Charakterliste
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gespielt von Berrie
37 Jahre
Reiter
Prinzipien. Sie sind in dicken, schwarzen Lettern in dein Wesen integriert, eingemeißelt in deine Identität, Stützpfeiler, Leitplanken, das Licht in der Dunkelheit des Chaos, das dich leitet. Hattest sie, bevor du sprechen konntest, lebtest sie, bevor du laufen konntest. Sie haben sich gewandelt, ohne jeden Zweifel. Haben sich angepasst an die Person, die du geworden bist auf dem Weg hierher. Und doch sind sie dir erhalten geblieben: deine Prinzipien. Du spürst ihre Konsequenzen jeden Tag, wenn du einen Blick in den Spiegel wirfst. Wenn du mit den Fingerspitzen über die Narbe fährst, die sich unterhalb deines Ohres über den Hals zieht. Ausgefranste, verblasste weiße Streifen sind ein Mahnmal für das, was dich im Leben antreibt und ein stetiger Beweis, dass Sicherheit ein Prinzip ist, das du für andere umzusetzen versuchst, für dich aber stets nur eine untergeordnete Rolle spielt. Bist längst kein Buch mit sieben Siegeln, trägst das, was du für Gut und Richtig hältst, nicht hinter sieben Mauern verborgen und spiegelst doch nur das nach außen, was du zu geben bereit bist. Gäbe es Grundsätze, die nur für dich gelten, so wäre Privatsphäre ein hoch priorisierter Wert, zeigt sich in wenigen Worten, in langen Blicken, in (be)urteilender Stille, die dich chronisch zu umgeben scheint. Äußert sich in Einsamkeit, die dich in einem ewigen Schleier umgibt, selbst dann, wenn du umgeben bist von Menschen. Hast es perfektioniert, gleichermaßen in der Menge unterzugehen, wie dich im notwendigen Maße hervorzuheben, um zu lenken, zu dirigieren, um der Kopflosigkeit eine Richtung zu geben, die am Ende des Tages in der Sicherheit münden soll, die du dir auf die Fahnen schreibst. Wilden Aktionismus, überbordende Emotionen und blinde Rachsucht sucht man vergeblich in dir, stößt dabei unweigerlich auf ein überdurchschnittlich hohes Maß an Loyalität und Pflichtbewusstsein, in dem Bestreben, dein eigenes Wohl zurückzustellen, um dem derjenigen zu entsprechen, derer du dich verschrieben hast. Dass das nicht unbedingt in erster Linie ein royales Haus sein muss, dessen Wappen du an deiner Uniform trägst, liegt in großen Teilen wohl auch in deiner Herkunft. In der Tatsache begründet, dass das Wappen deiner Familie unvermeidlich verwoben und verbunden ist mit dem der Anderoths und das leibliche Wohl aller Mitglieder dieser Familie in ihrer Wertig- und Wichtigkeit weit über deinem eigenen rangiert. Freiwillig und selbstbestimmt verschrieben hast du dich diesem Ideal, diesem Prinzip, diesem Teil, der deine eigenen Wünsche so maßgeblich beeinflusst und dich zu dem Mann formte, der heute über die Zinne eines Außenpostens über endlose Weiten blickt, abwägt, stets in der Erwartung des Unerwarteten. Stets in der Erwartung des eigenen Todes, um den anderer zu vermeiden.
16 Ingameposts | 23.03.2025, 13:15
Militär Navarre
gespielt von Berrie
33 Jahre
Sonstige
Die Uhr schlägt Mitternacht; doch du bist wach. Bist’s nie nicht, bist immer da, immer auf, die Lider schwer; doch du bist wach. Schatten tanzen an den Wänden deiner kleinen Wohnung, sparsam ist sie, bietet Bett und Tisch, Stuhl und Bad, doch mehr nicht. Mehr nicht. Kaum persönlich, kaum Zuhause, nur ein Ort zum
Wo ist der Junge hin, der du gewesen bist? Du zählst einen Geist, zwei Geister, drei Geister. Sie verfolgen dich, sind deine Geißel. Hast nichts tun können. Zu weit weg. Nur ein einfacher Soldat. Unwissend. Gibt mehr Argumente für als gegen dich, doch du liest sie anders. Als wär die Schrift, die vor dir liegt, gar nicht echt. Als könntest du die Buchstaben einfach anders anordnen. Hast alles hinter dir gelassen. Erst deine Familie. Dein Zuhause. Dann deine Aufgabe. Deine Zukunft. Nur noch Scherben vor dir und du trittst willentlich rein. Wie ein Mahnmal. Narben an deinen Füßen, Narben auf deinem Herzen. Schaffst es nicht in die Heimat. Nicht nachhause.
7 Ingameposts | 26.11.2025, 14:43
Zivil Navarre
gespielt von Berrie
24 Jahre
Fliegerin
Kleine Finger tasten nach trockenem Brot. Hunger. Dein Magen ist leer und knurrt. Bist nicht die einzige. Wenn du dich umschaust, siehst du in eingefallene Gesichter. Siehst in braune Augen und in – blaue. Grün, gelb, lila färbt sich die Haut, das Auge mittlerweile abgeschwollen. Die Haut über deinen Knöcheln nicht mehr rot, nicht mehr eingerissen. Rau ist sie geblieben. Wird sie immer sein. Schmeckst auf der Zunge den Geschmack unverdauter Wörter. Duckst dich unter einem Versuch, dich von den Beinen zu ziehen, hindurch. Bis du groß genug bist, nicht mehr ausweichen zu müssen, sondern selbst die zu sein, die ausholt. Als du noch klein warst, hast du geträumt; von einem anderen Leben. Von einem, in dem kein Wasser durch das morsche Dach tropft. Von einem, in dem du ein eigenes Bett, vielleicht sogar ein eigenes Zimmer hättest. Von einem, das besser zu
Hast nie gedacht, egoistisch zu sein. Hast gestohlen, dich geschlagen, dir Veilchen und Ärger eingehandelt, aber nie für dich. Immer für euch. Jetzt klebt’s an dir, das schlechte Gewissen. Weil deine Entscheidung bedeutet, nie mehr zurückgehen zu können. Wolltest dir einmal im Leben beweisen, dass es da draußen was nur für dich gibt. Dass sich jemand nur für dich entscheidet. Und hattest so unerwartet recht, dass du gar nicht wusstest, wie damit umzugehen. Du wolltest einen Bund und den hast du jetzt. Für ein ganzes Leben. Macht dir in stillen Momenten Angst, diese Verantwortung. Hast nie darum gebeten, sie haben zu müssen, aber – irgendjemand muss. Irgendjemand muss für sie stark sein. Irgendjemand muss sie beschützen. Irgendjemand muss für sie einstehen. Du bist stark, du beschützt, du stehst ein. Nicht nur für dich und deinen neuen Bund, sondern für alle, die’s (noch) nicht (selbst) können. Glänzt mittlerweile das Abzeichen an deiner Uniform, fragst du dich, warum. Du trägst keinen bedeutungsschweren Namen. Sind keine großen Fußabdrücke, in die du rutschen könntest. Eine Vielzahl nicht weniger geeigneter Kameraden und Kameradinnen in deinem Rücken. Und doch bist du’s. Du. Hast den Rang nicht um des Ranges wegen, hast die Verantwortung nicht der Verantwortung wegen, profilisiert dich weder über Abzeichen noch die Menge gewonnener Kämpfe. Bist nicht die schlauste, nicht die größte, nicht die stärkste; in vielem Mittelmaß, in vielem anders als die Norm. Du weißt nicht, wohin der Weg dich führt, hast keine klare Linie vor Augen, hegst keine Ambition, eine Leiter hinaufzusteigen, deren Ende du nicht kennst. Gibt nur eins, was du weißt: Über- und Leben ist (d)ein Gebot. Nicht du. Sondern sie alle. Bist nicht hier, um Krieg zu spielen. Dein Blick für sie nie verblasst, ist es womöglich genau das, was dich für deine Rolle qualifiziert. Dein Bewusstsein für sie. Für ihrer aller Leben. Und deine Bereitschaft, genau das sichern, statt um des Konflikts Willen Leben nehmen zu wollen.
6 Ingameposts | 31.07.2025, 11:55
Cliffsbane Akademie
gespielt von Berrie
36 Jahre
Infanterist
Du gehst. Gehst einen Schritt nach dem anderen. Nimmst die Hürden, siehst sie auf dich zukommen, sie rollen wie die meterhohen Wellen eines Meers, das du nicht gesehen hast, auf dich zu. Du überwindest sie, als seien sie nur eins: Illusionen in deinem Kopf. Der Glaube an dich geht weiter als Hoffnung, ist Teil von dir. Verankert in jedem Zentimeter, in deinem Geist, in deinem Körper, in deinem Selbst. Glaubst daran, dass du dieses Leben leben kannst, dass du jede Schwierigkeit meistern kannst, gleich, was sie dich kostet. Der Preis war hoch, hätte dich zaudern lassen können. Aufgeben lassen können. Mit einem Fuß über der Klippe, hast du die Schlucht vor dir gesehen. Aussichtslos, endlos weit und so tief, dass du den Grund nicht erkennen konntest. Du hast dich ihr gestellt; dieser Herausforderung. Und tust es noch. Jeden einzelnen Tag.
Du fällst. Die Realität stellt sich dir entgegen, kein Schwert, kein Hammer, keine Axt konnte dir helfen, den Gegner zu bezwingen, der in deinem Kopf sitzt. Spürst noch immer die Schmerzen, sie pulsieren, genau dort, wo einst ein Teil von dir war, der heute fehlt. Eine Hand zur Faust geballt, ringst du sie nieder, die Dämonen. Die Qual, die dich einholt, wenn die Wolken sich dicht über dem Himmel verschließen. Das Ziehen und Zurren, das Pochen. Du bist unvollständig – und bist es nicht. Nie gewesen, für immer gezeichnet. Stolperst, verlierst dein Gleichgewicht, die Waage in dir gerät aus dem Lot, doch wo anfangen, wo beginnen mit dem Kampf gegen den eigenen Körper? Du gibst nicht auf, nie, bist ein Kämpfer, beißt die Zähne zusammen, spürst das Leder in deinem Kiefer, das den letzten Schrei schluckt. Wenn du träumst, träumst du vom Laufen. Du rennst. Gegen deine eigenen Grenzen an, gegen die Mauern, die sich vor dir aufbauen. Überwindest täglich neue, als Pendant zu Träumen, die du auch ohne Schlaf leben willst. Glaubst an den Grund, für den du morgens aufstehst, glaubst an den Wert, den Freiheit besitzt. Kein Verlust groß genug, der Ziele und Ideale aus drei Jahrzehnten zerstreuen könnten. Bist nicht gebrochen, nicht zerbrochen, nicht daran, dass du nicht mehr ganz, nur noch halb bist, nicht an den Blicken, nicht an den Zweifeln, nicht an all den schweren Worten. Du lebst für deinen Dienst, lebst für die Person, die du bist, für den Wert, den du bringen kannst. Weiter, weiter, immer weiter treibt es dich. Muss dich mehr kosten als ein Bein, um dich zu verlieren.
8 Ingameposts | 22.09.2025, 07:57
Militär Navarre
gespielt von Berrie
41 Jahre
Reiter
Blut gefriert in deinen Venen, in deinem Blick. Bist Eis und Feuer und alles zusammen, gleichzeitig, nichts davon. Trägst hundert Leichen auf der Schulter, an jedem Finger ein Dutzend davon. Mindestens. Mit einem Lächeln quittierst du Geschichten wie diese, zuckst mit den Schultern, schließt das Schubfach, das dir mehr Verdienste zugesteht, als du dir verdient hast. Oder eher: andere. Sind nicht (nur) die, auf die du stolz bist, für die du dein Gesicht hinhältst. Sind nicht (nur) die, die du dir mühsam erarbeitet hast, die dir deinen Rang, deinen Posten, ermöglichen. Ist mehr. Inszenierung bis zu einem gewissen Punkt, den du mit zu tragen bereit bist, weil es wichtig ist. Wichtig für’s Königshaus, wichtig für deinen Herzog und – allen voran: wichtig für deine Familie. Bist mit Leib und Seele genau das: Familie. Trägst deinen Nachnamen als Identität vor dir her, bist ein Trevalion so sehr es nur gehen kann. Bereit, jedes Opfer zu tragen. Bereit, dich in Ketten legen zu lassen. Bereit, auch nach vierzig Lebensjahren nur die Figur in einem Spiel zu sein, dessen Regeln du nicht festlegst. Das Spiel um Leben und Tod, das Spiel um Wissen und Unwissen, um die Naivität einer ganzen Bevölkerung und die Möglichkeit, alles einzureißen, was mühsam aufgebaut wurde. Du bist einer von so wenig dokumentierten Blutmagiern, dass es unmöglich war, dich an den Rand deiner Existenz zu drängen. Rühmte sich stattdessen so wunderbar mit dir, gabst nicht nur ein schönes, sondern auch ein begabtes Gesicht ab. Eines, das einlud, großzügig über Lügen und Facetten hinwegzusehen, die jeglicher Grundlage entbehrten.
Hast gelächelt, tust es heut noch. Hast getötet, tust es heut noch. Du hast Blut zwischen den Zähnen und auf den Lippen, trägst es wie eine zweite Haut – nicht wirklich, nicht buchstäblich, nur sprichwörtlich. Ein treuer Diener des Systems, ein Anhänger, nicht korrumpierbar (weil du längst korrumpiert bist). Kein Verräter (weil du längst verrätst). Keine Gefahr (oh, was seid ihr für Schafe). Acht-Augen-Prinzip, das auf dir ruht, während seit fünf Jahren plötzlich weniger Gewese an deiner Person betrieben wird. Weniger Aufträge, weniger Versetzungen, die deine Anwesenheit fordern; oder die Abwesenheit andernorts bedeuten. Dein Name sicher nicht jedem ein Begriff, aber wichtig genug, um ihn nicht aus den Büchern zu tilgen (oder nur da, wo es dienlich ist). Wichtig, weil du bist, wer du bist. Weil deine Familie ist, wer sie ist. Weil sie dem (zweit-)wichtigsten Herzogshaus dient, eisern und ohne Widerspruch. Und – weil du kannst, was du kannst. Weil du Feuer und Eis, Wasser und Blut bist. Weil sich Geschichten schöner erzählen, wenn sie leuchten und glänzen, die Vormacht sichern hinter starken Schultern und noch stärkerer Magie. Schultern wie deinen. Magie wie deiner.
9 Ingameposts | 21.04.2025, 12:09
Militär Navarre
gespielt von Berrie
37 Jahre
Reiter
Ein falscher Name, ein falsches Leben. In deinem Nachruf nennen sie dich Caririon, Sohn der Ganasdir. Geliebter Bruder und geschätzter Staffelführer. Wir werden dich vermissen. In lodernden Flammen geht dein letztes Hab und Gut auf, Malek geopfert. Fühlt sich an wie ein anderes Leben, als wär’s nicht deins. Als wärst es nicht du, der vor so vielen Jahren die navarrianische Flagge gehisst hat. Als wärst es nicht du, der mit wackeligen Knien den Viadukt überquert hat. Als wärst es nicht du, der von einem auf den anderen Moment alles verloren hat. Fühlt sich nicht an, als wäre all das ein Teil von dir und doch sind die Alpträume, die dich seither Nacht für Nacht verfolgen; dir den Schlaf rauben, dich wachhalten und Stunde um Stunde an die Decke starren lassen. Beobachtest, wie die Schatten an den Wänden tanzen, ihre langen, dürren Arme nach dir ausstrecken. Bietest dich der Dunkelheit an, ist eine wohlige Umarmung – die einzige dieser Natur. Malek ist dir näher, als du glaubst. Greift nach dir, bist ihm einmal durch die Finger geglitten und wirst es kein zweites Mal tun.
Große, grüne Schuppen erstrecken sich vor dir, neben dir, unter dir. Gleich, in welche Richtung dein Blick wandert, du siehst nur ihn. Brauchst nicht mehr als das Gefühl, das in dir wächst, wenn du das Flugleder enger schnürst, den Horizont unter deinen Füßen immer kleiner werden siehst. Sie wäre so perfekt, deine kleine Welt, die sich unter euch aufbaut. So perfekt zum Scheitern verurteilt. Ist seit einem Jahrzehnt nicht mehr deine Heimat, die du auf dem Rücken deines Drachen überquerst. Ist nicht mehr deine Heimat, für die du dein Leben riskierst. Ist nicht deine Königin, nicht dein Geschwader und doch – es ist dein Kampf. Der einzige, den es zu kämpfen lohnt. Der einzige, für den sich all der Verzicht lohnt. Die verurteilenden Blicke. Der Hass, der dir begegnet. Bist die Skepsis gewohnt, ist zu deinem ständigen Begleiter geworden, gleich, wohin du gehst. Ist da, wenn du über die Wälder fliegst; ist da, wenn du deine Einkäufe tätigst. Ist da, wenn sengendes Feuer unter dir das Ödland verbrennt. Ein aussichtsloser Kampf, den du führst. Für den du opferst, wen es zu opfern gilt. Manchmal denkst du zurück; zurück an Caririon. Wer du hättest sein können, wäre dieser eine Tag anders verlaufen. Alles wäre anders. Du wärst anders. Du bist nicht mehr Caririon. Du bist Draigh, Leutnant des Nachtflügelschwarms. Sturmschwinge, 1. Schwadron. Das kleine Abzeichen schimmert an deinem Kragen. Hast hart gearbeitet, um dort zu stehen, wo du’s heute tust. Hast den Zweifeln getrotzt, Bedenken überwunden und deinen Wert bewiesen. Setzt dein Leben im Namen einer Königin ein, die nicht die deine ist. Tust es für deine Mission und das, woran du glaubst. Geht nicht immer konform mit dem, was andere von dir erwarten, doch solange du dein Soll leistest, schaut niemand so genau hin. Niemand fragt, richtet das Wort an dich. Niemand will wissen, welche Geschichte hinter den Narben steckt, die Körper und Seele zieren. Keiner – und du am allerwenigsten.
18 Ingameposts | 08.02.2025, 15:38
Militär Poromiel
gespielt von telfi
23 Jahre
Reiterin
Ich bin ein bisschen lernbehindert.
Vielleicht auch sonst nicht ganz richtig im Kopf. Zumindest rede ich mir das ein, wenn all die Buchstaben zu einem klebrigen Brei werden und mein Herz beginnt zu rasen. «Miss Veyra, lesen Sie doch vor» - Schweissausbrüche: Und ich sehe aufs Blatt runter: «Inf..Infr…fanti» - «Infanteristen» - «Klappe, weiss ich doch!» Ich werde wütend, verschränke die Arme und lese stagnierend und blass weiter. Jeder weitere Buchstabe wird wütender. Ich bin keine Analphabetin. Ich kann einfach keine Buchstaben, keine Sätze. Ich hasse Bücher so sehr. Und Briefe. Briefe schreiben hasse ich noch mehr: kommt da ein p hin oder ein b? Gross oder Klein, Doppel-ss oder ein z? Die Lektion ist um und ich schubse den grinsenden Typen neben mir, bevor ich aus dem Saal stürme. «Die Dicke schafft das Gauntlet niemals», teile ich aus, weil es einfacher ist als einzustecken. Sie hört mich und duckt sich, während meine Kollegin mir mit einem lauten Lachen zustimmt und mein Herz noch immer rast wegen all der Buchstaben. Ich sehe zu einem anderen Freund. Vor einer Woche hat er seine Freundin betrogen – natürlich ist sie Schuld – sage ich mir. Ich bin loyal, gehe mit auch wenn meine Freunde im Unrecht sind. Das ist Freundschaft oder? Freundschaft und Familie. Nur Freundschaft. Denn Familie ist nicht immer einfach, ist nicht immer fair. 'Winzling du denkst zu viel', meine Lehrer haben immer gesagt, dass ich zu wenig denke. Dabei rauscht mein Kopf manchmal richtig. Solange bis ich einen Kurzschluss habe. Ich setze mich auf die Wiese, packe Papier und Stift aus, anstatt mir Notizen zur Lektion vorher aufzuschreiben, kritzle ich den Lehrer in einer schlechten Karikatur in mein Heft und zeichne ihm ein paar zu grosse Nippel. Meine Freunde lachen, ich lache und während diese sich wieder dem Stoff zuwenden, der sie durch die Prüfung bringt, starre ich in den Himmel. Ich schlage das Buch auf, wenn mir später niemand zusieht. Will mir nicht die Blösse geben. Bin irgendwie falsch. Jeder weiss das, aber ich will das nicht.
12 Ingameposts | 25.05.2026, 20:14
Basgiath War College
gespielt von Berrie
49 Jahre
Reiterin
Du lebst in Strukturen, in Richtlinien, Maßgaben, Leitplanken. Sie ordnen dein Leben, deine Worte und deine Entscheidungen, dein Denken, dein Handeln und dein ganzes Sein. Sind die kleinen Details, die du suchst. Die Details, auf die es ankommt. Die ausschlaggebend sind, dass dein Pendel in die eine oder andere Richtung ausschlägt. Bist ein Buch mit sieben Siegeln, machst keinen Hehl aus den Werten, die dich leiten. Loyalität ist dein Synonym, ist der Motor für alle deine Taten und der Weg, den du gehst, ganz gleich, welche Kosten er verursacht. Du glaubst so fest an dein Ideal, trotz oder gerade wegen deines Wissens. Dass du heute stehst, wo du stehst - und bist, wer du bist, hast du dir zu verdanken. Hast es dir erarbeitet, all das Vertrauen in dich und deine Fähigkeiten. War kein göttergegebenes Privileg, keine seit Jahrhunderten andauernde Verpflichtung der Königsfamilie gegenüber, die dein Pflichtgefühl nähren würde. Gibt keine lange Ahnenreihe, deren stolze Schöpfe die aus Büchern entgegenrecken, gibt keine von Hause ausgeübte Indoktrination, die dich geformt hätte. Du hast deinen Weg selbst gewählt, Stein um Stein selbst gesetzt, jedes Hindernis überwunden, jeden Zweifel hinter dir gelassen. Geblieben ist eine Form von dir, mit der du selbst am wenigsten gerechnet hättest. Geblieben ist die Frau, deren Moral dehnbar ist. Eine Frage der Situation und Auslegung, aber kein festes Konzept, das Einfluss auf deine Entscheidungen hat.
Die Orden an deinem Revers werfen schimmernd bunte Farben, wenn die Sonne sich in ihnen bricht. Hast eine Menge davon, eine Vielzahl, die dich stolz machen sollte. Sie markieren dich als Mitglied des Nordgeschwaders, als ihre Geschwaderführerin. Kleine Zahlen, Buchstaben und Symbole, die deine Historie von über zwanzig Jahren im navarrianischen Militär bezeugen. Ein stetiges Mahnmal für all deine Taten im Dienste der Krone - im Dienste der Sicherheit deines Landes. Sie zeichnen ein Bild in Farben und Facetten, doch ohne Schattierung. Ohne das, was dich zu der Person macht, die diese Orden tragen darf. Keiner zeigt die Anzahl der Menschen, die durch deine Hand oder dein Wort ihr Leben gegeben haben. Keiner zeigt die Verantwortung, die du trägst, immer dann, wenn du deine Finger vorsichtig an fremder Menschen Schläfen legst und die warme Magie durch deine Fingerspitzen wabern spürst. Keiner zeigt die Schuld, die du über Jahrzehnte angehäuft hast. Sie alle zeigen nur das Beste von dir, während du nur im Innern mit dem Schlimmsten kämpfen musst. Du glaubst an den Wert all der Taten und daran, dass es sich irgendwann einmal lohnen wird. Bist fest verankert im System, das dich als leitende Hand auserkoren hat. Du kennst all die Geheimnisse, all die verschleierten Wahrheiten und geschwärzten Dokumente. Kennst die Schwierigkeiten und Herausforderungen, womit das schwächelnde Konstrukt zu kämpfen hat, kennst die Feinde von innen und von außen. War eine einfache Rechnung, die es brauchte, um zu erkennen, wohin dein Pendel würde schlagen müssen, um nicht mehr als das Überleben eines Reiches sicherzustellen. Sicherheit gegen Grausamkeit - du bist bereit, diesen Handel zu tragen und zu schützen, wo immer es nötig ist. Bist bereit, deinen Teil beizutragen und, wenn nötig, selbst Hand anzulegen. Generationen haben vor dir ihr Bestes gegeben, ihr Land und all die Menschen, die ihnen untergeben sind, vor dem Untergang zu bewahren. Du reihst dich in diese Pflicht ein, hast sie für dich angenommen und akzeptiert, bis heute nur einige wenige Male hinterfragt und doch den richtigen Pfad gewählt.
160 Ingameposts | 28.01.2025, 18:54
Militär Navarre
gespielt von Lini
23 Jahre
Flieger
Seine Hochwohlgeboren Thamir Yazqhar, Erbgraf von Esmaryel - Eine Anrede, die du weder magst, noch eigentlich wirklich etwas bedeutet. Zumindest für dich. Klar weißt du, dass sowohl dein Vater als auch deine Geschwister – naja und du – diesen Titel habt, aber in der Erbfolge viel zu weit hinten seid, um irgendetwas wirklich zu erben. Von daher schenkst du dem Titel auch keine große Beachtung. Er ist nicht du und du bist nicht der Titel. Du bist – wie dein Vater – den Fliegern beigetreten und das ist auch das, was dir liegt. Es liegt dir dich in Militärstrukturen einzufügen und ebenso, zu führen. Du bist gut darin, anderen zu helfen, sie zu führen. Sowohl mit Witz, aber auch mit Strenge, wenn es sein muss. Du weißt genau, was sowohl im militärischen als auch im familiären Kreis von dir erwartet wird und du versuchst es immer allem und jedem recht zu machen – verlierst dabei aber nicht deine Integrität und vor allem deine Stimme, die du für dich und andere, vor allem Schwächere einsetzt. Gerade durch deine Familie hast du gelernt wie wichtig Zusammenhalt und Unterstützung füreinander ist, genau das münzt du auch auf dein Schwadron, welches für dich wie eine zweite Familie geworden ist.
Für dich war schon früh klar, dass du zu den Fliegern gehen würdest. Du wolltest beschützen, Verantwortung übernehmen und ganz zu schweigen davon, wie cool man bitte aussieht, wenn man auf einem Greifen sitzt. Abgesehen davon, magst du Greifen sehr, immerhin hast du schon von klein auf engen Kontakt mit dem Greifen deines Vaters gehabt. Du durftest ihn streicheln, knuddeln und dein Vater ist sogar schon mal einen Rundflug mit dir auf Malior geflogen. Spätestens nach diesem Rundflug hättest du wohl sowieso entschieden Flieger zu werden. Somit hast du auch fernab von der schulischen Bildung und Lehrern, auch Kampfunterricht bekommen. Deine Eltern wollten, dass du bestmöglich auf den Quintanten der Flieger und dein späteres Leben als Flieger vorbereitet bist. Neben den Fähigkeiten als Flieger hast du auch schon früh gelernt Verantwortung zu übernehmen. Nicht zwingend als Vorbereitung, sondern eher, weil du sowohl für deine Mutter als auch deine Schwestern da sein wolltest, wenn dein Vater unterwegs war. Besonders bei deiner Schwester Julissa hast du schon früh viel Verantwortung übernommen. Deiner Mutter unter die Arme gegriffen und auf deine Schwester aufgepasst. Sie war – oder eher ist noch immer – krank und hat eine Unverträglichkeit, weshalb ihr da genau schauen musstest. Als ihr im Teenager- und Jugendlichenalter wart, bist du mit ihr auf Partys gegangen, hast auf sie aufgepasst und sie beschützt. Das sahst du als deine Pflicht und Aufgabe als großer Bruder an. Vielleicht war es auch ein Stück weit Freiheit für dich, als du nach Cliffsbane gegangen bist, um deinen Weg als Flieger zu gehen, weil du eben nicht ständig in Alarmbereitschaft wegen deiner Schwester warst. Du konntest deinen Weg gehen und dich entfalten – auch wenn du den Beschützerinstinkt nie abgelegt hast und auch nie ablegen willst. Denn eigentlich bist du gerne für andere da, passt gerne auf andere auf – aber es ist ein Unterschied, ob es deine Entscheidung ist oder du das Gefühl hast, dass du es musst, auch wenn deine Eltern es nie direkt von dir gefordert haben. In Cliffsbane hast du dir schnell einen gewissen Freundeskreis aufgebaut. Gerade deine besonnene und oft gut gelaunte Art kommt gut an. Du weißt, wann es darauf ankommt ernst zu sein und zu bleiben. Du hast bewiesen, dass du das Zeug zum Anführen hast, weshalb du auch in deinem Seniorjahr zur Schwadronsführung ernannt wurdest. Stolz hast du deinen Eltern davon erzählt und dir vorgenommen noch besser auf dein Schwadron aufzupassen.
11 Ingameposts | 21.08.2025, 14:06
Cliffsbane Akademie
gespielt von Minnie
21 Jahre
Reiterin
Du eroberst mit deiner strahlenden Präsenz und deinem warmen Lächeln das Herz deiner Mitmenschen im Sturm. Bist Sonne und Lebensfreude in Person: warm, hell und herzlich, mit einem Lächeln, das so breit ist, dass man glaubt, es könnte die ganze Welt erleuchten. Dein Lachen ist ansteckend und begleitet dich jeden Tag, ist wie eine stetige Hintergrundmelodie, die du mit dir trägst, egal wie dunkel die Wolken am Himmel hoch über dir aussehen mögen.
Bist Optimismus in Person, obwohl du weißt, dass die Realität anders aussehen kann. Trägst den Verlust mit dir, jedes Mal wenn sich deine Finger um den Anhänger der Kette schließen, die dein Bruder dir vor Jahren als Abschiedsgeschenk überreicht hat, ehe er nach Aretia gezogen ist, dort eine Familie gegründet hat – nur um dann der Rebellion vor fünf Jahren zum Opfer zu fallen. Weil es Menschen gibt, die gegen das System sind und in Kauf genommen haben, dass viel zu viele Menschen als Kollateralschaden enden. Darunter dein Bruder mit seiner Frau und den beiden Kindern. Dir wurde jede Möglichkeit genommen, am Leben deines Bruders teilzuhaben, ihm von deinem Drachen zu erzählen und eure Geschwisterbindung zu vertiefen, die aufgrund eures Altersunterschied nie so tief war, wie du’s dir gern gewünscht hättest. Sind die Gezeichneten, die für dich Sinnbild dieser (sinnlosen) Rebellion sind. Denen du ins Gesicht lächelst, gar so weit gehst und dich mit ihnen anfreundest, sie im Glauben lässt, du wärst auf ihrer Seite. Weil man seinen Feinden nun Mal näher sein soll, als seinen Freunden. Dass die Gezeichneten sich ihr Los nicht ausgesucht haben, ist dir egal, wiegt in deinen Augen die Ungerechtigkeit und Trauer, die durch den Tod deines Bruders und seiner Familie entstanden ist deutlich schwerer – trägst die Wut (über diesen sinnlosen Verlust) wie eine unsichtbare Rüstung. Lässt dir nicht in die Karten schauen, weil du eigene Ziele verfolgst. Wolltest schon als Kind Reiterin werden, einen Drachen binden und für dein Land kämpfen, für die Strukturen und Regeln einstehen, die dir als Kind von deinem Opa eingebläut wurden. Die Ehre deiner Familie zu bewahren, weil’s weder dein Bruder noch dein Cousin mehr können, ist dein täglicher Antrieb, der Grund weshalb aufgeben keine Option ist und du optimistisch bleib(en mus)st. Dir ist bewusst, dass du nicht an vorderster Front stehen wirst, weil du dafür nicht gut (und stark) genug bist, deine Stärke liegt in deiner Fähigkeit dich anzupassen. Wandelst zwischen den Menschen in der Menge, ohne aufzufallen, lauschst Gesprächen, ohne erwischt zu werden – wenn’s nur nicht so kompliziert wäre, auszumachen ob’s real ist oder sich nur so anfühlt, als wär’s tatsächlich passiert. Sind Momente, Gefühle, die du nicht zuordnen kannst, Bilder in deinem Kopf die du siehst und dich fragst, wo das passiert ist, weil deine Erinnerung dir einen Streich spielt. Sind Erinnerungen an deine Traumreisen in die Astralwelt – oder doch nicht?
22 Ingameposts | 23.06.2025, 15:31
Basgiath War College
gespielt von Jella
23 Jahre
Reiter
Das Mondlicht fiel durch das offene Fenster auf das Grün seiner Augen. Das Licht war sanfter als der Blick, welcher ihn aus seinen Träumen gerissen hatte. Alle Gezeichneten mochten Kinder der Rebellion sein, aber Perseus Rhydian Nankervis wurde als eines geboren. Mit seinen ersten Schritten war er in große Fußstapfen getreten, war nicht nur mit diesen sondern auch mit dem Heranwachsen seiner Ideale auf Linie mit seinen Eltern. Erst später, als er irgendwann verstanden hatte, war das Wissen auf damals noch schmalen Schultern zu Last geworden, die Schritte zielsicherer und die Stimme lauter, um über die leisen nagenden Gedanken hinwegzutäuschen. Doch keine von den Geistern, die ihn damals heimgesucht hatten, wohnten heute noch in seinem Inneren. Es waren neue Schreckgespenster, erwachsen aus Erinnerungen, die sich wie Zentner über ihn legten, ihm manche Nacht den Schlaf raubten, der ihm lange nicht mehr so wichtig erschien wie andere. Damals, vor der Rebellion, war sein Leben ein anderes gewesen. Die Hoffnung unweigerlich größer, weil sie auf Erfahrungen aufgebaut hatte, die er nicht besaß. Es hielt ihn nicht davon ab, weiterhin an das zu glauben, was seine Eltern zu Verrätern gemacht hatte. Er hatte einst keine Ambitionen gehabt, zu führen, aber er war zum Anführer geworden. Einer eben jener, die ein Abzeichen auf der Brust trugen, mit welchen er als Geschwaderführer das Ende der Ränge erreicht hatte. Es half, um eben jene Verantwortung, die er gegenüber all den anderen Gezeichneten verspürte, mit ein bisschen mehr Macht tragen zu können. Seine zu laut, zu albern-Persona hatte die Jahre überstanden, aber nicht gänzlich verbergen können, was er konnte. Wofür er sein ganzes Leben trainiert hatte. Er schob seine Füße auf den Boden seines Zimmers. Die Umstände mochten sich geändert haben, aber das Reiterschwarz um seine Statur war schon immer Teil des Plans gewesen. Reiter, Rebell, Verräter. Der, der gefühlt nichts ernstnahm. Dabei tat er das zu viel. Er rollte seine Schultern nach hinten, tastete über die Dolche in ihren Halterungen und schließlich über die doppelseitige Axt mittig auf seinem Rücken. In seinem Leben gab es nur noch wenige Momente, in denen er unbewaffnet war. Sein Leben hatte ihn nicht zimperlich gemacht. Seine Handknöchel waren rau, als er seine Hände zu Fausten spannte und schließlich die Magie seines Drachens spürte. Das Kribbeln riss ihn hinfort.
Die Raumüberwindung wäre ihm damals nützlich gewesen, als seine Eltern ihn in der Sicherheit eines Anwesens zurückließen, welches anders als seine Heimatstadt nicht niederbrannte, obwohl er hatte helfen wollen. Schlussendlich hatte man ihn trotzdem gefunden, sowie er den Boden unter seinen Füßen wieder fand. Ein anderer Raum, dann eine geheime Gasse, die ihn aus dem Gemäuer herausführen würde. Ein Zeichen für das Doppelleben, welches er führte. Manch einer mochte es leise Rebellion nennen, er nannte es nur eine Fortführung dessen, was andere angefangen hatten. Das Vibrieren in seinen Gedanken nahm zu, er wusste sein Drache würde auf ihn warten. Nicht in der kleinen Lichtung, die er für sein Treffen auserkoren hatte, aber in direkter Nähe, um einzugreifen. Nächstes Jahr würde er nicht mehr in diesen Hallen sein, um dieses kleine Ritual zum Start der Ausbildung neuer Gezeichneter, zu übernehmen. Er musste sich darauf verlassen, dass mit seinem Abschluss ein anderer Senior übernehmen würde. Dass mehr von ihnen überlebten, als starben. Er hatte sich schon lange damit abgefunden, dass er nicht jeden oder jede retten konnte. Aber wenn er einen Teil dazu beitragen konnte, dass es mehr waren, musste es reichen. Der Mond empfing ihn ebenso wie die laue Sommernacht, als er schließlich aus den festen Mauern in Richtung der Lichtung trat. Die Schatten anderer tanzten zwischen den Bäumen und einen Augenblick hielt er inne. Ein paar Atemzüge lang ließ er seinen Blick über die zitternden Hände gleiten, die manch einer in seine Jackentaschen schob, lauschte den leisen Worten, die durch die stille Luft zu ihm getragen wurden. Vielleicht sollte er ihnen noch ein paar weitere Minuten lassen. Schließlich entschied sich in diesen Tagen ihre gesamte Zukunft oder mehr, ob sie wirklich eine haben würden. Zukunft. Das Wort klang groß in seinen Gedanken und war nichts, was er sich ausmalte. Er plante genau bis zu einer besseren, freieren Welt. Bis zum Ende einer erneuten Rebellion. Was gab es schon darüber hinaus? Das Grinsen zupfte an seinen Mundwinkeln, als die vorsichtigen Fragen der Rookies zu ihm durchdrangen. „Das Beste kommt wie immer zum Schluss“, witzelte er und trat zwischen den Bäumen zu ihnen. Irgendwann würde seine Welt vielleicht ein weiteres Mal untergehen. Bis dahin klammerte er sich an seinen Galgenhumor, als war er ein Rettungsring und er kurz vorm Ertrinken.
77 Ingameposts | 23.03.2025, 13:10
Basgiath War College
gespielt von Sarah
22 Jahre
Reiter
Mir wackeln die Knie. Meine Hände suchen Halt, finden jedoch nur Leere. Und dann kommt der Wind, zerrt an mir, möchte mich in die Tiefe ziehen und mir vielleicht das Leid ersparen, das mich auf der anderen Seite erwartet. Ich spüre hinter mir die nächste Person. Ebenfalls gezwungen, diesen Weg zu gehen? Oder freiwillig an diesem Ort? Unverständlich für mich. Vor mir ein sicherer Gang über das Viadukt - mein Blick also auf diese Person gerichtet, während sich meine Beine vorsichtig in Bewegung setzen. Meine Gedanken rasen, fragen, wer überhaupt eine Nachricht bekommen würde, wenn ich hier sterbe. Laine? Laine! Sie hat es auch geschafft. Genauso wie meine Mutter, die Laine zu meiner Patentante gemacht hat. Entschlossenheit in meinem Blick, die meine Muskeln zwar nicht erreicht, mich aber über diesen schmalen Pfad führt. Ich bin nicht stolz darauf, dass meine Knie auf der anderen Seite nachgeben. Ich sofort Blicke auf mich ziehe, die in mir den Schwächling identifizieren, der ich wohl bin. Ein Sohn von Verrätern obendrein, wenn sie mein Rebellionsmal sehen.
Ich überlebe Basgiath. Irgendwie. Bisher. Die Entschlossenheit, die ich auf dem Viadukt gespürt habe, hat mich nicht komplett verlassen, wenngleich die Zweifel ständige Begleiter in meinem Leben sind. Ich überlebe Basgiath. Aber nicht allein. Verdanke mein Überleben anderen Personen, denen ich mich heute verpflichteter denn je fühle. Ich will nicht sterben. Nicht an diesem Ort und noch weniger nachdem Loga in mein Leben getreten ist, mir das Gefühl gegeben hat, doch nicht falsch an diesem Ort zu sein. Und dann? Ich erlaube es mir nicht, an die Zukunft zu denken. Muss mich auf das Hier und Jetzt konzentrieren, um meine Ausbildung zu überstehen. Um meine Staffel zu überstehen und die Anfeindungen in den eigenen Reihen, die ständige Begleiter sind. Während ich gleichzeitig mehr verstehe. Verstehe, warum meine Eltern den Weg der Rebellion eingeschlagen haben. Ob sie stolz darauf wären, dass ich zwar nicht offen rebelliere, aber einen anderen Weg eingeschlagen habe, um zu helfen? Auch wenn ich die Tragweite noch nicht ganz begreifen kann. Meine Gründe vielleicht andere waren, als die meiner Eltern. Ihr Idealismus, etwas zu veränderen, während ich doch vor allem das Gefühl habe, dass ich mich revanchieren muss für die Hilfe, die mich überhaupt in das letzte Ausbildungsjahr gebracht hat. Ich werde es niemals erfahren. Keine Frage, auf die die Zukunft eine Antwort geben wird. Eine Zukunft, an die ich nicht denken darf. Und – wenn ich ehrlich mit mir selbst bin – nicht denken will.
10 Ingameposts | 30.03.2026, 18:58
Basgiath War College
gespielt von Paula
23 Jahre
Reiterin
Selbst wer nur einen flüchtigen Eindruck von Livia hat, der kennt sie als zielstrebig. Vermittelt den Eindruck, dass sie weiß, wo es lang geht – und wo sie hinwill. Dabei war Reiterin werden gar nicht ihr Kindheitswunsch. Sicherlich war mal Teil davon, die Taverne ihrer Mutter zu übernehmen - dort, wo sie aufgewachsen ist, zwischen dem Tresen und Geschichten von Fremden aus allen Richtungen des Reichs. Bis sie irgendwann dieser Zukunft entwachsen ist. Flügel bekommen hat, ausgebrochen ist aus der Vision – auch der ihrer Mutter. Denn Tharizas Wunsch enthielt sicherlich nicht, ihre Tochter an den Krieg zu verlieren. Aber wenn Livia sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann zieht sie es auch durch. Diesen Sturkopf muss sie von ihrer Mutter haben. Denn so richtig hat ihre Mutter ihr noch nicht verziehen, dass sie so leichtfertig ihr Leben aufs Spiel gesetzt hat, immer wieder setzen wird.
Aber darüber reden sie nicht. Nicht in Briefen. Nicht, wenn man sich in Chantara wiedersieht – den Katzensprung entfernt von Basgiath, wo Livia aufgewachsen ist. Dabei gäbe es so viel zu besprechen. Wer zwei Jahre im Reiterquadranten überlebt, der sollte doch auch irgendwie das dritte Jahr schaffen. Aber anstatt vorwärts, immer vorwärts zu kommen, fühlt Livia sich wie im freien Fall. Die Führung der Staffel hätte ihr gehört. Stattdessen: Yehven. Das Wunderkind. Lehrerkind, aber das hatte sicher nichts damit zu tun. Tschuldige, sind bestimmt ihre überlegenen Fähigkeiten, die sie schon mit der Muttermilch aufgesogen hat. Da kann die Tochter einer Schankbesitzerin nicht mithalten. Sicherlich. Es grenzt an ein kleines Wunder, dass ihr die Augen vom vielen Im-Augenhöhlen-Rollen noch nicht rausgefallen sind. Stattdessen kämpft sie mit einem Drachen, die kaum noch mit ihr spricht. Sie nur deutlich spüren lässt, dass Livia nicht das ist, was sie erwartet hat. Weniger und weniger Energie kanalisiert. Sie vor mehr und mehr Probleme stellt, vor anderen noch zu verbergen, warum sie nicht mehr schafft, was sie im zweiten Jahr mit Leichtigkeit gemeistert hätte. Und ein Loch in der Brust, das da eigentlich nicht sein sollte. Weil Verluste zum Leben als Reiter dazugehören. Einen nicht wochen-, monatelang beschäftigen sollten. Und es trotzdem tun. Vielleicht ist das alles gerade ein bisschen viel für ein junges Leben. Aber Reiter kriegen keine Pause. Aufsitzen, weiter machen – weil aufgeben keine Option ist. Und wenn man dafür mit dem Kopf durch die Wand muss.
5 Ingameposts | 23.12.2025, 15:45
Basgiath War College
gespielt von Josi
22 Jahre
Reiter
„Wohin gehen die Sterne, dann, wenn es so hell ist, dass man sie nicht mehr sehen kann?, habe ich meine große Schwester gefragt, als ich vielleicht vier, oder fünf Jahre alt war. Sie gehen nirgendwo hin, sie sind immer da, auch wenn du sie gerade nicht sehen kannst, so wie ich. Das war ihre Antwort und ihre Stimme klingt noch immer in meinen Gedanken nach. Heute weiß ich, es war eine Lüge, wenigstens ein bisschen. Die Sterne sind noch da, aber sie ist es nicht mehr. Endgültig. Sie verbrannte, am 1. July 628 nach der Vereinigung von Navarre nach der Schlacht von Aretia, hingerichtet zusammen mit unserer Mutter und ich werde diesen letzten Blick in ihre Augen nie vergessen, das Geräusch ihres Schreies, an welchen ich mich meine zu erinnern, auch wenn man sagt Drachenfeuer sei zu heiß dafür, es ginge zu schnell. Sie war die Reiterin von uns, sie wollte hoch hinaus und in die weite Welt, zu den Sternen, über das Meer... ich wollte eigentlich immer nur zu Hause sein, in den vertrauten Straßen von Aretia. Wäre die Rebellion nicht gewesen... ich weiß, es ist ein mühseliger Gedanke, ein nutzloser vielleicht. Ich hätte trotzdem nicht immer da sein können, wegen der Wehrpflicht und jetzt, existiert es nicht mehr so, wie es damals war... aber wenn... ja, wenn... ich wäre vermutlich noch immer dort, würde die Einkäufe unserer Nachbarin in ihr Haus tragen, die mir schon als kleiner Junge steinalt vorgekommen war und deren Falten noch tiefer wurden, wenn sie dankbar lächelte. Ich würde den Ausblick genießen, wenn man in die umgebenden Berge wanderte und auf die Stadt herunter blickte, die frische Luft, das eiskalte Wasser der Bergseen, den Geruch, wenn es regnete, die Stille, wenn der erste Schnee fiel. Ich würde den leicht resignierten Blick meiner Mutter mit einem entschuldigenden Schulterzucken erwidern, den sie mir zugeworfen hat, wenn ich mal wieder eine kleine Katze, einen verletzten Vogel, das kaputte Spielzeug eines anderen Kindes nach Hause und sie mir helfen musste, beim gesund pflegen, beim reparieren... Zum Einberufungstag wäre ich in den Heilerdquadranten gegangen, hätte gelernt, meine Pflicht getan und wäre nach Hause zurück gekehrt. Ich wäre noch immer der kleine Bruder einer mutigen großen Schwester. Aber es gab die Rebellion. Ich bin heute nicht dabei Heilkunst zu erlernen, sondern als Gezeichneter in den Reiterquadranten gekommen. Gezeichnet... als würde das Muster, dass sich meinen rechten Arm hinauf zieht, irgendetwas von mir Beschreiben, als könnte es so einfach zeigen, was passiert ist, was sich verändert hat, was mich... gezeichnet hat, verändert. Die Chance auf ein anderes Leben, die Chance an einem anderen Tag zu sterben. Naja... es gab einige und ich bin noch da. Es wird weitere geben, hier, im Reiterquadranten, der sich inzwischen gar nicht mehr so fremd anfühlt, wie am ersten Tag, ein bisschen Schrecken verloren hat. Ich bin in meinem ersten Jahr als Rookie nicht gestorben, auch wenn kein Drache mich binden wollte. Nun eben ein zweites Mal. Zumindest jetzt noch, ist ein bisschen Familie hier und von vielen Fremden, sind ein paar zu Freunden geworden. Es ist nicht alles so schwarz, wie die Uniformen, ich bin immerhin nicht der Schlechteste, stärker als ich es zu Beginn war, auch hier gibt es Berge, ich lerne Nützliches und selbst in den dunklen Nächten, sind auch hier die Sterne.“
144 Ingameposts | 23.03.2025, 13:00
Basgiath War College
gespielt von Sarah
36 Jahre
Reiter
Ein wenig müde wirkt er schon irgendwie. Wie er eigentlich immer eher im Hintergrund steht, sich eigentlich immer irgendwo anlehnt, als ob es zu anstrengend ist, sich aufrecht zu halten. Fast schon düster wirkt er dann in seiner schwarzen Reiteruniform, an der metallene Gegenstände aufblitzen. Da fällt sofort der Ohrring im linken Ohr auf, der je nach Situation ein kleines Schwert, eine Axt oder einfach nur ein simpler Ring ist. Ständige Begleiter seit seinem zweiten Jahr am Basgiath War College, nachdem er Wege gesucht hatte, um sich seiner Siegelkraft der Metallmanipulation noch verbundener zu fühlen. Doch der Schein des düsteren, melancholischen Reiters trügt. Eigentlich könnte Fer kaum weiter davon entfernt sein, er weiß jedoch, in welchen Situationen er in den Hintergrund gehört und eine beobachtende und gehorsame Rolle einzunehmen hat.
Der gelernte Schmied hat sich gegen den traditionellen Weg seiner Familie entschieden. Kein weiteres Ausbauen des Schmiedeunternehmens der Mulconrys in Adruil, das dort hohes Ansehen genießt. Stattdessen der erste werden, der ein Reiter im navarrischen Militär wird. Eine Entscheidung, die er bis heute nicht bereut hat, selbst wenn sein Leben durch sie gefährlicher geworden ist. Trotzdem, oder gerade deswegen, hat Fearghal seine Lebensfreude nie verloren. Was auf den ersten Blick müde und melancholisch wirkt, kann an manchen Tagen auch einfach Zeugnis einer durchlebten Nacht sein, in der Fer einmal mehr Ablenkung gesucht hat. Ablenkung von einer Person, die seit seiner Jugend irgendwie immer da war und immer wieder eine Lücke hinterlassen hat, die Fearghal schon immer zu ignorieren und füllen versuchte. Mit unverbindlichen Liebschaften, aber vor allem mit Freundschaften, die er so gut es ihm seine militärische Zugehörigkeit erlaubt, zu pflegen versucht. Der 36-jährige hat keine Ambitionen, im Militär weiter aufzusteigen. Seine Position als Leutnant genügt ihm, vor allem, nachdem er nach der Schlacht von Aretia gesehen hat, wie Entscheidungen von oben oder ein Hinterfragen dieser innerhalb der eigenen Staffel , auch persönliche Beziehungen zerreißen können. Vielleicht ist es ein stückweit Feigheit, solchen Entscheidungen aus dem Weg zu gehen, aber Fer fühlt sich in dieser Position wohler. Ob ihm das in Zukunft auch gelingen wird, alles aus der rationalen, wenig hinterfragenden Position zu betrachten, muss sich noch zeigen. Gerade mit dem Wechsel des Mannes in seine Staffel, der in den letzten zwei Jahrzehnten immer wieder beharrlich daran gearbeitet hat, sich in sein Herz zu schleichen, um dann doch wieder eine kleine weitere Narbe zu schlagen, an denen auch Fearghal selbst seinen Anteil hat. Was das mit ihm machen wird? Daran möchte Fer am liebsten nicht denken und doch ist es ihm klar, dass er sich damit auseinandersetzen muss. Entscheidungen treffen … ugh.
17 Ingameposts | 03.02.2026, 18:50
Militär Navarre
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