Dev: Codex of Flame and Fury
codex of flame and fury
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Charakterliste
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gespielt von Katja
56 Jahre
Reiter
I am not perfect and I don't claim to be.

Die Haare und der Bart grau. Auf dem Gesicht, Narben die geblieben sind. Von Kämpfen zeugen, aber auch ein paar Furchen, die das Alter gezeichnet hat. Man sieht Draven an, dass er gelebt, gelitten, geliebt und gekämpft hat. Draven ist kein Mensch, der sich großartig verstellt. Er steht zu seinen Fehlern und er weiß, dass er einige davon besitzt. Er ist weit weg davon perfekt zu sein, aber er hat auch nicht den Anspruch es zu sein. Eigentlich kann er sich einfach zu den glücklichen Menschen zählen, die zufrieden sind, mit dem was sie sind. Er versucht nicht krampfhaft über sich herauszuwachsen oder jemand anderes zu sein als er ist. Das heißt nicht, dass er nicht bereit ist sich zu verändern, aber nur wenn es echt ist… er tut nicht nur so.

Er unterteilt die Welt nicht in schwarz und weiß. Zwischen Schwarz und Weiß gibt es unzählige Facetten und so kann man auch nicht einfach über einen Menschen urteilen und er nimmt sich selten das Recht dazu heraus. Es sind Taten, die man beurteilen kann, das Handeln. Schlussendlich bestimmen diese wer man ist. Draven versucht aus seinen Fehlern zu lernen, er versucht falsche Entscheidungen nicht ein zweites Mal zu treffen. Mag er ja in seiner Jugend häufig kopf- und sorgenlos gewesen sein, bedenkt er heutzutage die Konsequenzen seiner Entscheidungen und Taten. Trägt er schließlich auch Verantwortung. Für sich, für die Leute die unter ihm stehen und ganz ohne Frage immer auch für seine Familie und Jenen, die ihm am Herzen liegen.

Ehrlichkeit ist Draven wichtig. Er ist simpel gestrickt und seine Emotionen eben so wie sie sind. Wenn er liebt – dann liebt er. Wenn er hasst – dann hasst er. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und sagt seine ehrliche Meinung. Das passt nicht immer allen, aber wenn jemand damit nicht umgehen kann, ist ihm das egal. Er muss sich nicht beweisen und er hat nicht den Drang dazu, sich bei allen beliebt zu machen. Er hat seine Ecken und Kanten und damit muss man eben zurecht kommen, oder man lässt es bleiben. Eigentlich ist er immer noch der Rebell, der er schon in seiner Jugend war. Er neigt dazu gegen Vorschriften und Regeln zu protestieren, er ist freiheitsliebend und in seinen Ansichten eingeschränkt zu sein stößt ihm auf. Auch wenn er das heutzutage sehr viel besser kann, als zu seiner Jugend und wenn es sein muss, dann tut er es auch. Manchmal mit zusammengebissenen Zähnen. Aber er kann Protest auch mal runterschlucken.

Draven würde sich nie als wirklich guten, aufopferungsvollen Menschen bezeichnen. Er weiß, dass er durchaus auch egoistisch handeln kann. Er bedenkt seine eigenen Vorteile – oder besser gesagt – die Vorteile für die Menschen, die ihm wichtig sind. Er setzt entsprechend seine Prioritäten. Aber er ist auch kein schlechter Mensch. Mittlerweile sieht er das Leben eher aus dem Blickwinkel: ‚Leben und leben lassen.‘
18 Ingameposts | 17.05.2025, 19:22
Militär Navarre
gespielt von Jella
24 Jahre
Diplomatin
Lady Decadence's Society Papers
EXTRAORDINARY PEOPLE, EXTRAORDINARY NEWS
Man munkelt, dass Fräulein Treasa Bhailis fest entschlossen sei, sich baldmöglichst zu vermählen — weniger aus Liebe, vielmehr aus dem dringenden Wunsch, dem Makel ihres Nachnamens und der finanziellen Schieflage der Familie zu entkommen. Doch, meine Lieben, wer könnte es ihr verdenken? Schließlich heißt es die weichen Kissen, auf denen Miss Bhailis einst ruhte, seien inzwischen etwas dünner gefüllt. Es scheint also naheliegend darin einen Beweggrund für ihren Umzug ins Zentrum des Landes, also Callydr Stadt, zu sehen. Natürlich behauptet die Betroffene selbst, sie strebe keineswegs die Flucht vor ihrem Namen an — lediglich einen Wechsel ihrer üblichen Szenerie, auch des Berufswegen willen.

Sie sagen‘s hinter vorgehaltener Hand. Das macht es nicht wahr, aber auch nicht zur Lüge. Mein ganzes Leben präsentiert mich auf einem Silbertablett und ich hätte doch gern, es wäre Gold. Also stimmt im Grunde, was sie über mich sagen: ich will mehr als das Leben mir derzeit bietet. Wollte es schon immer, vielleicht sogar, seitdem ich vor mehr als vierundzwanzig Jahren ins Leben meiner Eltern kam. Treasa Orla Rhosyn Bhailis – ich kam mit der Anzahl an Namen wohl noch gut weg, wenn man sich im Adel ansonsten so umguckt. Unsere Linie geht auf viele andere Namen zurück und doch war Ahnenforschung abseits meiner beruflichen Verpflichtungen nie etwas, was mich wirklich interessiert hat. Mich hat nur interessiert, wozu es uns gemacht hat. Die weichen Kissen, in die ich mich sinken lassen konnte, das gute Essen, welches mich jeden Tag erwartete. Der ein oder andere würd’s sicherlich das gute Leben nennen. Ich nenne es wie es ist: Luxus. Das niemals endende Privileg eines Lebens ohne Geldsorgen. Man sagt, man denkt erst über Geld nach, wenn man keines mehr hat – und ich kann’s aus eigener Erfahrung bestätigen. Es ist kein Leben, welches ich mir ausgesucht hätte. Keine Wendung, die ich in meine Geschichte geschrieben hätte. Die bösen Zungen nennen es oberflächlich, aber ich weiß eben was ich will und es ist nicht den Rest meiner Zeit mit harter Arbeit zu verschwenden, um mir einen akzeptablen Lebensstandard zu sichern. Wer auch immer sagt, dass Geld nicht alles ist, hat entweder zu viel davon oder hatte nie genug davon. Seien wir ehrlich, es ist sehr vieles.

Was an dem Gerücht ist also wahr? Die Tatsache, dass ich heiraten würde, um mir diesen Lebensstandard zu ermöglichen. Nicht aber der Teil, indem ich es tue, um meinem Nachnamen zu entfliehen. Ich mag nicht der Überzeugung sein, dass alle Presse gute Presse ist – ansonsten wäre unsere familiär-finanzielle Situation eine Andere – aber es wird immer jemanden geben, der redet. Neid ist aus meiner Sicht eine natürliche Eigenschaft des Menschen. Vor allem, wenn man sich ansonsten im Leben langweilt. Nicht, dass ich dazu tendiere. Mein Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit ist auch einer von Sorglosigkeit und Lebenslust. Ich lebe gerne und ausgiebig. Und ich habe keinerlei Problem damit, wenn man sich hinter meinem Rücken darüber den Mund fusselig redet. Darin sehe ich in der Tat nichts anderes als Neid und diesen als Kompliment. Dass man sich ohnehin darüber wundert, dass daddy’s little princess mittlerweile ihre Heimat Baridmeth gegen die Hauptstadt getauscht hat, sorgt für weiteren Gesprächsstoff. Ich fürchte ich bin in diesem Sinne einfach spannender als die Meisten. Und auch wenn ich grundsätzlich nicht gerne arbeite – wer auch immer das tut, sollte sich vorsorglich mit seiner Psyche beschäftigen, finde ich – hätte es mich beruflich schlechter treffen können. Als diplomatische Assistentin verkehre ich immerhin noch in einflussreichen Kreisen. Nur den Hang zum Leben als Workaholic sollte man den meisten von ihnen abtrainieren. Oder ihnen einmal die schönen guten Seiten zeigen. Leider erlaubt mein derzeitiges Wohnarrangement keine ausschweifenden Partys mehr, aber ich bin mir sicher, ich werde sie wieder organisieren können. Idealerweise in der nahen Zukunft. Oder der näheren.

Unter den wohlmeinenden Kreisen kursiert eine weitere, köstliche Behauptung: Fräulein Bhailis, so heißt es, habe in ihrem Leben noch kein einziges Buch gelesen. Ob diese Unterstellung zutrifft, sei dahingestellt. Was man jedoch mit Gewissheit sagen kann: Treasa Bhailis versteht es, mit Erwartungen zu spielen wie andere Damen das Pianoforte. Sollte das Gerücht also nicht stimmen, dann darf man sich wohl fragen, wer hier wen liest. Die Bücher Fräulein Bhailis — oder Treasa Bhailis ihre Mitmenschen?

Zugegeben spiele ich auch gerne etwas mit dem Klischee, welches man in mir sieht. Deswegen stören mich die meisten Gerüchte nicht, solange sie mich betreffen. Geht es indes um meine Familie oder die Menschen, die mir etwas bedeuten, steuere ich meist dagegen. So gut es eben geht. Oder sorge dafür, dass die Aufmerksamkeit einfach wieder auf mich fällt. Meine berufliche Position wird oft meinem Namen zugewiesen, weil die meisten nicht glauben, dass ich tatsächlich überdurchschnittlich gute Noten im Schriftgelehrten-Quadranten vorweisen konnte. Wenn man tut als wäre man dumm, wird man unterschätzt. Wenn man unterschätzt wird, kann man andere grundsätzlich deutlich besser manipulieren. Es funktioniert sicherlich heutzutage nicht mehr ganz so gut wie damals – aber es funktioniert durchaus. Ich gehöre nicht zu jener Sorte Mensch, die zu edelmütig ist, die Welt zu ihrem Gefallen zu biegen. Also dementsprechend auch manches Wertesystem. Wir leben nur einmal. Warum also haben wir nicht einfach ein bisschen Spaß mit der ganzen Sache?

13 Ingameposts | 24.08.2025, 20:31
Zivil Navarre
gespielt von Jani
24 Jahre
Infanterist
Nichts an dir ist falsch, Atlas. Kannst die sanften Worte deiner Mutter in deinem Ohr hören. Manchmal, da kommt in deinen Gedanken ein Stein ins Rollen und ihn aufzuhalten, ist beinahe unmöglich. Wie bunte Seifenblasen, die alle zeitgleich hochfliegen, zum Platzen bringen zu wollen. Es ist das Bild, das sie dir immer wieder vor Augen geführt hat: wenn du nicht stillsitzen konntest. Wenn du Probleme hattest, dem Gespräch zu folgen. Wenn sie dir ansehen konnte, dass deine Konzentration überall anders liegt, nur nicht dort, wo sie sein sollte. Deine Trainingsstunden haben früher immer gleich ausgesehen: Pergament, ein langer Tisch und dein Vater, der dir gegenübergesessen hat. Es ist nie spannend gewesen, nie ereignisreich und vielleicht ist dein Blick deswegen so oft nach draußen gewandert: zum Garten, in dem deine jüngeren Geschwister gespielt und gelacht haben und wo du nur selten hattest sein können. Zu wichtig sei es gewesen, dich frühzeitig auf dein Erbe vorzubereiten. Darauf, die Geschäfte eurer Familie zu übernehmen. Das ist dein Plan gewesen, deine Zukunft. Und du hast dich lange nicht dagegen gesträubt. Hast die Weisheiten deines Vaters nicht nur zu wiederholen, sondern auch anzuwenden gelernt. Und ihn letztlich dadurch in seinem eigenen Spiel geschlagen: weil er all seine Bemühungen in dich investiert hat. Alles auf eine Karte gesetzt hat. Diversifiziere. Du bist achtzehn gewesen, als du’s vollkommen verstanden hast. Egal, wie verlockend die Anlage erscheint, setze niemals dein gesamtes Kapital darauf. Hast ihm die Worte mit einem gehobenen Mundwinkel entgegen gebracht. Hast ihm vor Augen geführt, dass du’s weißt: wie wichtig du für ihn bist. Dass du dadurch in einer besseren Verhandlungsposition bist, als er es gewesen ist. Es ist die Weise, wie du mit deinem Vater am besten sprechen kannst: in Verträgen. Und der, den du für dich ausgehandelt hast, ist ein Meisterwerk. Eines, welches dir erlaubt hat, den Schreibtisch gegen Matten und die Lektüren gegen Waffen zu tauschen. Karten lesen zu lernen, statt dich weiter mit dem Aufbau von Netzwerken befassen zu müssen. Hast Zeit gewonnen, um dich selbst kennenlernen zu können: losgelöst deines Namens, deines Erbens. Und hast dafür nur eine Sache im Gegenzug versprechen müssen – eines Tages zurückzukommen. Du bist zu clever gewesen, um den Zorn deiner Familie gänzlich auf dich zu ziehen, als du vor den Toren Basgiaths gestanden hast. Zu clever, um dein Leben auf dem Viadukt zu riskieren und damit all deine Bemühungen zu verschwenden. Dir geht’s nicht um den Ruhm, nicht einmal darum, Mut zu beweisen. Dir geht’s darum, Dinge zu sehen, zu fühlen, zu erleben. Du willst lernen, du willst die Realität und nicht die Theorie. Du willst vor allem eines nicht: stillstehen. Vielleicht bist du genau davor geflüchtet – vor der Starrheit deiner Zukunft, vor der Berechenbarkeit deines Werdeganges, weswegen du dich für die Infanterie entschieden hast. Vielleicht hat dich der Gedanke daran, zu früh in die Fußstapfen deines Vaters treten zu müssen, davon abgehalten, nach deinem Wehrdienst in deine Heimat zurückzukehren. Vielleicht ist dein Name deswegen auf den Listen derer, die sich weiterverpflichtet haben, aufgetaucht. Denn inzwischen bist du Atlas. Leutnant Norwyn. Aber eben nicht der Sprössling einer gesamten Dynastie. Die wenigsten wissen von deiner Verbindung zu der Händlerfamilie, die einen Großteil des Eisenerzes des Königreiches zu Stahl weiterverarbeitet. Es kommt in Gesprächen nicht auf und wenn doch, findest du Wege, diesen zu entfliehen. Genauso wie du Situationen meidest, in denen man dich erkennen könnte: in denen die zwei Welten, denen du dich zugehörig fühlst, aufeinandertreffen könnten. Du ignorierst die Zusammenkünfte und Bankette, zu denen du Zugang hättest. Ignorierst die Einladungen, auf denen sich dein Name befindet. Manchmal würdest du dich gern auch von den anderen Privilegien lösen, die dein Reichtum dir bringt. Würdest gern die Person sein, die sich nichts aus Geld macht. Aber du weißt, dass du’s nur nicht tust, weil du dir nie hast Sorgen machen müssen. Dass du das einfache Leben in deiner Jugend idealisiert hast und deswegen denkst, dass du’s nicht brauchst – den Prunk, den Luxus, die Dekadenz. Redest dir ein, frei zu sein und bist es doch nur, weil du der Sohn deines Vaters bist. Händler im inneren, Soldat nach außen. Du bist beides und damit keines ganz. Hast zwei Orte, an die du gehörst. Und vielleicht ist es das, was dich letztlich doch verdirbt: dass du es dir erlauben kannst, nichts zu sein und doch keine Konsequenzen fürchten musst.
10 Ingameposts | 24.08.2025, 20:31
Militär Navarre
gespielt von Miri
39 Jahre
Reiter
Du hast die Augen geschlossen.
Valdin.
Du hörst gar nicht richtig hin.

Valdin?
Öffnest die Augen, langsam blinzelnd. Müdigkeit, die nur gemächlich aus deinem Gesicht weicht.

Du bist gut darin so zu tun als wären dir Sachen egal. Arme verschränkt. Der Gesichtsausdruck immer ein bisschen gelangweilt. Als könnte dich nichts wirklich beeindrucken, als würde nichts passieren, das dich irgendwie was angeht. Manchmal lässt sich darin noch der bockige, kleine Junge erkennen, der keine Zeit hatte Kind zu sein. Ist der Grund warum‘s dir schwer fällt deine Grenzen zu wahren, dein Leben nicht zu behandeln als hättest du fünf. Rutscht von einem extrem ins nächste, von: nur Grenzen und keinen Schritt zum Leben, zu: dem genauen Gegenteil. Tief durchatmen. Dich beruhigen. Alles Dinge, die nie funktionieren. Für gute Ratschläge ist es dann, wenn du längst einen Schritt zu weit, mit dem Dickkopf durch die Wand bist, längst zu spät.

Dein Grummeln ist manchmal laut, manchmal leise. Kritischer Blick, eine Augenbraue oben. Das kannst du gut. Erstmal dagegen sein, erstmal so tun als wär‘s scheiße. Auch wenn du es ganz anders wahrnimmst, auch wenn du dich eigentlich nur beschwerst um dich zu beschweren und naja — nicht weil es dich wirklich stört. Hast‘s Bedürfnis oft und viel deine Meinung zu sagen, selbst wenn du davon wenig hast. Gern mit dem Finger in die Wunde. Alles, nur um von den eigenen Dingen abzulenken.

Dabei kannst du auch weicher, verletzlicher sein. Versteckst es gut hinter der Fassade mit der du irgendwann in Basgiath dachtest durchzukommen. Weil sich vorgetäuschte Stärke beinahe wie echte angefühlt hast. Hast nur irgendwann vergessen, dass du das eigentlich gar nicht mehr brauchst. Dass du aufhören kannst zu spielen, ein bisschen mehr — echt sein könntest. Wozu die Scharade hinter bissigen Kommentaren, die Distanz wahren sollen.
Nur damit niemand dich verletzen kann?
Zu spät.

(War was?)

Versuchst dir nicht anmerken zu lassen was alles hinter dir liegt. Schweigst, wenn andere von Zuhause, ihren Eltern erzählen. Willst nichts von den schlechten Erinnerungen teilen. Als könntest du dann den Schmerz und die Angst, die hinter dir liegt vergessen. Ungelesene Briefe in Schubladen, die eine andere Sprache sprechen, sowie Nächte in denen du schweißgebadet aufwachst. Findest keine Worte für das was du erlebt hast. Für das Zucken, wenn jemand nur die Hand nach dir ausstreckt und den Schmerz, der in deinem Namen ruht.
38 Ingameposts | 14.04.2025, 16:10
Militär Navarre
gespielt von Miri
23 Jahre
Reiter
»you say the whole world's ending,
honey, it already did.«


Da bist du.
Immer nur du, du, du, du, du.
Da ist wenig Platz für andere Dinge, wenig Platz für andere. Bist Meister darin alle auf Abstand zu halten, während du dich selbst immer mehr in dir zurückziehst. Stille und Einsamkeit, weil du immer einen Schritt zurück machst und gleichzeitig alles von dir drückst, schubst, was auch nur einen Blick in deine Richtung wirft. Hast dich nie gefragt, ob du die Stille wirklich magst, sie war — einfach da (Sprachlosigkeit, oft, Unbeholfenheit, öfter). Das sind Spitzen, die deinen Mund verlassen, immer mit dem Ziel andere zu verletzen. Hauptsache selbst keine Fläche lassen, selbst nicht stattfinden müssen. Kennst Loyalität, wenn es um Befehlsketten geht, aus militärischen Strukturen, kennst es nicht, wenn es um jemanden anderen geht.
Freunde, Gruppen, Zusammenhalt. Hochgezogene Augenbraue.
(Wie bitte?)

Körper immer unter Storm, angespannt. Zusammenzucken, wenn dir jemand zu nah kommt, nicht berührt werden wollen, nie, nicht wirklich und wenn doch eher aggressiv reagieren, weil man nichts zu verlieren hat, weil alles ganz egal ist. Schulterzucken, wenn du jemanden anrempelst, das Problem bei anderen suchen, leicht.
Musst nicht spielen das Arschloch zu sein, du bist einfach —
Versteckst deine Unsicherheiten so gut hinter all dem, dass sie kaum jemand bemerkt. Ist schwer neben dem ehrgeizigen Training, dem leicht gehobenen Kinn, der beinahe immer gehobenen Hand im Unterricht, nicht zu glauben, dass dir alles zufällt. Alles leicht fällt. Die reichen Eltern, der vermeintlich gute Name, der große grüne Drache. Alles perfekt, alles gut.
Toll eine Siegelkraft zu haben, die so wichtig für’s Land ist — oder?
Angstschweiß, zitternde Hände, schnelles ein und ausatmen.
Toll.

Wie dunkel es wird, in dir und um dich herum, das bleibt bei dir. Sind wenige mit denen du die Stille wirklich genießen, aushalten kannst. Wo du wirklich hinhörst und nicht mit einer Lüge antwortest, keine Fallen stellst. Aber selbst da machst du den Mund nicht wirklich auf, kriegst die Worte und Fragen nicht ausgesprochen. Schiebst die Wutausbrüche immer auf Andere. Deren Unfähigkeit, dem was dich da stört. Nicht darauf wie wenig du mit Kritik umgehen kannst, wie der Druck dich zermürbt, wie’s alles drückt und stört und kein richtiges Ventil findet. Kennst es nicht anders.

Du, du, du, du — aber wer soll das überhaupt sein?
Scheiße.
16 Ingameposts | 06.07.2025, 18:25
Basgiath War College
gespielt von Jani
29 Jahre
Reiterin
Du bist nicht wie die Nacht. Bringst keine Dunkelheit, die alles zu verschlucken droht. Du bist die Ruhe des Morgens, das sanfte Licht, das den Himmel nach und nach einfärbt. Sprichst leise, weil du weißt, dass Lautstärke keine Wahrheit bringt. Und du glaubst; nicht aus Naivität, sondern trotz allem, was du erlebt hat. Trotz unsichtbarer Narben auf deiner Haut, in deinem Herz. Trotz Kälte, die dich manchmal durchzieht wie ein Nebel. Glaubst, dass die Wärme dich nie gänzlich verlassen hat. Dass sie zurückkehren wird. Vielleicht wie deine Erinnerungen. Vielleicht ergibt das Mosaik, welches du dein Gedächtnis nennst, irgendwann wieder Sinn für dich. Und falls nicht, dann suchst du weiter: nach Antworten, nach dir selbst, nach dem, was dich zufrieden macht. Hast nie das Gefühl gehabt, es gefunden zu haben. Wolltest nie mehr erreichen, sondern immer nur glücklich sein. Erfahrungen sammeln. Gefühle erleben. Brauchst keinen Nervenkitzel, brauchst keine Herausforderungen – nur jemanden, der’s erkennt. Der dich versteht. Brauchst keine Bühne, nur einen Raum, in dem du sein kannst. Mit allem, was du nicht in Worte fassen kannst. Mit den Gegensätzen, von denen du weißt, dass sie sich in dir vereinen. Sanft und wild. Leise und laut. Schwach und stark. Ängstlich und mutig. Die Verluste, die du erlitten hast. Die Verletzungen, die den Lauf deines Lebens verändert haben – du bist an ihnen gewachsen, selbst wenn du zerbrochen scheinst. Vertraust deiner eigenen Stimme nicht mehr in dem Ausmaß, in dem du es einst getan hast. Hinterfragst deine Instinkte. Wirst verfolgt von den Schmerzen, der Unsicherheit. Und da ist Frust in dir; Druck, den du dir selbst auferlegst, weil du das Gefühl hast, stehenzubleiben. Keine Fortschritte zu erzielen. Gehst drei Schritte vor, vier zurück. Kannst die Geduld, die du anderen gegenüber aufbringst, in diesem Fall nur schwer auf dich selbst übertragen. Und wenn deine Gedanken kreisen, dann hörst du die Stimme deines besten Freundes wie ein Echo in dir widerhallen. Morgen wird’s leichter, Byrne. Und wenn nicht morgen, dann irgendwann anders. Es sind die kleinen Dinge, an denen du dich festhältst. Die dir Hoffnungen geben. Das Licht, das durch Blätter fällt. Der erste Schnee des Jahres. Der Geruch von Regen in der Luft und das Gefühl der Tropfen auf deiner Haut. Als würden sie die Zweifel wegwaschen können, die inzwischen ein Teil von dir sind und was übrig bleibt, ist dein Lächeln. Dein Wille. Deine Entschlossenheit.
14 Ingameposts | 19.07.2025, 09:38
Militär Navarre
gespielt von Sarah
39 Jahre
Reiterin
„Wenn ich am Nachthimmel den Halbmond sehe, dann regt sich etwas in mir, das ich nicht häufig zulasse: Unsicherheit. Ich sehe dort am Himmel etwas Unvollständiges. Halb Licht, halb Schatten. Nichts Ganzes auf beiden Seiten, aber in sich irgendwie auch perfekt ausbalanciert. So wie ich? Oder ist da mehr Licht in mir? Oder gar mehr Schatten? Ist da mehr Ungewissheit als Klarheit? Oder genau umgedreht? Und warum fühle ich mich nach all den Jahren immer noch nicht vollständig, spüre immer noch eine Leere in mir, die ich nicht weiß, wie sie zu füllen ist?"

- Notizen von Gráinne Iraola, 633


Es sind Worte einer scheinbar zweifelnden Frau. Zweifelnd an sich selbst und dem, was sie in ihrem Leben erreicht hat und wo sie noch hinmöchte. Untypisch, denn eigentlich wusste Gráinne scheinbar schon immer, wohin sie in ihrem Leben wollte. Reiterin werden. In den militärischen Rängen aufsteigen. Karriere machen. Ihrem Familienname Ehre bringen. Aber heute scheint es, als habe sie sich irgendwo auf dem Weg vielleicht selbst verloren. Verloren in den hohen Ansprüchen, die sie an sich selbst hat und die sie antreiben. Etwas, das ihr in ruhigen Momenten auffällt. Oder in den stürmischen Momenten, in denen ein Sturzflug mit ihrem Drachen dafür sorgt, dass es ihr im Magen kribbelt und ihr das Herz bis zum Hals schlägt. So sehr in ihrer Brust schlägt, dass sie das Gefühl hat, wirklich am Leben zu sein. Nicht nur ein Rädchen in einer Maschine zu sein. Sie möchte mehr von diesen Momenten und verschließt sie und diesen Wunsch doch in ihrem Inneren, ist pflichtbewusst und würde niemals so agieren, dass ihr Handeln ihre Staffel gefährden könnte.

Ihre Staffel. Es fühlt sich immer noch surreal an, dass sie es wirklich geschafft hat, zur Staffelführerin aufzusteigen. Da ist stolz in ihr, den sie selten zeigt. Aber da ist auch Anspannung. Sie fühlt sich verantwortlich für ihre Staffel. Verantwortlich für sie. Unbeschwert war sie nie, doch jetzt erscheint sie es noch weniger. Dabei hat Gráinne Humor, kann andere zum Lachen bringen und interessiert sich für Menschen in ihrem Umfeld. Besonders für die Menschen in ihrer Staffel. Zugehörigkeit ist es vielleicht, was sie ihr Leben lang gesucht hat und gefunden hat in den Abenteuern, die sie beim Militär erlebt hat. Eine Abenteuerlust, die nicht nur durch den Blick auf den ersten Drachen in Urdelyn geweckt wurde, sondern auch von einer Person, deren Neugier und Tatendrang sie bis heute fasziniert. Einer Person, der sie wohl verbundener ist als vielen anderen in ihrem Leben. Selbst denen, die sie deutlich näher an sich herangelassen hat.

Aber was ist da nun in Gráinne? Mehr Licht oder mehr Schatten? Sie ist sich manchmal selbst nicht mehr sicher, möchte mehr das strahlende Licht sein, das sie früher einmal gewesen ist. Häufig lachend, strahlend und freudig bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Aufgaben, die ihr heute Schatten unter die Augen zeichnen, weil sie sich erneut in ihrem Perfektionismus verloren hat und in der Tatsache, dass sie ungern abgibt. Obwohl sie ihrer Staffel vertraut und keine Zweifel daran hat, dass sie weitaus mehr Aufgaben delegieren könnte, um selbst nicht auszubrennen. Denn vielleicht ist genau das es, was die Leere verursacht, die sich in ihre Gedanken schiebt, wenn sie den Halbmond in ruhigeren Nächten betrachtet. Und dabei den stillen Wunsch so klar empfindet, dass sie gerne jemanden an ihrer Seite hätte, um ihre Erfolge zu teilen. Ihre Gedanken, ihre Träume und ihr großes Herz, das sie schon immer angetrieben hat, das jedoch dieser Tage zu wenig zum Vorschein kommt. Irgendwo gefangen ist zwischen Verpflichtung und eigenem Anspruch.
4 Ingameposts | 17.05.2026, 15:49
Militär Navarre
gespielt von Rieke
28 Jahre
Fliegerin
Dieses Lächeln ist echt, selbst wenn der ein oder andere behauptet, es müsse doch aufgesetzt sein. Niemand hätte so viele Gründe, immer gut gelaunt zu sein. Nicht im Militär. Niemand könnte glücklich über die Kämpfe sein. Manchmal haben diese Leute Recht. Tegan ist nicht froh über die Kämpfe oder die Verluste, aber sie sucht sich die kleinen Dinge im Alltag, die es wert sind, zu lächeln. Und dann, an anderen Tagen, braucht sie keinen Grund. Schon früher war sie die, die fröhlich war. Die, die immer bereit war, den ersten Schritt zu machen, Fremde anzusprechen oder einfach eine Hand zu reichen. Der Optimismus hat sie ihr ganzes Leben lang begleitet und sie zehrt von ihm, beinahe jeden Tag. Nicht auf diese verzweifelte Art – nicht mehr, aber diese Zeiten hatte es gegeben – sondern so, als wäre es ein Teil ihres Wesens. Also doch, sie kann so viele Gründe haben, zu lächeln und es wäre echt, weil sie sich die Gründe suchte, notfalls einredete. Immerhin machte es die Welt auch nicht zu einem besseren Ort, wenn man den traurigen Momenten mehr Bedeutung gab als den wirklich schönen.
Sicher, sie weiß aus Erfahrung, welche traurigen Erlebnisse sie nicht noch einmal erleben wollte, welche sich nicht wiederholen sollten. Aber ihre Herangehensweise ist dann doch eher, sich auf das zu konzentrieren, was man erreichen will, nicht das, was man verhindern will. Denn dann kann man die Zielgerade sehen, einen Erfolg feiern, statt bis zu seinem Todestag zu hoffen, dass das Schlechte nicht doch noch eintritt.

Manch einer mag sie belächeln, den Kopf schütteln, wenn man sieht, mit was für einer Leichtigkeit in ihrem Gang sie sich bewegt. Als gäbe es keine Gefahren auf dieser Welt. Dabei ist sie sich dessen mehr als bewusst. Aber dann sollte man sie doch belächeln, unterschätzen. Tegan nutzt den Eindruck, den sie erwecken kann, zu ihrem Vorteil. Die Kleine, die irgendwie so offenherzig war, dass sie sicher irgendwann damit aufs Gesicht fallen würde. Was hinter ihren Augen passierte, lernten die Meisten nach der ersten Auseinandersetzung. Dass sie sich Strategien zurechtlegt und durch gezielte Bewegungen den körperlichen Nachteil oft ausgleichen kann. Ja, für Kämpfe ist sie bereit. Dafür wurde sie ausgebildet. Dafür hat sie echtes Interesse. Aber wenn man auf derselben Seite steht, sieht sie über das erste Mal Unterschätzen hinweg, reicht wieder eine Hand, hilft einem zurück auf die Beine. Das Lächeln im Gesicht.

Die Leichtigkeit, die Offenheit, die Zuversicht; all das hat sie schon immer ausgezeichnet. Viel mehr noch, als das laute Auftreten, das schiefe Singen, das Fehlen von Schamgefühl in ihrer Kindheit. Weil sie diese Fähigkeit in sich trug, den Menschen einfach zu vertrauen. Bis es irgendwann nicht mehr so war. Heute gleicht Tegan wohl mehr denn je ihrer kindlichen Version und diesen Umstand schreibt sie ihrer Gabe des Wahrheitssagens zu. Sie geht durch die Welt und erkennt besser als manch andere, wem sie vertrauen kann, was die Wahrheit ist, was Halbwahrheiten sind und wo sie deshalb doch Vorsicht walten lassen muss. Die Gabe war wie ein Rettungsring, aber eben auch nur ein Hilfsmittel, auf das man sich verlässt. Auch Tegans angeborene Empathie trägt ihren Teil dazu bei. Denn ihre Gabe hat Grenzen. Sprachbarrieren, Halbwahrheiten. Oder eben jene, die um die Gabe wissen und gelernt haben, ihre Worte in kleinen Wahrheiten zu verpacken, ohne die größeren Lügen dahinter überhaupt erst auf den Tisch zu bringen. Ein Zusammenspiel aus Neugier oder dem Wunsch nach Sicherheit und dem angeborenen Vertrauen, dem Wunsch, ein paar Leute nicht hinterfragen zu müssen.
27 Ingameposts | 26.04.2025, 21:17
Militär Poromiel
gespielt von Josi
35 Jahre
Reiter
Träumer. Ein Leben in einem Wort, ein Mensch, beschrieben, erkannt in seinem tiefsten Herzen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, gemalt in sanften, hellen Farben und leisen Tönen. Seine Träume waren so klein und doch für ihn das Größte, die schönste Vorstellung und doch zu viel verlangt um in Erfüllung zu gehen. Träume, noch immer vorhanden und doch tief vergraben. Träume, still und leise in seinem Herzen, in seinen Nächten, nicht im Schlaf, aber im Wachsein, wenn er den Blick in einer klaren Nacht auf die Sterne richtet, den hellen, vollen Mond und sich fragt, ob andere Augen auch in dieses sanfte Licht blicken. Träume, die Wünschen, Sehnsüchten gleichen, aber nicht Hoffnungen, weil die lange begraben sind. Die Vorstellung an ein wunderschönes Leben in einem kleinen Haus am Meer an der Küste des arktischen Ozeans. Ein kleines Haus, voller Bücher, voller Lachen, voller Sonnenschein, in seinen Träumen in denen er das grelle Licht des Tages noch zu ertragen vermochte, die Wärme nicht zu viel war, sondern gerade genug. Träume von ihr, mit ihr, von einem gemeinsamen Leben. Träume, die Visionen gewichen sind.Vergangenheit in die es kein zurück zu geben scheint, ausgeträumt. Farben die verblassen, Töne die verklingen, tief eingeschlossen im Inneren, begraben. Kühl die Gegenwart, erfüllt von Pflicht und Dienst und selbstgewählter Einsamkeit, weil die Zukunft nichts mehr zeichnet als den Tod. Dunkler Schleier, der sich über jedes Gesicht legt in das er blickt, Visionen von schwarz und weiß und rot, der Lärm von Schlachten und Schreien und das Wehklagen jener, die am Ende zurückbleiben. Zu selten, zu wenig Frieden, zu selten hohes Alter und sanftes Einschlafen, zu viel Schmerz, zu viel Gewalt. Ungleichgewicht, in den Visionen, im Herzen, welches sucht sich zu verschließen, verstecke, festzuhalten, was ihm aus den Händen gleitet. Wut, Enttäuschung, Eifersucht. Vermissen. Sehnen. Weil jeder glücklich werden kann, aber nicht alle. Nie Alle. Nicht er. Vielleicht sie. Er hofft, sie. So lange nicht gesehen, außer in jeder Nacht, in wenigen Träumen, in zu vielen Visionen. Nie vergessen. Nie einen Tag nicht an sie gedacht, nie einen Tag sich selbst nicht verflucht und jeden einzelnen Gott dazu, trotzdem fast zu beten versucht, für diese eine Gnade, ihren Tod nicht mehr sehen zu müssen. Bereut, einen Anderen so viele Jahre hinterfragt zu haben. Geblieben, eingebrannt, das Bild der toten Augen seiner Mutter, die Tränen seiner Schwester, die Frage nach dem Warum. Warum? Die Frage nach dem Wie. Wie? Wer? Die Frage wer es getan hat und eine Ahnung, aber nie eine Antwort, nie ein Beweis. Ein ungeklärter Tod, diese Fragen unbeantwortet, diese Erlösung nie gefunden, nur andere Antworten bekommen auf zu viele Fragen die er nie gestellt hat. Zu viele Tode, die er nie hätte sehen wollen und doch nicht weg sehen kann. Kein Träumer mehr. Seher. Kein Gelehrter mehr, kein Künstler mehr, kein Schreiber, Reiter. Kein pastellbunt. Schwarz.
24 Ingameposts | 12.04.2025, 13:32
Militär Navarre
gespielt von alice
36 Jahre
Reiter
Dein Lachen ist ansteckend und ungehemmt, dein Lächeln ist offen und herzlich und ehrlich — mit dir in der Nähe kann man’s gut aushalten. Bist lieber leicht als schwer, siehst hin statt weg, bist hilfsbereit, bist aufmerksam und einfühlsam. Mama sagt, du hast eine zarte, liebevolle Seele. Hast als Kind verletzte Vögel aus dem Wald nach Haus getragen und kleine Schnecken vom Waldweg vorsichtig zurück ins hohe Gras gesetzt. Du schätzt das Leben und das fast ohne Ausnahme — kein Wunder, dass deine Siegelkraft das Gegenteil von einer der vielen verheerenden Mächte ist. Du zerstörst nicht, du lässt wachsen und neu entstehen und wächst dabei regelmäßig über dich selbst hinaus. Dass man dich nicht nur einmal (aber meist hinter deinem Rücken) als wandelnde green flag bezeichnet, hat nichts mit deinem Händchen für Pflanzen zu tun, sondern mit einem Herzen am rechten Fleck und einer Einstellung, auf die deine Eltern stolz sind — weil du die Werte, die sie dir mitgegeben haben nie verloren hast.
Fast nie.
Dass du in der Schlacht von Aretia auf Seiten des Königreiches viel getan und viel gesehen und sehr viel verloren hast, hat deinen Schatten dunkelrot gefärbt und auch, wenn du dir davon heut nur noch selten etwas anmerken lässt (oder anmerken lassen willst), verändert hat’s dich trotzdem. Über die Zeit sprichst du so gut wie nie, noch weniger über die alte Verletzung, die nie komplett geheilt ist und dich nach besonders langen Tagen oder bei besonders heißem Wetter heimsucht; wie ein Geist, der mit Ketten rasselt und dich nicht vergessen lässt was fünf Jahre her ist.

Nur, dass du dich darüber nicht definieren willst.
Du bist ein lebensfroher und lebensbejahender und lebensschätzender Mensch, du hast die Frau für’s Leben gefunden, du liebst deine Familie, du hast Freunde und der Vater deiner Freundin ist wie ein Vater vor Ort für dich, wo dein eigener nicht so schnell erreichbar ist. Du rückst Nymrith immer wieder in ein hübsche(re)s Licht, weil du weißt wie viel Blumen und Bäume ausmachen können (Hoffnung, vor allem geht’s um Hoffnung). Du bist ein Kindermagnet und kannst ziemlich gut mit kleinen Menschen. Du stellst eigenen Honig her, hast die Bienen im Garten deines sozusagen (noch nicht ganz, aber hoffentlich bald) Schwiegervaters angesiedelt und manchmal bringst du heut noch ein verletztes Vögelchen nach Hause. Du bereitest Picknicke im Sonnenuntergang vor — auch, wenn dein Drache dich für deine romantische Ader still belächelt; ihr seid dennoch ein verdammt gutes und eingespieltes Team. Ihr fliegt zusammen immer mal wieder durch’s halbe Königreich um anfordernden Stützpunkten mit Nutzpflanzen die Versorgung zu erleichtern und du liebst es, das Rumkommen, das Aushelfen, aber du liebst es noch mehr danach wieder Zuhause zu sein. Bei ihr. Du liebst sie.
Oh, und du wärst ein wundervoller Vater und hoffst, dass du das irgendwann auch wirklich bist.

Du bist Leben und Liebe und Wachstum und Hoffnung und du bist ein guter Mann.
22 Ingameposts | 21.06.2025, 13:59
Militär Navarre
gespielt von telfi
50 Jahre
Reiterin
Ist das etwa Weisheit, die in den hellblauen Augen aufblitzt? - wahrscheinlich nicht. Es ist eher der Schalk, der nur allzu oft in ihrem Blick mitwirkt und darauf hindeutet, das nicht alles, was sie sagt bitterernst gemeint ist. Eowyns Stimme bleibt ohne Zweifel in Erinnerung. Nicht prägnant und vordergründig, wie die Worte eines Vorgesetzten, die mit Angst und Gehorsam verbunden ist. Eowyn ist keine begnadete Sängerin oder trägt Gedicht vor, aber ihr Wortlaut ist butterweich, begleitet von Wärme, wenn gebraucht und scharf, wenn sie Anweisungen gibt. Ein Singsang, der an manchen Tagen wie das begleitete Rauschen einer ruhigen See klingt. An anderen Tosend, wie die Wellen, die am Gestein brechen. Eine ihrer Freundinnen hat einmal gesagt, dass ihre Stimme nach Heimat klingt, egal wo auch immer dieses Zuhause gerade ist. Vielleicht sind es aber nicht nur ihre Worte die wirken, sondern auch ihr Auftreten. Eowyn kann Ruhe und Geborgenheit ausstrahlen. Sie hat aber auch die Aura von jemandem, der sofort in einen anderen Zustand umschwenken kann.
Gib ihr den Anlass wütend zu sein und du bereust deine Bemühungen darum.
In gewissen Charakterzügen entdeckt man die Verwandtschaft zu ihrem Bruder – wenn nicht die strahlend blauen Augen schon genug Indiz sind. Eowyn ist ehrlich. Eowyn hat kein Problem damit non-ladylike den Mund aufzumachen. Und Eowyn ist bereit viele ihrer Grenzen hinter sich zu lassen, um Problemen und schwierigen Aufgaben zu begegnen. Sie kann ohne Mühe drei Dinge an positiven Eigenschaften für die meisten Leute aufzählen, die sie kennt und ihr was bedeuten. Ihr im Grunde genommen sehr gutes Herz ist weich und zerfliesst an manchen Tagen, wenn sie sich zu einer Babykatze oder einem Ferkel runterneigt. Die Frau hat sich schon immer den Leuten angenommen, die Hilfe brauchen. Sie hat Streuner in das kleine Haus ihrer Familie gebracht, eine viel zu emotionale Bindung zu einem Huhn mit Neun aufgebracht und noch wochenlang ihre Mutter an der Nase herumgeführt, als sie keine Eier mehr gelegt hat. In all den Schwärmen, in denen sie bereits gedient hat, hat sie immer die Aufgabe übernommen Neuen einen sicheren Hafen zu bieten. Das Militär hat sie an manchen Tagen zwar hart werden lassen, vergessen lassen, dass in ihr als Mensch auch noch Mitgefühl stecken müsste. Diese doch so prägende Eigenschaft konnte man aber nie gänzlich ausmerzen. Eowyn kann mittlerweile besser als in jungen Jahren noch schwierige Entscheidungen fällen, gänzlich an ihr vorbei gehen sie dennoch nicht ganz. Resilienz geht nicht einher mit dem Verleugnen der Dinge, die man tut und gewillt ist zu tun. Man lässt die Gefühle zu, die sie einen durchleben lassen – das ist ihr Weg.
45 Ingameposts | 30.03.2025, 15:40
Militär Navarre
gespielt von Maj
43 Jahre
Diplomatin
Es sind die Juwelen um ihren Hals und an ihren Ohren, die funkeln und strahlen – nicht etwa der Verstand von Nicaea Darikos, geb. Valy. Sie funkelt am Arm eines einflussreichen Ehemanns, der in der militärischen Hierarchie nicht mehr höher kommen kann, ist er doch schon Commanding General der navarrianischen Streitkräfte. Dass Nicaea für diese Hochzeit formal ihren Adelstitel aufgeben musste und vor dem Gesetz und bei höflichen Ansprachen ‚bloß‘ als Bürgerliche gilt, spielt keine Rolle. Mit ihrer Biographie ist sie immer noch das Wunsch- und Vorzeigekind ihrer Eltern, was diese auch über die 43jährige noch immer so formulieren.
Als Sandwichkind wurde sie in eine adelige Familie hineingeboren, die von ihrem Stammsitz in Calldyr Stadt aus ihre Fäden webt und konkrete Vorstellungen davon hatte, wie Töchter der Familie zu sein hatten: liebreizend und schön. Ausgestattet mit einem Familiennamen, der sie zwar aufrechter gehen lässt als jedes Korsett, zugleich aber nicht einschnürt. Denn als Valy kann man es sich erlauben, mit Erwartungen zu spielen, auszubrechen aus dem klassisch adeligen Muster und Wege zu gehen, durch die doch niemals Grenzen gesprengt würden. Der Grad zwischen goldenem Käfig und Freiflug war schmal, doch Nicaea hat es gemeistert, das zweite zu haben und nach dem ersten auszusehen.
Perfekter als ihre jüngere Zwillingsschwester fügt sie sich in die traditionelle Gesellschaft aus Hochadel, Militär und Politik ein, lächelt und stimmt zu, dass sie Glück hatte. Glück, einen Mann zu heiraten, der eine strahlende Karriere absolviert hat. Glück, mit ihm zwei leibliche Kinder zu haben, während sie mit ihm noch ein drittes groß zog. Glück, neben all ihren gesellschaftlichen Verpflichtungen noch Zeit dafür zu finden, ihrem Hobby der Ahnenforschung nicht nur privat nachzugehen, sondern auch in einem Archiv Calldyrs angestellt zu sein.
Glück, das Nicaea nicht bloß zugefallen ist, sondern das sie sich auch erarbeitet hat.
War es in ihrer Teenagerzeit noch ein Spaß, harmlos zu wirken und doch Fäden zu ziehen, hat Nicaea es über die Jahre perfektioniert. Hier ein Stoß, da eine persönliche Information über seinen Gegenüber oder die Gesellschaft als Ganzes war der Karriere ihres Ehemanns sicher nicht abträglich. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit zeigt sich auch, dass Nicaeas Organisationstalent und Loyalität kontrollierende Züge hat. Doch es war nie sie selbst, die sie damit in den Mittelpunkt gespielt hat. Ob hinter Mann, Schwester oder einer Lüge: Nicaea kann zurücktreten.
Und so ausdauernd, wie Nicaea über die Bedeutung von Familienlinien und Traditionen, die Qualität von Papier oder Tintenfraß reden kann, glaubt man ihr mit Leichtigkeit, dass die entsprechende Ahnenforschung ihr Vollzeitjob sei. Dahinter tritt zurück, dass Nicaea keine Tempelbücher, sondern im Amt für inner Angelegenheiten geheime Berichte aus dem ganzen Land auswertet.
7 Ingameposts | 05.11.2025, 10:22
Zivil Navarre
gespielt von Jella
31 Jahre
Reiterin
„Ich fall vielleicht hin, aber ich bleib nicht liegen.“ Galt damals einer Gegnerin auf der Matte, die sie zu Fall gebracht hatte und sich ihrem Sieg sicher glaubte. Sie stand auf und sorgte dafür, dass der Kampf anders ausging. Hinfallen und aufstehen – immer und immer wieder. Imogen Lovren hat das Aufgeben nie so richtig gelernt, auch wenn sie mittlerweile weiß, wann es im Trainingsszenario besser ist, eine Niederlage einzustecken. Als Sohn eines Reiters war das Schwarz, welches sie heute trägt, schon früh Teil ihres Lebens. Dabei war der Weg, den sie ging, nicht einmal unbedingt für sie vorgesehen. Sie hatte die Wahl und entschied sich doch für den Reiterquadranten. Für die Gefahr, für das Hinfallen und Aufstehen. Für die Herausforderung, die es ihr brachte. Dafür, dass sie den Weg ihres Vaters in aller erster Linie anders bestreiten wollte. Er war kein Vorbild, auch wenn sie sich nie davon freisprechen konnte, ihm in zu vielen Dingen zu ähneln. Die Folge des Lebens, welches sie geführt und welches sie sich ausgesucht hat, ist eine Härte gegenüber Gefühlen, die sie nur schwer ablegen kann. Ist in Imogens Selbstverständnis alles gut und in Ordnung, selbst wenn es sich emotional nicht so anfühlt. Man steht eben auch dann wieder auf, wenn man eigentlich lieber liegen bleiben möchte, weil man der Alternative keinen Raum gibt. Der lovrensche Optimismus ist in dieser Linie trockener Sarkasmus, kein wahrer Hoffnungsschimmer und sie lebt ihn. Seit Jahren.

Stein im Äußeren, Stein im Inneren, weil jeder Schutz auch bedeutet, dass von der anderen Seite ebenso nichts durchkommt.

Ihr Ehrgeiz macht sie zu einer passablen Reiterin, deren Beförderung zum Captain ihr auch erste Verantwortung zuspielt. Es ist andere als eben jene, die sie im College hatte, auch wenn‘s schon immer irgendwie um’s Überleben anderer ging. Staffelführung, dann Geschwaderführung. Sie kann sich dem Gefühl von Stolz nicht entziehen, was auf Beförderungen folgte und auch immer noch folgt. Dabei geht’s heute auch um ihr Überleben. Das Leben als Drachenreiterin ist kürzer als das anderer. Das Leben ist trotzdem gut gelebt, wenn man vor allem die positiven Dinge in den Fokus schiebt. Ihre mangelnde Empathie macht sie zu keiner schlechten Freundin, schließlich bedeuten ihr Menschen etwas. Es macht sie nur nicht so feinfühlig für die kleinsten Regungen. Das kann auch gut sein. Weil’s ihr erlaubt über die spitze Zunge ihres Drachens hinwegzusehen. Kann auch gut sein, weil sie dadurch nicht jeden zwingt, über das zu reden, was beschäftigt. Und das tut sie selbst auch nicht gern. Aufstehen und weitermachen ist einfacher, wenn man’s nicht zerdenkt. Wenn sie es doch mal tut, dann wird alles seziert. Aufgeben ist auch in Bezug auf Menschen für sie keine richtige Option. Es gibt nur einen, von dem hat sie sich losgesagt, auch wenn sie seinen Nachnamen noch trägt. Und ja, sie fällt noch heute manchmal hin. Aber liegen geblieben ist sie bisher nicht.
20 Ingameposts | 22.04.2025, 17:11
Militär Navarre
gespielt von Katja
41 Jahre
Reiter
Bradens Finger fuhren den geschwungenen Linien des Holzes unter seinen Fingern nach, ertastete die feinen abgerundeten Kerben. Das polierte dunkle Holz unter seinen Fingern war fast warm. Den Springer trug er nun schon seit Wochen bei sich. Erst drei Wochen nach seinem Geburtstag hatte er die Figur gefunden. Bradens Mundwinkel hoben sich ein kleines Stück, als er daran dachte, dass es auch wirklich ein verdammt gutes Versteck gewesen war. Seine Überraschung hatte er nicht mehr einlösen können. Zuerst war er nach Sumerton versetzt wurden und dann war alles woran er geglaubt hatte, worauf er sich verlassen hatte, zusammengebrochen. Eine kleine Falte bildete sich zwischen seinen Augenbrauen,. Er seufzte, schob die Figur in eine der Taschen seiner schwarzen Lederweste. Da war das Vermissen, der vertraute bittere Schmerz als sein Herz sich zusammenzog. Familie war immer wichtig gewesen für ihn und er vermisste seine Geschwister, seine Verwandtschaft, seine Lieben, seine Beziehung. All Jene, die er zurück gelassen hatte. Obwohl es ihm schwer gefallen war, hatte er nicht gezögert. Was hätte er auch sonst tun sollen? Seine Leute zu beschützen, war mehr als nur seine Aufgabe als ihr Staffelführer. Das Gefühl von Verantwortung ein Grundsatz seiner Persönlichkeit, dass es keinen anderen Weg gegeben hatte. Beseitigen. Wie hätte er das zulassen sollen. Nachdem, was sie erfahren hatten. Der Kampf mit den Venini. Sie hatten zwei gute Leute verloren. Zwei Menschen, die ihm wichtig gewesen waren, nicht Familie von Blut, aber des Herzens. Auch das schmerzte immer noch. Wie hätte er zulassen können, auch nur einen weiteren zu verlieren? Schlimm genug, dass sie zwei Kameraden hatten zurücklassen müssen. Also waren sie gegangen. Deserteur nannte man ihn jetzt. Dabei war es vor allem die Loyalität gewesen, die ihn dazu gebracht hatte, diejenigen die unter seinem Befehl standen zu schützen. Es war ihm so wichtig gewesen, dass sie zusammen blieben und jetzt waren sie zwar an einem Ort, aber als Einheit auseinander gerissen. Das schmeckte bitter. Dabei hatte er versucht sich duchzusetzen. Eigentlich war er ganz gut darin und hatte auch ein gewisses diplomatisches Geschick, er war zumindest meistens recht selbstbeherrscht und verlor nicht schnell die Geduld. Das war meistens von Vorteil, außerdem sagte man ihm nach,dass er durchaus wortgewandt war. Normalerweise mochten Andere ihn schnell, er hatte einen gewissen Humor und machte es den Menschen nicht schwer. Solange ihm keiner dumm kam, war er prinzipiell erst einmal freundlich. Er ließ sich halt nur auch nicht gerne auf der Nase rum tanzen. Er wusste, die Mitglieder seiner Staffel, verließen sich auf ihn. Er hatte immer versucht ein guter Staffelführer zu sein, jedem gerecht zu werden und dabei ihre Ziele zu erreichen… ohne, dass jemand zu schaden kam. Entscheidungen zu fällen, fiel ihm nicht schwer, aber auch nicht seine Mitglieder dabei einzubeziehen, oder Kritik anzunehmen. Vielleicht hatte die Staffel deswegen so gut funktioniert, vielleicht aber auch nur, weil er wirklich gute Leute gehabt hatte. Gerne, hätte er mehr herausgeschlagen als nur die Aussicht darauf, dass sie irgendwann wieder eine Staffel sein würde… Dass das geschah schien noch in weiter Ferne zu liegen. Aber immerhin nicht unmöglich. Dafür hatte er sogar in Kauf genommen, den Titel des Prinzen zu nutzen. Seit er Reiter war spielte er eigentlich kaum noch eine Rolle, waren die Abzeichen auf seiner Fliegerjacke, immer wichtiger gewesen… aber hier in Poromiel, hatte er auf einmal wieder Gewicht. Dabei war er dem Thron so fern, dass es eigentlich absurd war, den Titel überhaupt zu nutzen.
42 Ingameposts | 25.03.2025, 09:28
Militär Poromiel
gespielt von Moni
28 Jahre
Fliegerin
Leises Rascheln, der Duft des Meeres, die angenehme Luft, das Gefühl der Freiheit, das alles hatte dich geprägt, du warst ein Mensch, der das Meer liebte, der auch dort aufgewachsen war. Für dich gab es nichts besseres, als dort zu sein, einfach das Gefühl zu genießen, dass es dir gab. Du konntest nicht anders, du wolltest gerne noch sehr viel mehr davon. Es war von vorneherein klar, dass du eine Fliegerin werden würdest, denn deine Eltern waren es ja schließlich auch. Doch irgendwann, du warst gerade auf der Cliffsbane Academy, da kamen deine Eltern ums Leben. Das Gefühl und der Verlust, hatte dich durchaus verändert, du konntest nichts fühlen, da war so viel was auf einmal auf dich einprasselte. Du wolltest wissen, wer sie ermordet hatte, wer dir sowas angetan hatte. Deine Gedanken sprangen im Dreieck und du warst dir nicht sicher was du damit anstellen solltest. Es hatte dich verändert, und auch gleichzeitig geprägt. Der Verlust war eine Sache, die dich sehr beeinflusst hatte, die dich in einen Menschen verwandelt hatte, der damit umgehen konnte. Auch wenn du nicht damit umgehen wolltest. Du wolltest deine Eltern zurück. Und über die Jahre wuchs vor allem ein Gedanke: Rache. Und immer wieder dachtest du daran, wolltest mehr darüber herausfinden was ihnen passiert war. Du warst dir nicht sicher, ob du es konntest. Du wusstest es nicht. Schon seit Jahren forschtest du danach, aber konntest nichts herausfinden.
Mit den Jahren wuchs dementsprechend auch die Resignation, irgendwann konntest du nicht anders, als dich damit abzufinden. Dein Hass auf den Mörder deiner Eltern wurde immer stärker, aber gleichzeitig auch die Tatsache, dass du es nicht mehr rückgängig machen konntest.

Du hattest eine große Klappe, und es steckte auch viel dahinter. Auch wenn du relativ klein warst, so konntest du doch sehr aufmüpfig sein. Das Gefühl der Einsamkeit schlich sich immer wieder an dich heran und du konntest es nicht verbergen, dass du doch das Gefühl hattest, dass diese dich einholte. Das wolltest du allerdings nicht, nein, du wolltest viel lieber, jemanden an deiner Seite haben. Doch du warst nie richtig verliebt, hattest einfach keine Zeit und die Motivation dafür. Deswegen warst du ganz zufrieden. Du hattest dennoch gerne Menschen um dich, denn du warst eine offene und lustige Gesellschaft. Wenn du abends alleine in deinem Bett lagst, dann schweiften die Gedanken immer wieder zurück zu deinem Verlust. Doch es kam noch schlimmer, du warst 26 Jahre alt, da kam deine beste Freundin bei einem Einsatz ums Leben. Es zerstörte dich innerlich, und du konntest nicht anders, als das Schicksal und die ganze Welt zu verfluchen. Dadurch hatten sich bei dir auch Bindungsängste sowie Verlustängste entwickelt, die du nicht ganz ausschalten konntest. Und auch wenn alles um dich herum nur noch schwarz-weiß war, warst du eine Kämpferin. Eine, die mit ihrem Greif die Welt verändern wollte. Eine, die mehr Einfluss haben wollte, und die nicht anders konnte, als das zu machen, was sie am besten konnte: überleben und kämpfen.
8 Ingameposts | 23.12.2025, 16:54
Militär Poromiel

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