du bist gleichzeitig Ana Arcadi (dein Autorinnen-Pseudonym) und Siana Idraca. In deiner Welt sind sie ein- und dieselbe. In beiden siehst du keine Heldinnen. Du schreibst Charaktereigenschaften von dir in deine Bücher, Erinnerungen, aber nie wirklich dich. Du willst keine KriegsHeldin sein, nur die Hauptperson deines eigenen Lebens. (Manchmal weißt du noch nicht ganz, wie das aussehen soll.) Du willst Geschichten erzählen, aber nicht alle von ihnen auch wirklich erleben.

Ein leeres Stück Pergament – du bindest es an die bereits vollgeschriebenen Seiten und setzt die Feder an.

19 Ingameposts | 28.06.2026, 10:46
Basgiath War College
gespielt von Jani
30 Jahre
Flieger
Du bist dein ganzes Leben davon umgeben gewesen; vom Meer. Hast dich im Hafen herumgetrieben, bist durch die Gassen gewandert und hast dich nicht nur einmal auf eines der Schiffe geschlichen. Bist in der Hektik untergegangen, hast dich in ihr versteckt und bist immer froh darum gewesen, nicht gesehen zu werden. Dieses Gefühl hat sich weitergetragen, bis in die Schule: wo du auf einmal realisiert hast, was dich von den anderen Kindern unterschieden hat. Deine Schulsachen in einem gebrauchten Zustand, die Ärmel deines Pullovers zu kurz für deine Arme. Deine Hose mehr als nur einmal geflickt und genäht, weil sie dir ständig beim Spielen kaputt gegangen ist. Deine Mutter, sie hat es mit einem leisen Seufzen hingenommen, obwohl bereits damals Sorgenfalten auf ihrer Stirn gewesen sind; du bist nur zu jung gewesen, um es zu realisieren. Um es zu deuten. Hast erwachsen(er) werden müssen, um zu verstehen – die Streitereien zuhause, die Trennung deiner Eltern, die Jahre der Armut, die hinter dir und zeitgleich vor dir gelegen haben. Wie ein Kreislauf, der nicht zu durchbrechen war. Wie das Gesetz des Wassers, das der Ebbe und Flut, das immer wiederkehrend ist. Aber du – du hast dir vorgenommen, einen Weg herauszufinden. Ein besseren Leben zu ermöglichen, für dich und deine Familie. Es ist maßgeblich für die Entscheidungen gewesen, die du getroffen hast. Die dich an diesen Punkt in deinem Leben geführt haben; zurück zum Meer. Nicht nach Malkam – deiner Heimatstadt – sondern nach Draithus. Es gibt verschiedene Gründe dafür, sich für ein Leben im aktiven Dienst zu entscheiden, die Freiheiten der Selbstbestimmtheit aufzugeben: deiner ist immer die Sicherheit gewesen, die diese Arbeit dir versprochen hat. Die Tatsache, dass du dich nur an die Regeln zu halten hast, um nicht entlassen zu werden. Und durch die Bindung deines Greifens ist es beinahe unmöglich geworden. Poromiel braucht Flieger. Es braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen. Und das ist vielleicht das Einzige, wovor du dich nie gefürchtet hast – wonach du insgeheim gestrebt hast. Verantwortung. Unterstützung. Hilfe. Willst der Fels in der Brandung für deine Kameraden und Freunde sein. Willst anders sein, als dein leiblicher Vater es ist. Nicht die Augen verschließen vor Wahrheiten. Nicht die Geduld verlieren. Nicht in Hoffnungslosigkeit verfallen. Nicht weglaufen, wenn die Situationen schwer sind. Es fällt dir nicht immer leicht: manchmal bist du nun einmal der Sohn deiner Eltern. Unfähig, auszusprechen, was dich belastet. Abwehrend, bevor du dich selbst zu verletzlich machst. Ablenkend, wenn sich das Thema zu stark in Richtung deiner Vergangenheit bewegt. Schämst dich nicht (mehr) für die Verhältnisse, in denen du aufgewachsen bist, weil du weißt: Geld ist nebensächlich. Auf die Familie kommt’s an. Auf die Menschen, die man in sein Leben lässt. Auf das Vertrauen, das man aufbaut. Aber dir fällts leichter, zu lachen und dich anzupassen, statt im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Willst dich nicht mehr wie damals verstecken, aber brauchst die Augen anderer noch immer nicht auf dir; vielleicht weil’s dich zu sehr daran erinnert, wie es in deiner Schulzeit gewesen ist. Weil du dich automatisch fragst, was sie reden und ob’s mit dir zutun hat. Diese Unsicherheit – du wirst sie vermutlich niemals gänzlich abschütteln können, auch wenn du inzwischen anders bist. Auch wenn du inzwischen weißt, wer du bist.
24 Ingameposts | 03.06.2025, 17:37
Militär Poromiel
gespielt von Jella
23 Jahre
Reiterin
Dein ganzes Leben scheint dir von anderen Händen und Köpfen vorherbestimmt und als dritte Tochter des Herzogs von Luceras wundert es vielleicht auch nicht, dass du zeitweise mehr als Währung gehandelt wurdest anstatt als Mensch, der du eigentlich bist. Mit gerade einmal sieben Jahren wurdest du einem Prinzen versprochen und erwartet, dass du das toll findest. So richtig verstanden warum, hast du in jungen Jahren nicht, sondern nur dein komplettes Leben umkrempeln müssen, um von deinem Zuhause an den königlichen Hof, zu ziehen. Fortan warst du oft auf dich allein gestellt, nicht wirklich natürlich, weil immer irgendjemand auf dich aufgepasst hat, aber emotional gesehen warst du trotzdem irgendwie die Außenseiterin – schließlich war dein Name Esper Cyra Terrell schon Anzeichen genug, dass du noch nicht ganz in die Reihen der Thalors gehörst. Die ersten Jahre hast du dich trotzdem bemüht den Anforderungen gerecht zu werden, geschwiegen, gelächelt, brav genickt und alle Etiketten befolgt, die man dir mit den ersten Worten eingetrichtert hat. So richtig wohlgefühlt hast du dich damit nie, aber du kanntest kein anderes Leben, also wie hättest du auch wissen sollen, dass es auch etwas anderes geben kann?

Dass du in den Reiterquadranten gehen solltest oder vielleicht auch durftest, war der verzweifelte Versuch deiner Mutter, deine Verlobung zu beschleunigen. Aber im Gegensatz zu anderen Versuchen an deinen Strippen zu ziehen, fandest du diesen irgendwie verlockend. Reiterin klang nach mehr als nur die Verlobte eines Prinzen zu sein und das Risiko etwas Neues, was du in deinem Leben bisher nie eingehen durftest. Man konnte sich natürlich nicht sicher sein, dass du überlebst, aber die Tatsache, dass dein Verlobter keine Anzeichen machte dich zeitnah zu heiraten, war deiner Mutter ein solcher Dorn im Auge, dass sie das Risiko deines Todes für eine frühere Hochzeit eingehen wollte. Und du? Du denkst mittlerweile selten an deine potenzielle Hochzeit, sondern konzentrierst dich lieber auf dein letztes Jahr in der Ausbildung. Die Spiele deiner Mutter spielst du nur noch mit, wenn du glaubst, dass darauf ein bisschen Ruhe folgt. Bist im College aber auch unabhängig von all dem zu einer verantwortungsvollen Führungsperson, genau genommen Schwarmführerin geworden und hast deine Defizite aufgearbeitet. Erstaunlicherweise fällt dir das Zuschlagen deutlich weniger schwer, als man es dir im ersten Jahr nachgesagt hat. Mittlerweile glaubt auch niemand mehr, dass du deine adeligen Finger nicht schmutzig machen willst, weil den meisten dein Ehrgeiz aufgefallen ist. Warst ja schon immer irgendwie anpassungsfähig, weil man dir das abverlangt hat. Vielleicht hilft es aber in den letzten Jahren auch, dass dein Drache in regelmäßigen Abstand vorschlägt, deine Mutter zu fressen. Ist schließlich im Notfall immer eine gute Alternative, für die Hinterhand – und würdest du selbstredend nie wirklich durchziehen. Im Grunde ist deine Loyalität deiner Familie gegenüber immer noch stark genug, dass du nicht wirklich mit ihnen brechen würdest. Aber noch musst du das ja auch nicht. Generell ist Loyalität für dich aber auch ein Thema, deine Mitmenschen sind dir wichtig und auch dein Einfluss darauf, was mit ihnen passiert.

Die diplomatischen Bewegungen, die du vom Hof kennst, helfen dir auch in Basgiath weiter, auch wenn die meisten Spielchen doch etwas einfacher zu erkennen und direkter sind, als es in der Politik je sein würde. Dir fiel das Zuhören früher immer leichter als das Mitreden, aber mittlerweile hast du so etwas wie einen Mittelweg gefunden. Die Strenge, mit der du aufgezogen wurdest, findet sich in abgewandelter Form auch in deinem Verhalten wieder, ist aber nicht unfair, weil du weißt, wie ätzend es sein kann, wenn man kein Mitspracherecht hat. Generell gehst du keiner guten Diskussion aus dem Weg, auch nicht auf der Matte, auch wenn dir Worte in den meisten Fällen doch noch lieber sind als Fäuste. Du magst das Gefühl trotzdem, dass du dich wehren kannst und deine Muskeln dich deutlich besser tragen, als es noch vor drei Jahren der Fall war. Stimmt zwar, dass du nicht weißt, ob Zeke dich irgendwann vielleicht doch heiraten will, auch wenn ihr mittlerweile Freunde seid, aber irgendwie spielt es gerade auch gar nicht so eine große Rolle für dich. Gibt Wichtigeres da draußen, als eine Ehe, auch wenn deine Mutter das wohl anders sieht.
28 Ingameposts | 09.02.2025, 15:31
Basgiath War College
gespielt von Jella
21 Jahre
Reiterin
Den Kopf eigentlich schon immer in Büchern oder in den Wolken, flüchtete sich Ivelle Nyra Kinnaird stets gern in fremde Welten, wo die eigene doch teils so düster erschien. Ein gewisser Hang zu Eskapismus ist ihr geblieben, eine Liebe für Bücher ebenfalls, aber ein Teil ihrer Träume hat sich schon vor geraumer Zeit in ihre Realität verlagert. Sie mag ein oder zehn Märchen zu viel gelesen haben, die sie lange ein „und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage“ als erreichbares Ziel ansehen ließen. Diese Romantisierung musste sich aufgrund ein bisschen Enttäuschung verflüchtigen, schließlich kann sie die Überzeugung, dass es nicht das Ende sein kann, wenn’s nicht glücklich ist, anhand unterschiedlicher Erlebnisse ihrer letzten Lebensjahre problemlos widerlegen. An den Glauben, dass Liebe eine magische Kraft inneruht, indes klammert sie sich mit einem dieser eisernen Griffe, welche die Fingerknöchel blasser hervortreten lassen. Schließlich ist es eben diese Liebe, die sie von ihrem lange Jahre gereiften Plan ihren Dienst als Schriftgelehrte zu verbringen, zur Entscheidung bewogen hat, sowie ihre Jugendliebe Reiterin werden zu wollen. Ein Jahr Vorbereitung schien kaum genug, um die eher belesene als sportliche junge Frau über das Viadukt und durch die darauffolgenden Gauntletprüfung zu bringen, aber sie überraschte wohl viele damit, dass sie selbst die Präsentation überlebte und sich schließlich beim Dreschen sogar ein Drache für sie entschied. Aus einem metaphorischen ‚Mit dem Kopf in den Wolken‘ ist also auch eine Tatsächlichkeit geworden. Ihre körperlichen Schwächen haben sich über das erste Jahr verringert, ihre Stärken liegen aber nach wie vor in der Theorie. Belesen ist sie also weiterhin, dass gleich beide Gründe, dass sie Reiterin werden wollte, ebenfalls durch das College wandeln, hat sie jedoch nicht gänzlich bis zum Ende durchdacht.

Den Traum einer lebenslangen Beziehung mit ihrer Jugendliebe, ließ sie die von ihren Eltern – eigentlich Adoptiveltern, aber sie hat sie schon vor langer Zeit als ihre Familie angenommen – angestrebte Verlobung als unmöglich ansehen und durch die Bindung mit einem Drachen auf genügend Eigenständigkeit hoffen, ihr zu entgehen. Dass ihre Jugendliebe die Distanz wahrt, obwohl sie manchmal nur ein paar Schritte trennen – schließlich ist er auch Reiter geworden – lässt sie manchmal an ihrer Rolle der hoffnungslosen Romantikerin zweifeln. Cillian Beolan als potenziellen Ehemann zu sehen, kommt irgendwie trotzdem nicht so recht in Frage. Vielleicht folgerten gerade diese Unsicherheiten ihre Siegelkraft, die ganz eigene Herausforderungen mit sich bringt. Nicht nur, dass Vorausseher selten sind, ihre prophetischen Träume sind auch noch höchst schwierig einzuordnen. Meist sieht Ivelle nur die kleinsten Details einer Szenerie und kann häufig, wenn überhaupt, erst in Momenten, wo sie ihnen tatsächlich begegnet, einordnen, was sie bedeuten. Dabei hilft manchmal jemandem aus ihrer Staffel vielleicht erst mit dem rechten Fuß loszulaufen oder den Schuh neu zu binden oder ein gewisses Essen nicht zu wählen. Es sind Kleinigkeiten, die großen Visionen blieben bisher aus, aber hilfreich kann die ein oder andere sicherlich sein. Für jemanden, der derart viel tagträumt, vielleicht auch eine Form von Ironie des Schicksals, in ihren Träumen nun tatsächlich möglichen Realitäten zu begegnen und noch mehr, dass sich diese Prophezeiungen zuletzt nicht mehr nur auf ihre Träume beschränken.

Ivelle erscheint manch einem sicherlich immer noch etwas zu zart und sanft, aber die letzten Monate und das letzte Jahr haben sie durchaus etwas härter werden lassen. Sie ist mehr so naiv zu glauben, dass alle ihr etwas Gutes wollen, erliegt wohl aber dem IrrGlauben, dass das Gute am Ende stärker sein muss. Hilfsbereitschaft bedeutet ihr viel, Streit eher weniger, aber in Momenten, in denen sie früher geschwiegen hätte, ergreift sie nun auch einmal bestimmt Partei. Nicht nur für andere, sondern auch sich selbst. Mit ein bisschen mehr Schatten innerhalb der Welt und auch in ihrem Charakter hat sie sich arrangiert. List, um des überlisten willen, ist ihr aber immer noch genauso zuwider, wie andere auszunutzen, so hilfreich es sicherlich in ihrem neuen Leben auch manchmal wäre. Ihr Herz indes hat sich etwas mehr verschlossen und Vorsicht ist mit dem ein oder anderen Verrat einhergegangen, aber dem zum Trotz würde sie immer noch lieber weitere Freundschaften schließen, als sich Feinde zu machen. Ivelle wird gerne gemocht und lernt gerade erst, damit umzugehen, wenn Menschen es nicht tun.
50 Ingameposts | 29.01.2025, 18:07
Basgiath War College
gespielt von Mimi
21 Jahre
Reiterin
Fayah Shiobhan Nixon ist ein Einzelkind - zumindest wuchs sie 22 Jahre in diesem Wissen auf. Geboren und aufgewachsen im Küstendorf Penrith wurde sie von einer Schankfrau und einem Fischer erzogen. Dass Calvin nicht ihr leiblicher Vater war wusste Fay - wie man sie meist nennt - schon immer, dennoch war er der Mann, der ihr seit ihrem zweiten Lebensjahr Liebe, Geborgenheit und allerlei Wissen über die Fischerei beibrachte. Daher war sein Verlust, als sein Fischerboot in einen starken Sturm geriet und dabei kenterte enorm schmerzlich für die damals Dreizehnjährige, deren Augen selbst so blau sind wie die See. So hatte Calvin sie immer beschrieben. Er war von ihren Eltern immer der Besonnenere, Ruhigere, während ihre Mum Elaine aufgeweckt, gesellig und fröhlich war. Mit ihr verband sie ein sehr enges Band, und eindeutig hat Fay ihre Sturköpfigkeit von ihrer Mutter geerbt. Oder den Drang zur Gemeinschaftlichkeit und Zusammenhalt, denn nach dem Tod ihres Dads gab es nur noch die beiden Frauen. Ihre Mutter verlor sie bei einem Brand in der Schenke, in der Elaine arbeitete. Ein betrunkener Mann hatte während eines Streits mit einem Anderen eine Laterne unbemerkt umgerissen und dabei die Schenke in Brand gesetzt. Das Feuer hatte sich zu schnell verbreitet und Elaine eingeschlossen. Als wäre das nicht schon tragisch genug geschah genau das zu Beginn von Fays Rookie-Zeit in Basgiath. So wurde also ihre Freude darüber, endlich ihre Mum wieder zu sehen und ihr zu schreiben damit zerstört, dass man ihr ihre Todesnachricht überbrachte. Nicht einmal verabschieden hatte sie sich können, etwas, was sich die Reiterin, die mittlerweile als Junior im 1. Geschwader, Klauenschwarm, 3. Staffel ihre Ausbildung im Basgiath War College absolviert, bis heute nicht verzeiht. Ihre Mum war nie glücklich darüber gewesen, dass ihre Tochter Reiterin werden wollte. Ob es sie an den Mann erinnerte, der ebenfalls Reiter gewesen war und mit dem sie Fay gezeugt hatte? Mehr als das weiß sie selbst nicht über ihren Erzeuger, einen Namen hatte ihre Mutter nie genannt.
In ihrer ist sie jemand, der sich wünscht, dass dort mehr Zusammenhalt herrscht und wird dafür von nicht wenigen Leuten belächelt und nicht ernst genommen.
Ansonsten versucht Fay tapfer, ihre Mutter und ihren Vater stolz zu machen und der Mensch zu bleiben, zu dem sie erzogen wurde. Dass das nicht immer klappt und Fay öfter ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden kann wurmt sie sehr, dennoch will sie sich nicht von dem College zu einer gefühllosen Kampfmaschine ohne Skrupel verbiegen lassen und immerhin das klappt bisher ganz gut! Auch dafür wird sie belächelt und als weich bezeichnet, doch das ist ihr tatsächlich egal. Sie träumt eben davon, dass sie als Reiter etwas bewirken und die Welt sicherer und besser machen können und sie glaubt auch an die große Liebe, die sie aber bisher noch nicht getroffen hat. Allein fühlt sie sich dadurch aber nicht, immerhin hat sie sich an Thara gebunden, die alte Drachendame, die für Fay Mutter, Großmutter und beste Freundin in einem ist. Zumindest, was Strenge angeht. Thara tritt Fay regelmäßig mental in den Arsch, erinnert sie gern daran, dass sie keine Jammertante gebunden hat und bestärkt Fayah darin, ihre Grenzen immer wieder zu erweitern. Gegenseitige Liebe? Naja, vermutlich ist das zu hoch gegriffen, doch Fay liebt Thara, ganz gleich, dass Thara ihre Reiterin manchmal lediglich toleriert, manchmal unheimlich lästig findet und doch mehr und mehr auch eine nette Seite von sich zeigt. Immerhin ist die Grüne nicht das Monster, welche andere ihrer Art durchaus sein können.
20 Ingameposts | 23.03.2025, 14:55
Basgiath War College
gespielt von Lini
40 Jahre
Reiter
Der Weg des Reiters ist der einzig Richtige in dieser Familie für einen Mann. Alles andere wird nicht geduldet. - Schon früh lerntest du, dass du als Mann den Weg des Reiters gehen musst, ohne Wenn und Aber. Zumindest, wenn du in deiner Familie dein Ansehen und Respekt behalten wolltest. Deine ältere Schwester würde in den Heilerquadranten gehen, Menschen helfen. Während du von deinem Großvater und Vater dazu ausgebildet wurdest, eine tödliche Waffe zu sein. Reue, Gnade oder Mitgefühl gab es nicht - das gehörte in ihren Augen in die Welt der Frauen, immerhin waren sie sowieso das schwächere Geschlecht. Das hast du dein Leben lang gelernt und auch selbst verinnerlicht - und das größtenteils bis zum heutigen Tag. Auch wenn du deine Schwester ein Versprechen gegeben hast, auf deine Nichte Acht zu geben, kommst du da nicht immer aus deiner Haut, dass du dein Leben lang gelernt hast, dass Frauen bei den Reitern nichts zu suchen haben.

Du hast in jungen Jahren mitbekommen, dass das Dasein als Reiter auch Schattenseiten mit sich zog. Schattenseiten, die kein Reiter erleben wollte und du hast es hautnah mitbekommen, als der Drache deines Großvaters beschlossen hatte, dass er das Band lösen würde, aufgrund der Tatsache, dass sein Reiter zu alt für den aktiven Dienst war und der Drache noch zu jung, um schon zurück zu treten. Du hast mitbekommen, wie dein Großvater langsam den Verstand verlor und immer schlimmer wurde, was es für dich nicht einfacher machte an der Tradition Reiter zu werden festzuhalten. Hätte es diese nicht gegeben, hättest du den Weg vielleicht auch überdacht und einen anderen gewählt. Aber es gab keinen anderen, nicht für dich. Also bist du am Tag der Einberufung dennoch über den Viadukt gegangen und hast schließlich das Reiterschwarz angelegt. Tatsächlich hast du bei deinem eigenen Dreschen den Drachen deines Großvaters gesehen, wärst du lebensmüde genug gewesen, hättest du ihn wohl auch angesprochen - aber du wusstest, dass das am Ende eh nichts geändert hätte. Es hätte nicht ungeschehen gemacht, dass dein Großvater verrückt geworden ist.

Zu deiner Enttäuschung hat dich kein Drache direkt gewählt beim Dreschen, sodass die Wut über dieses Versagen dafür sorgte, dass du mehrere frisch gebundene Rookies getötet hast. Nicht einmal zwingend mit der Hoffnung, dass dich dann doch noch ein Drache binden würde. Offenbar hast du dennoch damit die Aufmerksamkeit eines Drachens bekommen, er zuvor keinen passenden Anwärter gefunden hatte. Somit wurdest du doch noch gebunden, von einem orangenen Drachen, der dein Temperament wiederspiegelt. Nicht unbedingt die beste Kombination, würde wohl so manch einer behaupten. Schon bevor du nach Basgiath gegangen bist und deine Siegelkraft nach der Bindung deines Drachen manifestiert hast, hattest du eine extreme Faszination für Feuer. Hast nicht selten eines zu Hause - nicht im Haus, sondern draußen - gelegt, um es zu beobachten. Hin und wieder, hast du dir dabei auch Verletzungen zugezogen, sodass du ein paar Brandnarben an deinen Händen und Unterarmen hast. Das hat sich nach dem Manifestieren deiner Siegelkraft noch vermehrt, da du Feuer nun kontrollieren und beschwören kannst.
13 Ingameposts | 15.09.2025, 15:34
Militär Navarre
gespielt von Lini
29 Jahre
Flieger
Wenn man dich so betrachtet und auch deine Art, hätte man wohl nie geglaubt, dass du aus einer Militärfamilie stammst und, dass dein Weg dich ebenfalls ins Militär führt. Du bist das jüngste von drei Kindern in der Familie und hast noch zwei ältere Schwestern. Du diskutierst gerne und hinterfragst alles, was es nur zu hinterfragen geht. Nicht selten hat diese Art deine Familie schon in den Wahnsinn getrieben. Aber du machst das nicht um sie in den Wahnsinn zu treiben, du willst verstehen, bestenfalls willst du alles verstehen und wissen was es auf dieser Welt gibt. Deine Neugierde und dein Wissensdurst sind schier unendlich und du merkst sehr oft, dass alle anderen in deinem Umfeld schnell an ihre intellektuellen Fähigkeiten kommen, wenn sie sich mit dir unterhalten. Nicht selten beleidigst du andere als dumm, manchmal bewusst, manchmal unbewusst. Du weist, dass du eigentlich derjenige bist, der nicht normal ist, der weit über dem Durchschnitt liegt. Dennoch entzieht es sich oft deinem Verständnis, wieso man die einfachsten Sachen nicht wissen kann. Nur sind sie eben meistens nur für dich einfach und für andere nicht.

Durch deine militärische Vorausbildung zu Hause hattest du es an der Cliffbane Academy zumindest einfacher dich durch den Unterricht zu bewegen. Wieso du dich für den Quintant der Flieger entschieden hast, kannst du wohl auch nicht so direkt beantworten. Vielleicht, weil deine Schwestern beide ebenfalls dort waren und du ihnen gefolgt bist oder, weil du Greifen magst oder oder. Möglichkeiten gibt es viele und du hättest dir zumindest gewünscht, dass deine Gabe nicht durch Berührung funktioniert. Denn Berührungen sind dir meist zu wider, vor allem mit fremden Personen. Bei vertrauten Personen ist es meist eher unangenehm, zumindest, wenn du nicht damit gerechnet hast. Es kommt sogar ganz selten vor, dass du von dir aus Nähe suchst, aber das lässt sich im Jahr wohl an einer Hand abzählen. Es gibt wenige Menschen die dir wichtig sind und darunter fällt wohl auch das Schwadron in dem du seit knapp fünf Jahren zugeteilt bist. Sie sind eine Art Zweitfamilie für dich geworden, auch wenn du dennoch eher immer der Sonderling bist der am Rand steht und beobachtet.

Du warst noch nie besonders redselig oder gesellig gewesen, aber der Tod deiner Partnerin vor gut drei Jahren hat dich verschlossener werden lassen. Manchmal, wenn alles ruhig um dich herum wird und deine Gedanken die Möglichkeit bekommen abzudriften, denkst du noch an den Angriff von vor drei Jahren. An ihren Gesichtsausdruck, der dich nachts noch schlechter schlafen lässt als sowieso schon. Personen die dich nicht gut kennen, werden wohl kaum eine Veränderung in deinem Verhalten wahrnehmen, aber Personen die enger mit dir zu tun haben, merken, dass du weniger redest, dass du dich noch weniger anderen öffnest emotional als vorher. Der Schmerz über ihren Verlust und die Grausamkeit ihres Todes sitzt immer noch tief, vielleicht auch deshalb, weil du seitdem kaum mit jemanden darüber gesprochen hast und einfach weitermachst, irgendwie.
17 Ingameposts | 01.05.2025, 14:21
Militär Poromiel
gespielt von Emma
38 Jahre
Reiter
Kato Rochan flog fast 20 Jahre im navarrianischen Militär, ehe er im August 633 offiziell an der Grenze zu Poromiel (nahe Sumerton) ums Leben kam. So heißt es jedenfalls offiziell. Vom Roten Terror, seinem über 150 Jahre alten Drachen, fehlt seither scheinbar jede Spur. Gerüchteweise heißt es, der Drache sei mit Rochan zugrunde gegangen. Andere behaupten, der Wahnsinn hätte sie - beide - letztlich doch heimgesucht, denn ganz ohne Risiko war es gewiss nicht, als der rote Drache vor 18 Jahren ausgerechnet den Sohn seines letzten Reiters band. Viel von dem, was man sich über die Jahre so erzählt hat, fügt sich gut ins Bild: skrupellos, gewalttätig, brutal und grausam, sollen Reiter und Drache gewesen sein. Fast ausnahmslos an der Frontline, an der Grenze zu Poromiel, eingesetzt; nah am Feind und weit weg von der zivilen Bevölkerung, deren Sicherheit an jenen Grenzen verteidigt wird. Kato hat fast sein gesamtes Leben in der ein oder anderen Form im Krieg, im Kampf ums nackte Überleben, verbracht: Er kennt es nicht anders. Er wüsste mit Frieden nichts anzufangen. Glücklicherweise sah es zeit seines Lebens nicht so aus, als würde es jemals an Krieg mangeln: nicht, nachdem der Verteidigungskrieg gegen den Aggressor im Osten seit Jahrhunderten tobte. Vor allem nicht, wenn sogar die Provinz im Süden sich gegen die eigenen Leute stellte und eine Rebellion startete. Mit seinen 38 Jahren hat Kato beinahe zwanzig Jahre seine Pflicht getan, Befehle befolgt und Navarre verteidigt. Verteidigt gegen einen falschen Feind. Seit August 633 weiß er, dass östlich von Poromiel noch ein ganz anderer Feind lauert. Nun weiß er von der Existenz der Veneni. Und gestorben sind weder er noch sein Drache. Desertiert sind sie: Hals über Kopf, um das eigene Leben zu retten, fort aus Navarre, die Heimat verlassen, die sie unter Einsatz ihres Lebens ach so lange verteidigten und die sie nun beseitigen wollte. Nur weil sie über ein Geheimnis stolperten - weil das Geheimnis sich ihnen regelrecht aufdrängte! Dem Staffelführer und den Kameraden sind sie nach Poromiel (Keld) gefolgt und mit ihnen Wochen später an die Ostgrenze von Poromiel: nach Mirik.
42 Ingameposts | 01.04.2025, 13:30
Militär Poromiel
gespielt von Lini
43 Jahre
Reiter
Eine Enttäuschung - Als etwas Anderes wurdest du nie von deinen Eltern betitelt. Immerhin hast du nie ihrem Bild entsprochen, wie sie sich ihren Erstgeborenen vorstellen. Mal ganz abgesehen davon, dass du nicht der Erstgeborene bist, sondern einen älteren Bruder hattest. Allerdings starb dieser in jungen Jahren und war der Liebling deiner Eltern gewesen. Hatten sie doch alle Hoffnung in ihn gesetzt und daran, dass er das Familienunternehmen eines Tages übernehmen und noch erfolgreicher machen würde. Deiner Familie mangelte es nie an etwas, dir auch nicht – zumindest vom finanziellen und materiellen Aspekt aus. Was ein liebevoller Umgang zu Hause anging oder ein familiäres Umfeld, davon konntest du nur träumen. Deine Eltern hingen zu sehr an dem Verlust deines Bruders und interessierten sich zu wenig für dich. Du hattest gehofft, dass es besser wird, wenn du dich dazu entscheidest Reiter zu werden. Immerhin hatten sie eine hohe Meinung von Reitern. Sie glaubten nicht daran, dass du das schaffen könntest, stellten dir aber dennoch die besten Lehrer zur Verfügung. Somit wurdest du früh darauf vorbereitet den Viadukt zu überqueren und dich auf den Rücken eines Drachen zu schwingen. Vielleicht hast du dir das auch alles etwas zu leicht vorgestellt. Leichter auf jeden Fall, als es am Ende war.

Die Ausbildung war alles andere als einfach, du hast öfters als du zählen kannst fast dein Leben verloren. Nicht unbedingt immer durch Fremdverschulden, sondern öfters auch, weil du deine eigenen Fähigkeiten überschätzt hast. Aber entgegen der Meinung deiner Eltern hast du einen Drachen gebunden und die Ausbildung überstanden. Hat das ihre Meinung über dich geändert? Nein. Nicht wirklich. Also hast du irgendwann aufgegeben nach ihrer Anerkennung zu streben und bist deinen eigenen Weg gegangen. Hast dich immer seltener zu Hause blicken lassen und irgendwie dein Leben gelebt. Deine Siegelkraft bereitete dir damals wie heute so ihre Problemchen und hat dich nicht selten fast zum Ausbrennen gebracht, weil du zu viel Energie gespeichert hast. Dein Drache warnt dich davor auch nicht, lässt dir immer und immer weiter Magie zukommen, ganz gleich, ob es dich dein Leben kostet oder nicht. Wärst nicht der erste Reiter der dabei drauf geht und auch nicht der Letzte.

Mittlerweile bist du nur noch ein Schatten deiner Selbst, was auch daran liegt, dass du vor Jahren einen Unfall hattest. Ein Unfall, der nicht nur dein Leben veränderte, sondern im Umkehrschluss jemand Anderes das Leben kostete. Nicht wegen dem Unfall per se, sondern, weil du selbst verschwiegen hast, dass du bis heute Schmerzen hast und eingeschränkt bist. Hätte ein Heilmacher sicher easy beheben können damals, aber dafür warst du dir zu stolz – immerhin haben deine Eltern dir auch immer gesagt, dass man andere nicht um Hilfe bittet, wenn es irgendwie anders geht. Bis heute hast du Schmerzen in deinem rechten Bein und betäubst die Schmerzen gerne mit Alkohol – und manchmal auch anderen Substanzen. Bist eigentlich noch diensttauglich und irgendwie auch nicht, sodass man dich in den Innendienst versetzt hat.
1 Ingameposts | 31.08.2026, 19:40
Militär Navarre

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