Charakterliste
|
gespielt von Jella
33 Jahre
Reiter
Eis, so spät es auch in Form seiner Kraft in seiner Tatsächlichkeit Teil seines Lebens geworden ist, war in seinen vorrangigen Eigenschaften schon früh Teil von Kian Seaghas Leben. Kälte, Härte und Unnachgiebigkeit waren und sind grundlegende Eigenschaften, die ihm familiär und auch mitsamt seiner Erziehung in die Wiege gelegt wurden. Dass ihn diese vollends verinnerlichten Grundanker heute kaum zum massentauglichen Helden machen, sondern wohl eher in seiner Charakteristik als Bösewicht einzuordnen wäre, lässt ihn gewohnt kalt – sicherlich auch, weil er seinen Drang nach Heldentum in der gräulichen Schattierung seiner beruflichen Aufgaben verloren hat. Das Richtige zu tun ist für ihn nicht länger gleichbedeutend damit auch etwas Gutes zu tun, schließlich sind moralische Grenzen nicht nur dehnbar, sondern auch im Sinne eines großen Ganzen zu missachten. Glücklicherweise ist es dabei nicht Kians eigene Aufgabe vorzugeben, was diese Sinnhaftigkeit ist, schließlich wurde die Sinnfrage schon mit seinen ersten Atemzügen für ihn beantwortet. Der Ausdauernde, was sein Name übersetzt bedeutet, ist in erster Linie dem Militär verpflichtet und somit dem, was dieses zum Wohle seines Landes von ihm fordert. Wohl möglich, dass ein System keine Familie ersetzen kann und doch sind es Außenposten und militärische Strukturen, die ihm so familiär geworden sind, dass ein Hinterfragen dieser schon einer existenziellen Sinnfrage nahekäme. In allererster Linie und dem Kern seines Wesens ist Kian Soldat, scheut nicht davor zurück sich die Hände schmutzig zu machen und hat schon vor geraumer Zeit gelernt sein Gewissen auszuschalten. Was andere als monströs betiteln, ist in seinen Augen notwendig – der Glaube, dass der Stärkere gewinnt, unabhängig davon in welcher Disziplin, in seinem Leben integral. Der ihm dadurch eigene Ehrgeiz sorgt dafür, dass Freundschaften in seinem Alltag eher rar sind und sich zumeist im beruflichen Kontext bewegen, dabei ist seine Loyalität denen gegenüber, die in seiner Staffel sind oder darüber hinaus Bedeutung in seinem Leben gewonnen haben, immens. Dahingehend war ihm sein Schicksal zumindest gnädig, hat eben diese Loyalität ihm im Rahmen seines Berufs glücklicherweise bisher keinen inneren Konflikt beschert. Eben jene, die Gefühlsebene, ist Kian trotz seiner durchaus gewachsenen Lebenserfahrung dennoch häufig noch ein Rätsel, weil seine eigenen Verhaltensmuster eher auf Instinkten und Gedanken basieren, eine gewisse Akzeptanz und Verständnis aber gerade aufgrund seiner zweiten Siegelkraft gewachsen. Die mildere Form des Gedankenlesens manifestierte sich aufgrund der Tatsache, dass der Drache seines Großvaters sich beim Dreschen für ihn entschied und damit nicht nur die Gesetze des Empyreans missachtete, sondern ihn mit einer zusätzlichen Macht bedachte. Eben jene hätte eigentlich sein Todesurteil sein sollen und macht ihn umso mehr dem Militär verbunden, welches ihn nutzt anstatt ihn zu töten, wenngleich die Wirkung seiner Kraft auch stark von den Denkmustern und der Offenheit seines Gegenübers abhängt sowie er sich über ihre Funktionsweisen auch deswegen nur mit wenigen austauschen kann, weil seine zweite Siegelkraft hochklassifiziert ist, also geheim gehalten wird.
Die mangelnde Wärme seines Wesens und seiner Kindheit vermag sein Drache Kani nur dahingehend auszugleichen, dass sie Feuer spukt, ein wohl dahingehend interessanter Widerspruch, dass man Kian in den allerseltensten Fällen ansehen wird, dass er für etwas wahrlich und vollends brennt und auch seine erste Siegelkraft, die Eismanipulation das kühle Blau seiner Augen unterstreicht. Die wahre Wärme findet sich in erster Linie in seiner vor geraumer Zeit geschlossenen Ehe, so aber weitestgehend hinter verschlossenen Türen. Seine Ehefrau, eine Schriftgelehrte, ist sicherlich die Person, die sich am besten in den Weiten seiner Innenwelt auskennt und somit auch seine sanfteren sowie hitzigen Seiten kennt. Eine gewisse Furcht, dass man sie irgendwann gegen ihn verwenden könnte, lässt ihn manche Grenze deutlicher ziehen. Als begnadeter Gegner im Faustkampf glaubt er sie aber im Notfall verteidigen zu können. Seine Fähigkeiten in diesem Stil sieht er als Erbe seines Onkels, seine Entschlossenheit als das Erbe seiner Mutter. Zu letzteren ist das Verhältnis dabei kaum enger als zu seiner Geschwaderführerin, auch wenn sie beide als Koryphäen des navarrianischen Militärs gelten. Ein Ziel, welches auch Kian anstrebt, dabei sind ihm die militärischen Würden im Grunde weniger wichtig als das Ansehen, welches mit ihnen einhergeht. Anhand diesem mögen manche Geschichtsbücher im Sinne der Verschwörung vielleicht doch zum Helden erhöhen, welche Geschichte das Land für ihn abschließend schreibt, muss jedoch wohl noch entschieden werden.
25 Ingameposts | 09.02.2025, 15:33
Militär Navarre
gespielt von Miri
28 Jahre
Flieger
„Lächel‘ doch mal.“ Deine Mutter rollt mit den Augen, sagt dir später, dass du dir aus den Worten deiner Großmutter nichts machen sollst und du nickst bloß. Zuckst mit den Schultern. Schon okay.
Du machst dir nichts draus. Nicht aus diesem dummen Spruch, nicht aus allen die noch folgen. Aus denen, die Abstand halten, weil dein Gesicht genau das ausstrahlt. Macht‘s dir nichts aus voreiligen Schlüssen und dem Abstand, der sich auftut. Ist nicht deine Welt, nicht das, nicht der oberflächliche Small Talk, nicht der ganze Scheiß den‘s normalerweise braucht um herauszufinden, ob man sich sympathisch findet. Nett. (Hast du gehört — ich glaube — er soll ja —) Schulterzucken, Schulterzucken. Schaffst es beim Training ein bisschen mehr zu geben, ein bisschen offener zu sein. Dann wenn das Thema und der Raum festgesetzt sind, die Linien klar verständlich. Alles davon ab, das fällt dir meistens schwerer. Hältst dich dann zurück, lässt andere eher den Raum einnehmen, andere die‘s besser können, laut, lustig, oder weich(er) zu sein. Zuhören ist leicht — im Vergleich. Kannst gut das offene Ohr geben und musst selber einmal zu oft hören, dass du ein toller Zuhörer bist. Dass es dir schwer fällt im richtigen Moment zu gehen oder reinzugrätschen, da fragt niemand nach (und du wüsstest auch nicht wie du‘s erklären solltest). Verstehen ist das eine, das erklären das andere. Fühlen das eine, das ausdrücken — was ganz anderes. Behältst das meist alles lieber nur für dich. Du sparst dir die Worte. Oft (Schulterzucken). Wenn du den Mund aufmachst, dann ist es ehrlich, direkt raus, ungefiltert. Damit muss man umgehen können. Bist die Ruhe selbst. Der Blick ist meist klar, fokussiert. Wirkt so als würde dir nichts entgehen und als könnte dich nichts wirklich umhauen, nichts überraschen. Bringst 'ne wahnsinnige Ruhe in den Raum rein. Unbeirrt, (stur, dickköpfig), manchmal. Ist was deine Mutter in den Wahnsinn treibt. Weil‘s ihr schwerfällt das zu verstehen und weil du nicht die Zähne auseinander kriegst um es ihr leichter zu machen. Nicht bis du allein bist, nicht bis es alles als Wut nach oben blubbert und zu stundenlangem Training wird. Zum Schreien im Dunklen raus auf‘s Meer bis der Druck sich weniger anfühlt. Bis sich das Schulterzucken wieder authentisch anfühlt. Es ist nichts. Und es ist wieder das kleine Regengesicht und der dicke Wolkenvorhang und bloß nicht drüber reden. Schon okay.
47 Ingameposts | 02.06.2025, 17:31
Militär Poromiel
gespielt von telfi
32 Jahre
Fliegerin
Einatmen. Ausatmen.
Meine Arme auf der Reling. Mein Kinn auf meinen Händen. Ich spüre das Holz warm unter meinen Fingerspitzen. Die Luft schmeckt salzig, die Wellen schlagen gegens Schiff und bringen mich zum wanken. Aber da sind starke Arme, die sich um meine Mitte drängen, sein warmer Atem in meinem Nacken, seine Lippen an meinem Ohr. Küsse entlang meines Halses, ich mache ihm Platz. Ich bekomme nicht genug. Einatmen. Ausatmen. Alles für ihn. Ich bin ein kitschiges Mädchen. Unsere Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt. Aber meine Geschichte hat an einem anderen Ort, als auf diesem Schiff angefangen. Aufgewachsen zwischen Silberbesteck und vielen Regeln, Normen und Traditionen, die nicht meine bleiben sollten, habe ich irgendwann den Absprung geschafft. Ich bin die Tochter eines reichen Mannes, einer eleganten Dame, die Schwester eines ausgezeichneten Fliegers und ich hätte die Partnerin eines Mannes werden sollen, der mich vielleicht auf Händen getragen hätte. Ich habe eine andere Abzweigung genommen, mich schliesslich in den Bootsjungen verliebt. Ich bin an ihm und mit ihm gewachsen. Aber ich bin auch alleine älter geworden, habe mich weiterentwickelt und bin irgendwann zu dem Menschen geworden, der heute vor dir steht. Ich bin nicht vollkommen und ich habe viele Fehler. Ich bin weder die Grösste, noch die Stärkste, noch die Geschickteste, noch die Fähigste all der Leute, die sich auf der Welt tummeln und vor allem auf diesem Schiff. Ich glaube ich bin am unteren Ende der Hirarchie, wenn man vielleicht irgendwann jemanden über die Planke laufen lässt, dann mich. Oder? Ich könnte etwas mehr Vertrauen in meine Fähigkeiten haben. Aber, wenn ich mir die Menschen in dieser Mannschaft so anschaue, dann empfinden die meisten davon das Meer als ihre Heimat, ihr Zuhause. Ich nicht. Ich habe kein Zuhause, nicht eines, das an einen Ort gebunden ist, sondern vielleicht an einen Menschen. Und vielleicht ist das Meer irgendwann deswegen so wütend auf mich, dass es mich einfach verschluckt und nicht mehr ausspuckt. Oder mein Mensch ist irgendwann nicht mehr... und dann wohin gehöre ich? Ich gehöre nicht mehr zu meinen Eltern. Ich gehöre auch nicht an die Grenze und zu den anderen Stationen, die ich alle hinter mir gelassen habe, um auf dieses Schiff zu kommen. Habe ich hier eine Familie gefunden, derer ich mich würdig erweise? Ich fühle manchmal etwas zu viel und weiss nicht wohin mit diesen Gefühlen, dann werde ich wütend, weil in meinem Kopf die Rädchen plötzlich nur noch auf Wiederholung schalten. Ich fühle aber auch mit vielen, mit allen eigentlich. Vielleicht macht mich das zu einem unikaten kleinen Teilchen in diesem Puzzle an Menschen auf dem Schiff. Und vielleicht verschluckt mich darum das Meer noch nicht.
18 Ingameposts | 15.07.2025, 17:33
Militär Poromiel
gespielt von Maj
34 Jahre
Schriftgelehrter
Vizekommandeur von Samara… mit einem Blick auf die militärisch-biographischen Daten erstaunt, dass Domacrydhan Nergal diesen Rang und Titel trägt. Ist er mit 34 Jahren doch recht jung für diesen Posten. Ist er als Schriftgelehrter doch nicht die typische Wahl in einem System, das in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem Drachenreiter in Führungspositionen kennt. Standortkommandeure sind oft genug stille Posten, die – so notwendig sie sind – wenig Aufmerksamkeit erregen.
Doch es gibt zwei Gründe, aus denen heraus Domacrydhan aus dieser Stille ausbricht. Der eine Grund liegt in seiner Persönlichkeit und seinem Auftreten. Es ist nicht zu übersehen, dass Domacrydhan einen adeligen, vermögenden Hintergrund hat (und seine Familie es nicht auf dem Status Quo belassen möchte). Er liebt Luxus und ist daran gewöhnt, dass Menschen ihm zur Verfügung stehen. Diese betrachtet und behandelt Domacrydhan oftmals nicht ausgehend von ihrer Persönlichkeit, sondern von dem Ziel, das es zu erreichen gilt. Das macht ihn auf persönlicher Ebene kalt und manchmal gar schwer zu ertragen, wenn Provokation sein Ansatz ist, mehr Leistung heraufzubeschwören. Aus militärischer Sicht macht es ihn effizient und geeignet dafür, stellvertretend einen Standort zu organisieren und in das Wissen um die Veneniexistenz eingeweiht zu sein. Zwei Geschwister und ein (selbstgewähltes) Zuhause haben das Leben und der Krieg ihm bereits genommen und auch Teile seines Hörvermögens und Gleichgewichtssinns eingefordert. Dass er sich von letzterem nicht einschränken lassen will, hat seine Risikobereitschaft in körperlicher und… moralischer Hinsicht erhöht. Was offiziell nur durch den Besitz eines Bordells auffällt, reicht weit tiefer in die Kriminalität hinein. Dass sich ersteres – seit seinem 6. Lebensjahr in unterschiedlicher Frequenz – wiederholt, hat Domacrydhans Umgang mit Menschen definiert. Er wahrt gleichermaßen erhöhte Distanz und begegnet vielem gleichgültig und nimmt Menschen und ihre emotionale Verbindung zueinander ausgesprochen wichtig. Der andere Grund liegt in dem Standort, für den Domacrydhan stellvertretende Verantwortung trägt: Fast alle Reiter einer Staffel sind durch einen poromischen Angriff ums Leben gekommen. Dass der eigene Einsatz von Sumerton ausging, spielt nur geringfügig eine Rolle, denn für die Öffentlichkeit es ist Samara, wo nun eine Staffel neu aufgebaut und konzipiert wird. Für die militärische Führung ist es Samara, von wo aus jene Reiter desertiert sind, die offiziell als tot gelten. Das ist ein Unglück samt einer möglichen Sicherheitslücke, für die Domacrydhan zwar nicht zur Verantwortung gezogen wird – aber doch beweisen sollte: Es wird keine Wiederholung geben.
18 Ingameposts | 31.03.2025, 21:51
Militär Navarre
gespielt von Maj
41 Jahre
Reiterin
Fast in einem Atemzug mit dem König Navarres und seinem Commanding General dürfte Shahar Fendyr, geb. Cavall, genannt werden, wenn die Rebellen im Reich versuchen, ihre Feinde persönlich aufzuzählen. Vor nicht ganz fünf Jahren und im Anschluss an die niedergeschlagene Rebellion wurden ihr Mann und sie mit Tyrrendor belehnt, so dass sie in der zivilen Welt nun mit dem Ehrentitel Herzogin anzusprechen ist. Was nach Krönchen, gesellschaftlichen Events und schönen Kleidern klingt, ist tatsächlich aber ein rauer, grausamer Alltag. Zum fünften Mal jährt sich dieses Jahr die erfolgreiche Niederschlagung der Rebellion, aber die Trümmer, die man in Tyrrendor dabei hinterlassen hat, schwelen noch. Manche physisch wirklich, manche nur psychisch in der Seele der Einwohner. Die 100 Anführerfamilien habe man hingerichtet, heißt es in der offiziellen Berichterstattung, danach, wie viele der unteren Schichten auch nur enttarnt wurden, fragt niemand – der nicht vor Ort ist. Von einer niedergebrannten Hauptstadt weiß man, schweigt aber ebenso über zivile Opfer, wie über staatliche Institutionen und Unterlagen, die im Feuer zu Grunde gingen. Die Folgen eines Bürgerkriegs und womöglich immer wieder aufflammende Glutnester einer Rebellion zu beseitigen, ist zu Shahars Lebensinhalt geworden, die dergleichen nicht diplomatisch, sondern blutig vom Rücken eines Drachen erledigt.
Zum Militär zu gehen, für Land und Krone zu kämpfen und die Einwohner Navarres zu beschützen, hatte Shahar mal gewollt. Als Ehre hatte die jüngere Tochter der Adelsfamilie Cavall es gesehen und sich mit jeder Menge Ideale auf den Weg über den Viadukt in den Reiterquadranten gemacht, die geradezu ritterlich und edelmütig genannt werden konnten. Die letzten fünf Jahre haben davon jedoch fast alles zerstört und die Priorität von ‚es soll Menschen gut gehen‘ auf ‚sie sollen Ruhe halten‘ verlagert. Aufgrund ihrer Zuständigkeit für mehrere Staffeln des Südgeschwaders, die in Lewellen und Nymrith stationiert sind, scheint sie machtvolle Militärpositionen inne zu haben, doch die Hälfte aller Macht und aller Orden, die man Shahar seit Ende der Rebellion angeheftet hat, sind lediglich schöner Schein: Die Provinz Tyrrendor sollte möglichst nah an den König heranrücken und gezeigt werden, wie viel Vertrauen auch in die neue herzogliche Führung gesetzt wurde. Shahar ist ein Stückweit personifizierte Propaganda, die mit Verantwortung, Arbeit und Leid zwar konfrontiert wird, in deren Hintergrund aber noch ganz andere Kräfte am Werk sind. Diese bestehen ebenso aus offiziellen Beratern und guten Stellvertretern, wie auch Mitglieder der königlichen Verschwörung, deren Lügen auch Shahar auf den Leim geht: Auch sie glaubt, dass es bei der Rebellion in Tyrrendor um einen reinen Aufstand gegen den König, gegen den Krieg, gegen die Wehrpflicht ging. Darum, dass Tyrrendor den anderen Einwohnern Navarres die Unterstützung verweigern wollte, auf die man doch so dringend angewiesen ist; in Persona ebenso wie dadurch, dass Tyrrendor die Kornkammer des Reichs ist. Nichts weiß sie über die Veneni und alles, was damit noch zusammenhängt. Und selbst wenn sie es wüsste… Shahars Loyalität gegenüber der Königsfamilie ist in den letzten Jahren zwar gesunken, da sie sich mit den Problemen in Tyrrendor allein gelassen fühlt, doch sie würde nicht so weit gehen, dieser Königsfamilie und ihrem eigenen Land in den Rücken zu fallen. – Die Rebellion (oder ihre Reste, wie sie glaubt) sind definitiv auch Shahars persönliche Feinde. Dieser, nicht der Krone, lastet sie jeden Tod der letzten Jahre innerhalb von Tyrrendor an. Und jeden Moment, in dem ihre eigenen Kinder sie in den letzten Jahren zwar gesehen, mit ihr am gleichen Ort gelebt haben, gleichzeitig aber doch nichts von ihrer Mutter hatten.
31 Ingameposts | 09.02.2025, 17:16
Militär Navarre
gespielt von Jella
21 Jahre
Reiterin
Eine von vielen. War ich schon immer und wollt‘ auch nie was anderes sein. Eine von vielen Frauen, die den Namen Plorvis mit Stolz tragen. Mein Nachname hat mir das Reiterschwarz in die Wiege gelegt, aber ich hätte genauso gut Schmiedin werden können. Oder alles andere. Ich war es, die den bereits bereiteten Pfaden folgen wollte. Das war kein Zwang, nur Tradition, nur Familienehre und ein bisschen Träumerei. Ich wollte schon als junges Mädchen fliegen. Ich habe die majestätischen Wesen gesehen und konnt‘ mir nichts anderes vorstellen, als ihnen begegnen zu wollen. Wollte wissen, ob ich ihrer Magie würdig bin. Wynne Kara Plorvis war für mich schon immer mehr als nur ein Name. Ich glaub‘ zwar nicht an Götter, aber ich fühl mich von meiner Familie gesegnet. Ich habe vielleicht keine Stürme als meine Siegelkraft manifestiert, aber fühl mich wild, wenn ich auf dem Rücken meines Drachens die Lüfte erklimme. Muss grinsen, weil es sich nach Freiheit anfühlt, selbst wenn mein Drache mich für lange Zeit ans Militär bindet. Ich bin eine Plorvis, nicht nur im Namen, sondern auch im Gefühl, mit dem ich das Erbe meiner Vorfahren trage. Wir sind alle entschlossen, sie und ich. Und wir reichen uns auch die Hände oder die Waffen.
Eine von vielen war ich auch, als ich übers Viadukt getreten bin. Eine von weniger bin ich als Junior. Nicht alle von uns haben überlebt. Nicht alle von uns werden das nächste Jahr überleben. Aber ich rede mir ein, die um mich herum, die müssen. Ich bin zu viel Teamplayer, um nicht auch eine gewisse Verantwortung zu spüren, dafür zu sorgen. Kann die Kontrolle schlecht abgeben, aber muss es jetzt auch weniger, mit den Abzeichen auf meinem Arm. Staffelführung mit gerade einmal 21 Jahren. Das stand damals auf der Liste von meinen Zielen. Ich hab‘s erreicht und trage die Verantwortung doch nicht leichtfertig. Leben sind von meiner Leistung abhängig. Aber ich kann auch Entscheidungen treffen, anstatt sie nur hinzunehmen. Ich bin Soldatin, doch mit dem selbstständigen Denken konnt‘ ich trotzdem nie aufhören. Fällt mir also leichter, wenn ich auch ein bisschen mitreden kann. Meine Siegelkraft hingegen bereitet mir wortwörtlich Kopfzerbrechen. Mit dem Hammer in meiner Hand fühle ich mich sicher, mit dem Flegel kann ich gut umgehen, aber die Magie? Manche Tage frage ich mich, ob sie aus all den Widerworten rührt, die ich über meine zwei Jahrzehnte Leben gegeben habe. Meinungsstärke ließ mich häufiger diskutieren als aufgeben. Ich mach‘s auch heute noch gern. Die Magie anderer zurückzuwerfen indes ist mehr Herausforderung als Berufung. Ich lern‘s, weil‘s mein Überleben sichert. Bin eigentlich kein guter Spiegel, aber sehe Potenzial. Auch mein eigenes. Und ich lerne gern, selbst wenn‘s hart ist. Bin nicht gut darin aufzugeben, weder Menschen noch Aufgaben. Ich bin mir sicher, deswegen bin ich, wo ich bin. Deswegen bin ich, wer ich bin.
20 Ingameposts | 26.05.2025, 20:36
Basgiath War College
gespielt von Moni
26 Jahre
Reiter
Für dich war schon von vorne herein klar, dass du irgendwann mal deinem Vater nacheifern und Drachenreiter werden würdest. Deine Mutter war eine Schriftgelehrte und brachte dir viel bei, sie erzählte viele Geschichten und es war immer sehr aufregend für dich. Es war also kein Wunder, dass du dann im Basgiath anfingst und dort Teil wurdest. Doch dann starb dein Vater bei einem Einsatz und mit ihm sein Drache, was für dich wirklich sehr schlimm war. Es zerbrach etwas in dir, was du nicht hättest denken können. Es zerstörte dich innerlich und irgendwie musstest du mit dem Schmerz umgehen, auch wenn es dir sichtlich schwer fiel. So hattest du nur noch deine Mutter, die du auch nicht wirklich sehen konntest, aber zu ihr blieb weiterhin eine Verbindung bestehen die sehr tief war, und die du niemals aufgeben wolltest.
Auf dich war immer Verlass, du warst eher friedfertig, und Streit war nicht so dein Ding. Dein Drache Trom hingegen schien immer wieder dich herausfordern zu wollen, aber du bautest mit der Zeit eine enge Verbindung zu ihm auf, die dir unglaublich wichtig war. Du hattest kein Problem Freundschaften zu schließen, für dich war das eine Leichtigkeit. Du warst ein sehr loyaler Mensch und immer für deine Freunde da, wenn sie dich brauchten und hattest immer ein offenes Ohr für sie. Und gleichzeitig warst du auch jemand, der einen gewissen Humor hatte und andere zum Lachen brachte. Nachdem du deine Ausbildung am Basgiath abgeschlossen hattest kamst du nach Baridmeth, dort wurdest du stationiert, und es war dir wichtig, dass du immer zuverlässig warst. Man sollte sich auf dich verlassen können, das war es was dich ausmachte. Auch wenn du manchmal ein paar deiner Freunde vermisstest, so wart ihr nicht immer getrennt, denn du konntest ja immerhin Briefe an sie schreiben, Kontakt halten. Das war dir unheimlich wichtig. Aber auch deine Beziehung zu deinen Kollegen an deinem Standort, die pflegtest du mit sehr viel Eifer. Deinen Vater würdest du nie wieder vergessen, was er getan hatte, wie er für dich da gewesen war, er würde immer in deinem Herzen bleiben, daran würdest du dich festhalten. Und gleichzeitig würde er immer bei dir sein, und das war eine Tatsache, die dich antrieb und nach vorne brachte. Solange du daran glauben konntest, konntest du alles schaffen. Und aufgeben war sowieso nie eine Option.
1 Ingameposts | 01.07.2026, 12:14
Militär Navarre
gespielt von Josi
50 Jahre
Heilkundige
Das Leben – ein Tanz auf dem Drahtseil, dünn, manches Mal ein bisschen wackelig, gespannt über dem unendlichen Abgrund voller Möglichkeiten. Ein Abenteuer, wenn man es denn wagt, welches nicht nur Schrecken und Gefahren birgt, sondern auch eine fantastische, atemraubende Aussicht und das wahre Glück. Da ist kein Sicherungsseil im Leben, kein Netz, kein doppelter Boden, aber da ist jene Hand, jenes im Gleichtakt schlagende Herz, dass einen die Angst vor allem Unbekannten vergessen lässt. Mit großen Hoffnungen, bunten Träumen und offenem Herzen hat Maylin ihr Abenteuer begonnen und selten ein Risiko gescheut, so lange klar war sie ging es an der Seite ihres Mannes ein. Manchmal war da das Gefühl, beinahe zu fallen, alles verloren zu haben, aber Aufgeben kam nie in Frage. Lebenswille und Liebe ungebrochen gibt es doch immer eine zweite Chance, die es zu suchen gilt, immer etwas, dass man nicht gehen lassen kann, festhalten muss, etwas für das es sich lohnt, weiter zu machen und darauf zu vertrauen, dass am Ende alles gut wird.
Geboren wurde die Blonde mit den wohlklingenden Vornamen Maylin Alyona Neaynin in die altehrwürdige Elsumer Adelsfamilie Bhailis. 50 Jahre später ist von ihrem kindlichen Glauben an Wunder und Märchen nur noch die Liebe geblieben, an der sie unbeirrt festhält. Adelig und reich zu sein bescherte ihr eine Kindheit voller Traditionen und Regeln in der es ihr nie an etwas fehlte, außer vielleicht an Freiheit. Diese fand sie, als sich mit ihrer Ehe ihr Nachname zu Sayre änderte, und Draven ihr ein Leben frei von Einschränkungen und dafür voller Abenteuer schenkte. Das Streben nach Geld und Luxus liegt ihr heute so fern wie die Motivation an gesellschaftlichen großen Feierlichkeiten teilzunehmen. Ballkleider und seidene Schühchen tauschte sie schon vor vielen Jahren gegen die hellblaue Uniform des Heilerquadranten und hat sich darin auch mehr selbst gefunden, als in jedem Schmuckstück oder besticktem Stoff. Im militärischen Dienst hat sie mehr gearbeitet, aber auch mehr erlebt, als sie es je zu träumen gewagt hätte und ja, auch mehr verloren als es in einem behüteteren Leben vielleicht der Fall gewesen wäre. Aus dem verträumten Mädchen ist eine pragmatische Frau geworden, die was die Traditionen ihrer Familie angeht, nur an der Liebe und Loyalität zu ihrem Heimatland festgehalten hat. Ansonsten ist ihr Leben nicht mehr bestimmt von altem Adel und steifen Anstand, sondern Familiensinn und Wärme. Diese spürt man selbst in der Familienwohneinheit die sie im Stützpunkt Samara mit ihrem Mann bewohnt. Es ist nicht nur ein Schlafplatz, sondern ihr Heim. Großen Luxus sucht man hier vergebens, dafür ist die Wohnung voller Blumen, hell eingerichtet und mit der Anwesenheit eines roten Katers namens Constantin auch nie wirklich still. Das Zentrum ihrer Welt ist ihre kleine Familie, das Glück und Glücklichsein ihres Sohnes, der inzwischen Basgiath besucht um Reiter zu werden. Ihre Gedanken und Sorgen weilen oft bei ihm und sie ist durchaus froh, wenn sein letztes Jahr überstanden ist, auch wenn sie weiß, das dass Leben als Reiter auch danach gefährlich bleibt, schließlich ist sie seit beinahe 30 Jahren mit einem, beinahe zwei von ihnen Verheiratet. Dass sie sich mit ihrem Mann auch auf ein Paar gebundener Drachen und damit auch den zweiten Reiter eingelassen hat, hat sie schon im Laufe ihres ersten Ehejahres verstanden, aber wahrscheinlich wäre sie am besten Freund ihres Mannes auch ohne die Drachen nicht vorbei gekommen, die irgendwie auch zur ihrem Leben gehören. Sicher nicht im familiären Sinne, schließlich hat May auch nach 30 Jahren im Schatten dieser gefährlichen Wesen noch den größten Respekt und Bewunderung, aber weniger der oft so verbreitete instinktiven Angst.
7 Ingameposts | 11.01.2026, 21:43
Militär Navarre
gespielt von Jani
34 Jahre
Reiterin
Die Welt existiert nur im Gleichgewicht. Tag und Nacht. Feuer und Wasser. Stärke und Mitgefühl. Bewegung und Ruhe. Du hast gelernt, dass nichts allein bestehen kann, ohne dass irgendwann Chaos entsteht. In dir ist’s gewachsen, langsam. Über Jahre hinweg, in denen du nach Balance gesucht hast. In denen du dich verloren und gefunden hast. Du hast angefangen deine Gedanken zu hinterfragen. Den ersten, der dir anerzogen worden ist. Der zweite, der dich widerspiegelt. In den meisten Fällen gefällt er dir besser. In den meisten Fällen geht es dir nicht ums Gleichgewicht, sondern um die Wahrheit. Um das, was entsteht, wenn man aufhört, sich selbst zu belügen. Im Einklang mit der Welt zu sein, ist nicht dein Ziel gewesen. Kontrolle zu haben, ist keiner deiner Ansprüche. Chaos lügt nicht; genau deshalb lässt du dich so gern von ihm treiben. In ihm existieren keine Rollen. Keine Erwartungen. Kein Zwang. In ihm kannst du atmen. Besser als du’s inmitten
2 Ingameposts | 26.04.2026, 21:20
Militär Navarre
gespielt von Jella
32 Jahre
Heilkundige
Stille Wasser sind tief. Habe ich schon so oft gehört, dass ich mich manche Tage frage, was man mir damit sagen will. Ich kenn auch genügend stille Wasser, die flach sind. Kenn genügend stürmische Wasser, die tief sind. Aber ich bin keines. Kein Sturm, der alles niederreißt und die Welt danach in Stille hüllt. Ich bin Ebbe und Flut. Ich bin verlässlich, in der Art und Weise, wie’s für die Menschen aus meiner Gemeinschaft immer wichtig war. Zosia Ivaris ist kein Name mit langer Militärhistorie, ich sollt‘ nicht mal mehr drin sein. Meine Verpflichtung war keine Abweichung der Norm, meine erneute nach dem Abschluss indes ist es. Die Sterne haben mir eigentlich ein anderes Leben prophezeit. Aber die Sterne haben mir auch eine ältere Schwester an die Seite gestellt, die sich gegen unseren gemeinsamen Weg entschieden hat. Also bin ich ihr mit etwas Abstand und einer anderen Entscheidung in ihren gefolgt. Ist nicht mein Weg, aber mein Schicksal, welches mich jeden Tag die blaue Robe wieder anlegen lässt. Nicht nur wegen meiner Schwester, sondern wegen all den Seelen, denen ich helfen kann. Auch wenn ich die Blicke aus der Ferne nicht mehr sehe, ich spüre das Urteil meiner Gemeinschaft mit jedem weiteren Schritt, den ich gehe. Ich spiegle ihre Werte auf meiner Oberfläche und bin doch nicht, was sie von mir wollten. Altruismus ist mein Anker, aber mein Arbeitgeber entgegen aller Wünsche, die man für mich hegen konnte. Hilfreich sein, Pazifismus leben für sie nicht mit dem zu vereinbaren, was ich tue. Dabei ist meine Tätigkeit vor allem das: ein Heilen der Wunden, die ich nie jemandem zufügen würde. Die Hilfe, die ich geben kann, weil ich mich entschieden habe, mich nicht von den Strukturen blenden zu lassen. Es ist das System, welches unter meinen Fingern rottet und so viele Charaktere mit Schwärze tüncht, nicht ich. Ich bin dieselbe und bin es doch nicht. Ich richte meine Gebete immer noch an Elyria, aber ich habe mittlerweile andere Fragen. Das Warum? ist so schnell über meine Lippen, dass es mein Hadern nur offenkundiger macht. Warum ist die Welt so grausam? Warum kämpfen Menschen für Ideale, aber sehen nicht, dass das Ideal wäre die Waffen niederzulegen? Warum ist die Welt manchmal so grau, wenn sie doch so viele Farben für uns bereithält? Warum ist es nicht mehr so einfach eben jene zu verurteilen, die einen anderen Weg gegangen sind? Ich trage das Blau nicht mit Stolz, aber ich trage es mit Wirkung. Ich spreche noch immer nur, wenn ich auch wirklich etwas zu sagen habe. Und ich halte mich an die Gebote meiner Familie, selbst dann wenn ich die Einzige in meinem Umkreis bin. Keine Gewalt, weder in Tat noch in Wort. Bin deswegen auch heute manchmal still, weil mir letzteres schwerer fällt. Ist die Umgebung, die dazu einlädt, der raue Umgangston, der sich durch das Militär zieht. Aber ich schweig‘ lieber, als andere wissentlich zu verletzen. Bin still und tief, auch wenn’s ein seltsames Klischee ist. Ich habe ein Leben lang in der Gemeinschaft gelebt und muss sie jetzt doch in erster Linie allein mit mir tragen. Wenn ein Blatt vom Baum fällt, kann es nicht entscheidet, wo es landet. Ich schwimme inmitten dieses Sees an falschen Möglichkeiten und geb‘ mein Bestes sie doch ein bisschen besser zu machen. Versuch‘ die Welt besser zu machen oder zumindest den kleinen Ort, an dem ich bin.
13 Ingameposts | 15.05.2025, 14:23
Militär Navarre
gespielt von Moni
22 Jahre
Flieger
Aufgewachsen als Sohn einer Fliegerin und eines Alchemisten, war dein Leben schon immer vorherbestimmt. Es war kein Wunder, dass du irgendwann einen ähnlichen Weg wie deine Eltern gehen würdest. Für dich war das schon immer das Richtige, der Weg den du gehen wolltest. Du liebtest es, wenn du auf Danns Körper durch die Gegend flogest. Schon früher hattest du deine Mutter ein wenig darum beneidet, wie frei und leicht sie sich gefühlt hatte. Das Leben, die Zukunft, all das was vor dir lag, das war so viel mehr, als du es bestimmen konntest. Das alles machte dir ein wenig Angst, das konntest du nicht ausschalten. Aber gleichzeitig warst du niemand, der einfach so aufgab. Für dich gab es immer diesen einen Kampf, den du bestreiten wolltest. Auch wenn du wusstest, dass das Leben schneller vorbei sein konnte, wenn man auch nur einen Fehler machte. Und doch hattest du immer diesen Funken von Hoffnung, dass du einen Weg finden würdest, das alles zu überstehen.
Dein Weg an die Cliffsbane war von Anfang an klar gewesen, du würdest alles dafür tun, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Denn du träumtest von einer sicheren Welt. Einer Welt, wo alle in Frieden leben konnten. Du warst dir nicht sicher, du fragtest dich, wieso man so ein Geheimnis um die Bedrohung machte, die euch bevor stand. Du konntest es nicht ganz verstehen, wieso man die Drachenreiter nicht aufklärte. Es war dir ein Rätsel. Du würdest nicht sagen, dass es Hass war, der dich deswegen anleitete, es war eher Verwirrung und Unverständnis. Beziehungen waren bei dir relativ kompliziert, es war nicht so, dass du keine Erfahrungen gesammelt hattest bisher, die hattest du definitiv. Aber du warst dir nicht sicher, ob du wirklich was Ernstes wolltest oder entwickeln wolltest. Du warst eher Jemand, der die Dinge ausprobieren und herausfinden musste. So hattest du den Glauben daran, dass du irgendwann auch was Ernstes haben könntest, aber das würde trotzdem noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Es gab in deinem Leben im Moment einfach wichtigere Dinge. Dinge, die du zu erledigen hattest. Manchmal vermisstest du deinen Heimatort, wenn du an der Cliffsbane warst. Es war nicht so, dass du nicht dort willkommen warst. Aber das Meer, der Duft, den dieser mit sich brachte. Die Erinnerungen an deine Heimat, die klangen immer nach, und du spürtest eine Sehnsucht. Gleichzeitig wusstest du jedoch, dass du immer willkommen sein würdest. Und daran würdest du immer festhalten, so lange wie es eben möglich war.
4 Ingameposts | 09.05.2026, 07:59
Cliffsbane Akademie
gespielt von Jani
20 Jahre
Reiterin
Ich hab’ noch immer nicht gepackt. Seh‘ auf den leeren Rucksack vor mir und frag‘ mich, wie mein Leben dort hineinpassen soll. Wovon ich mich trennen muss, um es über’s Viadukt zu schaffen und ob’s überhaupt wichtig ist – weil nichts davon verschwinden wird. Meine Eltern werden mein Zimmer nicht ausradieren, als hätte es mich nie gegeben. Sie werden meine Tagebücher der letzten Jahre nicht im Winter nutzen, um den Kamin damit zu entzünden. Überall im Haus verteilt hängen noch immer Bilder, die ich gemalt habe, als ich gerade so einen Stift habe halten können. In deren Ecke unsäuberlich Juno steht, als gäb‘ es noch andere (semi-begabte) Künstler in meiner Familie. Ich brauch‘ nichts von den Dingen vor mir wirklich – die Bücher über Drachen sind zu schwer, sie verändern meine Balance zu sehr, als dass es Sinn ergeben würde, sie tatsächlich mitzunehmen. Das sonnengelbe Kleid, was ich gerade erst zum Geburtstag bekommen habe, werd‘ ich dort nicht tragen können. Selbst die Dolche werden mir keine große Hilfe sein: bei den meisten von ihnen handelt es sich sowieso um Trainings-Klingen. Hinterlassen nicht mehr als Kratzer auf der Haut. Bin mir sicher: ich hab‘ bereits das vierte Mal alles neu sortiert. Dinge eingepackt, um sie anschließend wieder heraus zu räumen. Frag‘ mich langsam, warum ich nicht meine beste Freundin gefragt habe, was sie für wichtig hält. Weswegen ich nicht dabei gesessen habe, als bereits letztes Jahr für den Quadranten der Reitenden gepackt worden ist. Vermutlich bin ich zu aufgeregt gewesen. Kann mich an den Tag nur noch lückenhaft erinnern, nur noch daran, wie fest ich ihn gehalten habe, bevor er sich endgültig verabschiedet hat. Und wie sicher ich mir gewesen bin, dass wir uns in diesem Jahr wiedersehen würden.
Bin mir immer noch sicher – dass er auf der anderen Seite auf uns warten wird und wir den Abend damit verbringen werden, uns gegenseitig zu erzählen, was wir im Leben des anderen verpasst haben. Zusammengekuschelt mit Nia, irgendwelche Süßigkeiten in uns hineinstopfend. Süßigkeiten. Mein Blick gleitet zu meinem Nachttisch, hab‘ die Schublade geöffnet, bevor ich weiter darüber nachdenken kann und zieh‘ die Ausbeute unseres letzten Markttages hervor. Bon-Bons. Schokolade. Kekse. Wir sind bisher nicht dazu gekommen, sie zu essen – aber ich weiß, dass wir so bald nicht mehr die Möglichkeit dazu haben werden. Weiß, dass wir sie vielleicht brauchen werden. Um die Laune zu heben, um nervös auf der Lakritze herum zu kauen (auch, wenn sie außer mir niemand zu mögen scheint). Bin froh, dass mir meine Mutter nicht über meine Schulter schaut, denn sie würde die Augen dabei verdrehen, würde sie sehen, dass ein Drittel meines Rucksackes ausgerechnet mit Konfekten und Pralinen gefüllt ist. Sie würd‘ einen Herzinfarkt bekommen, wenn sie sehen würde, dass ich den restlichen Platz nutz‘, um die kleine Märchensammlung einzupacken, die ich Jesper geschenkt habe, kurz nachdem er hier angekommen ist. Damit er etwas anderes zu lesen hatte als die Geschichte Navarres. Damit er mich kennenlernen konnte, weil’s mein Lieblingsbuch gewesen ist und weil er sich damals dafür entschuldigt hat, dass er’s zurücklassen musste. Bin mir sicher, selbst wenn der Herzinfarkt sie ins Grab gebracht hätte, hätt‘ sie noch Zeit, um sich dort umzudrehen, würd‘ sie von oben herab auf mich blicken und die Kristalle bemerken, die nicht mehr an meiner Decke hängen und das Licht im Raum verstreuen, sondern die geradewegs – und als Letztes – in den Rucksack wandern. Ich brauch‘ nicht mehr – etwas für Nia, etwas für Jesper, etwas für mich. So wie’s die letzten Jahre auch gewesen ist. So wie’s die nächsten Monate sein wird.
20 Ingameposts | 02.05.2025, 19:39
Basgiath War College
gespielt von Lini
31 Jahre
Reiter
Manche Leben sind schon vorbestimmt, bevor sie überhaupt angefangen haben. Nicht unbedingt, welchen Weg du gehen wirst - sondern an wessen Seite du diesen Weg gehst, war schon lange vorbestimmt. Für dich war es irrelevant, ob dein bester Freund ein Prinz oder ein Bauer war. Für deine Eltern war es natürlich ein Segen, dass der Prinz und du relativ gleich alt wart und somit standen die Chancen gut, dass ihr euch anfreunden würdet. Dein Leben spielte sich schon von klein auf am königlichen Hof in Calldyr Stadt ab. Du lerntest die Gepflogenheiten, alle Dinge die man wissen musste und gleichzeitig wurdest du darauf vorbereitet, dass du als Schwert und Schild den Prinzen beschützen würdest. Eine Aufgabe in die du hinein gewachsen bist und die deine höchste Pflicht darstellte. Für dich war klar, wo Zeke hinging, würdest du folgen und auf ihn aufpassen - im Zweifel dich vor ihn stellen und dein eigenes Leben opfern, um seines zu retten.
Eigentlich hättet ihr gemeinsam zur Infanterie gehen sollen, danach zurück an den königlichen Hof kehren und euch nicht euer Leben lang für das Militär verpflichten. Aber Zeke hatte andere Pläne und deine Pläne änderten sich mit. Für dich war es weniger ein Zwang, du hast es gerne gemacht - weil Zeke dir eben auch so am Herzen lag. Du warst schon immer ein Mensch der für andere durch die Hölle gehen würde, die ihm wichtig waren. Also seid ihr über den Viadukt gelaufen und habt dadurch euer Schicksal besiegelt Drachenreiter zu werden. Du wusstest nicht, was Zeke dazu getrieben hatte, aber es war auch egal, immerhin warst du bestens darauf vorbereitet auch körperliche Anstrengungen zu bewältigen. Somit war es kaum überraschend, dass du in Basgiath zu den Besten gehörtest und auch keine Probleme hattest, Zeke mit deinen Fäusten zu verteidigen - oder andere Personen die dir wichtig waren. Neben deiner Pflicht den Prinzen zu beschützen, hast du es dir aber auch in Basgiath gut gehen lassen - immerhin könnte als Reiter jeder Tag der Letzte sein? Ob es überraschend war, dass ein Roter dich gebunden hat? Eigentlich nicht. Auch, wenn du ruhig und kontrolliert wirken kannst, so bist du doch auch temperamentvoll und es ist noch weniger eine Überraschung, dass du die Sturmmanipulation als Siegelkraft entwickelt hast. Für Oro bist du der erste Reiter und zusammen seid ihr mehr als nur eine Naturgewalt, die sich selten bis gar nicht unter Kontrolle bringen lässt, wenn ihr es nicht wollt. Nach der Ausbildung wurden Zeke und du natürlich an einen gemeinsamen Stützpunkt versetzt, gemeinsam in eine Staffel natürlich. Auch heute noch achtest du auf deinen besten Freund, deckst ihn, wenn er mal wieder verschwindet - selbst wenn du nicht weist, was er eigentlich immer treibt. Du gehst davon aus, dass er gute Gründe hat es nicht zu sagen - bist aber trotzdem eigentlich schon sehr neugierig, was Zeke da eigentlich immer anstellt.
4 Ingameposts | 30.03.2026, 06:17
Militär Navarre
gespielt von Moni
21 Jahre
Reiter
Verblassende Erinnerungen, Gedanken an einen Moment, der so tragisch war, dass er dir immer noch schwer auf dem Herzen lastet. Immer wieder musst du daran denken, was deinen Eltern passiert ist. Die Gedanken die an diesen Tag zurück gehen, sind immer präsent, sie sind ein Teil von dir und es schmerzt ungemein, wenn du daran denken musst. Du hasst alles daran, und du weißt nicht wie du das verkraften kannst. Es zerreißt dich von innen, es nimmt jeden Zentimeter von dir auf. Deine Eltern zu verlieren ist ein hartes Stück, und du kämpfst jeden Tag damit, musst nach vorne schauen. Die Regentropfen klopfen an dein Fenster, du schaust nach draußen. Wenn es regnet, erdet es dich irgendwie, es gibt dir Kraft, es ist eine Beruhigung. Und wenn sie ans Fenster prasseln kannst du besser schlafen, kannst besser damit umgehen. Du fühlst dich besser, ein kleines Stück jedenfalls. Du hast aber immer noch deine jüngere Schwester, sie ist dein Anker, der Mensch der dir alles bedeutet und ohne den du nicht mehr leben kannst. Ohne sie wärst du verloren, ohne sie könntest du nicht weiter machen. Denn du bist dir sicher, dass es keinen Weg gäbe. Sie ist die einzige, deren Meinung dich interessiert. Mal abgesehen von deinen Freunden die du hast. Aber besonders auf ihre Meinung legst du einen Wert. Sie ist dir unheimlich wichtig, und du wüsstest nicht was du ohne sie machen würdest.
Du hast Schwierigkeiten dich in die militärische Struktur einzufinden. Immer mal wieder sind da Probleme, die du nicht beschreiben kannst. Dinge, die dir den Kopf zerbrechen. Jetzt bist du Reiter und da führt kein Weg dran vorbei, das musst du wohl akzeptieren, ob du willst oder nicht. Du bist gezeichnet, du weißt mehr als du eigentlich wissen solltest, und du denkst immer wieder daran, was es bedeutet, wenn man einen großen Verlust verzeichnet. Wenn es um dich geht, du hast eine große Klappe und nimmst kein Blatt vor den Mund, du kannst manchmal sehr aufbrausend und aufmüpfig sein. Die Angst, dass dir oder deiner Schwester mal hier was passieren könnte, die ist immer da, die nimmt dich ein, und verblasst niemals. Wenn du mal zu viel riskierst, dann zuckst du einfach nur mit den Schultern. Denn du bist vollkommen risikobereit. Was wäre das Leben ohne ein wenig Adrenalin, das durch deine Adern schießt? Manchmal redest du unglaublich viel, oft wie ein Wasserfall und dann bist du meistens unaufhaltsam. Du liebst die Natur und die Wälder, das alles was es mit sich bringt. Immer wieder musst du daran denken wie schön es dort ist. Und mit deinem Drachen würdest du überall hinfliegen, wenn das möglich wäre. Du willst einfach nur frei sein, das ist dein Traum. Aber du wirst immer zum Militär gehören. Und irgendwann akzeptierst du vermutlich auch diese Tatsache.
6 Ingameposts | 30.04.2026, 09:07
Basgiath War College
gespielt von Keks
58 Jahre
Heilkundiger
How to save a life…
Ashandor verschrieb sich dem Quadranten der Heilkundigen, weil es genau das war, was er können wollte. Leben retten. Zum Krieger war er nie geboren worden, eine Tatsache, die jeder in seiner Familie schon früh verstand und erkennen konnte. Er war definitiv kein Reiter und fairerweise sah man ihn auch nicht im Quadrant der Infanterie. Am meisten sah er sich selbst bei den Schriftgelehrten oder bei den Heilkundigen. Wo seine Geschwister das Spiel Soldat und Reiter liebten und sich gegenseitig mit den Spielzeugwaffen und manchmal gar mit einfachen Stöcken spielerisch bekämpften, war er stets derjenige mit einem Buch vor der Nase. Nicht zu begeistern für solche Spiele, doch immer in der Nähe der jüngeren Geschwister anzutreffen. Früh war er sich seiner privilegierten Stellung bewusst, immerhin war es nicht selbstverständlich, dass seine Eltern ihm und den Geschwistern alle Wünsche erfüllten. Als ältester von insgesamt sechs Söhnen übernahm Ashandor schon früh Verantwortung für seine jüngeren Geschwister und bis heute spielt er eine zentrale Rolle in deren Leben. Warmherzig, offen, tolerant, geduldig… als dies sind Beschreibungen, die seine Geschwister und Freunde wohl für ihn wählen würden. Liebevoll und ein Familienmensch. Bei allen Erfolgen, die Ashandor im Laufe seines Lebens erzielen konnte: Sein größter waren und sind seine Kinder. Er machte nie und gegenüber niemanden ein Geheimnis daraus, dass sie für ihn der Mittelpunkt seines Lebens sind. Generell war und ist Ashandor niemals jemand gewesen, der sich für seine eigenen Gefühle geschämt hat. Für andere immer da sein zu wollen ist eine Eigenschaft, die man sowohl positiv als auch negativ betrachten kann. Denn wo er für andere da ist, sich kümmert und auch für sie aufopfert, kann er die gleiche Hilfe nicht für sich selbst annehmen. Wie sehr der Verlust seiner beider selbstgewählten Familien ihn getroffen und traumatisiert hat, fällt ihm bis heute unendlich schwer zu verbalisieren und kann er nur gegenüber sehr wenigen Vertrauten äußern. Die Haltung, dass er zurechtkommt, ist eine, die ihm in Fleisch und Blut übergegangen ist. Und an der er gleichzeitig zerbricht und die ihm doch auch Stärke verleiht. Denn auch wenn er glaubte, dass er nach dem Verlust seiner Jugendliebe und ihrer beider Kinder nie wieder in der Läge wäre, auf diese Weise zu lieben, ist es ihm gelungen. Neue Hoffnung in einer Wüste aus Verzweiflung und Trauer. Doch auch sie währte nicht für die erhoffte Ewigkeit. Es hätte ihn zerstören und brechen sollen. Für immer und endgültig. Und das hat es auch, auf nahezu jede erdenkliche Art und Weise. Sein Herz und sein Heim für ein Rebellenkind zu öffnen, war eine Entscheidung, die Ashandor freiwillig und nicht aus Loyalität dem Staat gegenüber getroffen hat. Denn wer selbst alles, was er kennt und liebt, verloren hat, ist vielleicht am besten in der Lage jemand anderen zu verstehen, dem es genauso ergangen ist. Wenn er von Cascar spricht, dann nie mit dem Zusatz, dass er ein Rebellenkind ist. Sondern einzig und alleine mit dem Zusatz ‘mein Sohn’. Cascar war und sollte auch nie ein Ersatz für Ashandors verlorene Kinder sein. Ihm war immer bewusst, dass das nie Casvars Rolle im Leben sein sollte und genauso wusste er, dass er ihn nicht dazu bringen könnte einen Vater in ihm zu sehen. Sie waren zwei Menschen, die auf die gleiche und doch verschiedene Art und Weise fremd, kaputt, unvollständig und farblos waren. So wie Ashandor Cascar seine Farben zurückgab, tat Cascar das gleiche für Ashandor. Als Heilkundiger hatte Ashandor Leben retten wollen. Und lernen müssen, dass es immer mehr Leben sind, die er nicht retten können wird. Aber nun ist es für ihn wichtig, dieses eine Leben retten und schützen zu können. Und es ist nicht sein eigenes, welches er retten würde. Es wären immer die Leben anderer, die er seinem vorziehen würde. Es wäre Cascar’s Leben das er seinem eigenen vorziehen würde.
23 Ingameposts | 06.05.2025, 19:23
Militär Navarre
| |||||

